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Umland Springe Nachrichten Der Mühlenbach erholt sich weiter
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19:02 07.10.2018
Die Bachschaugruppe am Mühlenbach: Den Rundgang begleiten Mitglieder des Nabu, Politiker und interessierte Bürger.  Quelle: Foto
Altenhagen/Sedemünder

Es ist eine gute Nachricht: Der Mühlenbach hat weiterhin Güteklasse II. Dabei war er mal ein „schlechter“ Fluss – denn in Sedemünder wurde in den Fünfzigerjahren Asbest produziert. In den Bach gelangten damals außerdem viele zuckerhaltige Abwässer. Die spannende Frage ist, was davon zurückgeblieben ist.

Bei der letzten Bachschau 2011 reichte die Zahl der im Bachwasser gefundnen Tiere zum Prädikat Güteklasse II. Der Grund für die Verbesserung: Es gab keine Produktion mehr in Sedemünder, lediglich den Vertrieb von pharmazeutischen Artikeln. Und alle Häuser im Mühlenbusch, Im Hagen und in Sedemünder sind an die öffentliche Abwasserentsorgung angeschlossen. Der Naturschutzbund (Nabu) kaufte Bachrandstreifen an, auch die intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten – wie den Anliegern und dem Wasserverband Ilse-Hamel – führten dazu, dass sich die Situation für Flora und Fauna positiv entwickeln konnte.

Nabu wünschte weiteren Test

Jetzt erneut die Qualität zu testen, war ein Wunsch der Nabu-Ortsgruppe Springe. Mit Dirk Schmidt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Limnologie und Gewässerschutz aus Hannover, kam am Sonnabendmorgen ein Fachmann nach Sedemünder. Rudolf Krause vom Naturschutzbund begrüßte neben Schmidt auch den Vorsitzenden des Realverbandes Altenhagen, Friedrich Rathing, sowie Anette Henkels vom Springer Umweltausschuss und Mitglieder des Wasserverbandes Ilse-Hamel. Auch 15 interessierte Bürger warteten auf dem Parkplatz Sedemünder, weil sie bei dem Rundgang dabei sein wollten. Die Gruppe wanderte zur ersten Brücke über den Mühlenbach, unweit des Fabrikgeländes. Hier stieg Schmidt ins Gewässer und sammelte mit einem Haushaltssieb Wassertiere. Wegen der späten Jahreszeit war die Ausbeute etwas geringer als 2011 – aber Schmidt entdeckte Wasserseelchen, die eiförmige und die langfühlige Schnauzenschnecke, Wasserasseln, Flohkrebse, Roll- und Schneckenegel, Strudelwürmer, einen Süßwasserschwamm und eine seltene Kugelmuschel.

Die Anzahl dieser Lebewesen führt erneut zum Prädikat Güteklasse II. Bei weiteren Proben unweit der Mühlenbuschbrücke und in der Ortslage Altenhagen an der Bundesstraße 217 gab es ähnliche Ergebnisse: Die Bachbeschauer, zu denen auch Jagdpächter Hartmut Koch gehörte, waren mit dem Ergebnis ausgesprochen zufrieden.

Von Friedhelm Lüdersen