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Umland Springe Nachrichten Neue Laternen-Kümmerer gesucht
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00:18 02.08.2018
Die Umrüstung auf LED-Laternen läuft in Springe derzeit auf Hochtouren.     Quelle: Mischer
Springe

Die Stadt wird noch in diesem Jahr den Wartungsvertrag für die Straßenbeleuchtung neu ausschreiben: Dann soll sich zeigen, wer sich künftig um die neuen Laternen kümmert. „Vergleichbar ist das mit dem Vertrag mit einer Kfz-Werkstatt“, erklärt der städtische Fachdienstleiter Gerd Gennat.

Mit dem Wartungsvertrag stellt das beauftragte Unternehmen den laufenden Betrieb der Beleuchtung sicher. Derzeit kümmern sich die Stadtwerke Springe um Reparaturen und Instandsetzungen, sagt Gennat. Auch bei Kabelstörungen ist der mehrheitlich städtische Versorger im Einsatz. Die Steuerung der Beleuchtung selbst (also das An- und Ausschalten) ist allerdings Sache der Stadt.

„Laut Vergaberecht dürfen wir nicht ewig gebunden bleiben“, erklärt Gennat. Durch die erneute Ausschreibung solle auch anderen Interessierten die Möglichkeit gegeben werden, sich in Springe zu bewerben. Der bestehende Vertrag mit den Stadtwerken läuft für zwei Jahre. „Für den nächsten Vertrag hätte ich gerne eine längere Laufzeit, das müssen wir aber gründlich vorbereiten.“ Im kommenden Jahr könnte der Vertrag schon neu vergeben werden.

Stadtwerke setzen sich durch

Bis 2008 war der Wartungsvertrag noch an den Betrieb des Stromnetzes gebunden, weiß Gennat. Daher hatte sich Eon auch um die Reparaturen gekümmert. „Dann ist die Vorgabe aber ausgelaufen und der Wartungsvertrag war nicht mehr an die Konzession gekoppelt.“

Als Eon-Avacon 2008 die städtische Stromkonzession an die neuen Stadtwerke verlor, kündigte der Versorger aus Helmstedt parallel das Steuerungssignal für die Straßenbeleuchtung: Bis dahin waren die Springer Laternen ferngesteuert aus Gehrden an- und ausgeschaltet worden.

Die Stadt beauftragte 2010 ein neues Unternehmen, das zusicherte, über eine Funkverbindung vom Burghof die Laternen flexibel steuern zu können. Im Zuge dessen investierte die Stadt 100 000 Euro in das neue System, das vom eigenen Betriebshof aus die 3600 Laternen nach Belieben per Funk ansteuern sollte.

Doch immer wieder kam es zu Problemen. Die eigentlich vorgesehene An- und Abschaltung durch Tageslichtsensoren etwa funktionierte nicht richtig. Mal blieben die Laternen einfach an oder schalteten sich erst gar nicht ein. Die Firma ging pleite, bevor das System überhaupt rundlief. Ein Mitarbeiter, der das System mit entwickelt hatte, machte sich selbstständig und versuchte, Lösungen zu finden, bis er 2015 schwer erkrankte.

Ersatzteile schwer zu beschaffen

Die nun auszuschreibende Betriebsführung der Springer Straßenbeleuchtung übernahmen die Stadtwerke schon 2009 und setzten sich damit gegen den Energiekonzern Eon-Avacon durch. Vertragslaufzeit: vier Jahre.

Im Wartungsvertrag mitinbegriffen: die zum Teil schwierige Beschaffung von Ersatzteilen. Das soll sich aber laut Gennat bald komplett erledigen. „Durch die derzeitige Umrüstung auf LED in Springe, müssen keine Ersatzteile mehr besorgt werden.“

Derzeit werden die Laternen im Bereich nördlich der Bahnlinie und westlich der Jägerallee umgerüstet. Bereits im Juni hatte die Stadt damit begonnen. „Zu 80 Prozent sind dort bereits die Laternen umgerüstet“, sagt Gennat. Weitergehen soll es hauptsächlich in Springe-Mitte und in Bennigsen. „Ziel ist es, die Hälfte der Beleuchtung in Springe bis Ende Oktober umzurüsten.“

Von Saskia Helmbrecht