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Umland Springe Nachrichten Völksener fordern Erhalt der Kapelle
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18:37 08.11.2012
Von Andreas Zimmer
Bischof Norbert Trellespricht in der Hedwigskapelle mit Pfarrer Johannes Sostaric (von links), dem stellvertretenden Kirchenvorstandvorsitzenden Horst Wolf sowie den Völksenern Wolfgang und Christine Ruppelt. Quelle: Andreas Zimmer
Springe

Die Glocke läutete und die Kerzen brannten, als Bischof Norbert Trelle am Donnerstagvormittag zur Völksener Kapelle kam. Doch es war kalt darin: Die Heizung ist defekt und über die Reparatur in Höhe von rund 1000 Euro ist noch nicht entschieden. Trelle blieb ohnehin nur etwa eine halbe Stunde: eine kurze Ansprache und ein Vaterunser mit zehn meist älteren Besuchern, dann folgte das Gespräch mit Völksenern, darunter Ute Lenz. „Seit 50 Jahren wohne ich hier“, sagte sie und forderte den Erhalt der 1982 errichteten St.-Hedwig-Kapelle. Diese ist das letzte Gotteshaus, das das Bistum Hildesheim gebaut hat. Jeden Dienstag wird in der Kapelle der Rosenkranz gebetet und eine Messe gefeiert. Doch die Schar der Besucher ist meist klein. Der Bischof zeigte Verständnis: „Die Größe macht keinen Unterschied in unserer Frömmigkeit.“

Die Völksener Kapelle war auch am Nachmittag Thema im Bürgermeisterbüro im Springer Rathaus. „Immobilien sind immer mit Emotionen verbunden“, sagte Trelle und räumte ein, er habe jedes Mal „feuchte Augen“, wenn er eine Kirche entweihe und die Menschen sehe, die sich dem Gebäude verbunden fühlen. „Aber wir sind nicht zukunftsfähig, wenn wir alles so weitermachen.“ Bürgermeister Jörg-Roger Hische erläuterte, dass die Stadt habe die Kapelle im Hinblick auf einen möglichen Standort als Kinderkrippe geprüft habe. Der evangelischen Gemeinde wurde der Vorzug gegeben.

Das Gespräch im Bürgermeisterbüro verlief locker und entspannt. Hische sprach von Trelle, der auch stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, als einem „offenen und dem Leben zugewandten“ Geistlichen und schenkte ihm eine Anstecknadel der Stadt. Doch auch Themen wie die XXL-Sparliste der Springer Verwaltung kamen zur Sprache. Trelle wünschte der Stadt „gute Ideen und dass die Geduld der Menschen nicht ausgeht“.

Der Bischof merkte noch an, dass er bisher zweimal in Springe gewesen sei - privat mit einer Tante zum Kuchenessen und einmal beim Weihnachtsmarkt. Eine Wanderung im Deister stehe noch aus. So schön die Landschaft auch sei: Zu seinem Alterssitz ab 75 Jahren befragt, sagte Trelle (70), er „ziehe wahrscheinlich nicht nach Springe“, sondern möchte lieber in Hildesheim bleiben.

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