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Nachrichten Waldbrandgefahr klettert auf zweithöchste Stufe
Umland Springe Nachrichten Waldbrandgefahr klettert auf zweithöchste Stufe
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00:24 26.07.2018
Das Gras an den Feldwegen ist extrem trocken. Quelle: Mischer (Archiv)
Springe

Die Feuerwehr musste schon einige Flächenbrände löschen, bei denen Grasland beziehungsweise Stoppelfelder in Brand geraten waren. Die Brandbekämpfer mahnen nun eindringlich zur Vorsicht.

Das Forstamt Saupark hat aus Sicherheitsgründen bereits den öffentlichen Grillplatz an den Wolfsbuchen geschlossen. „Wir bitten um Verständnis, aber das Grillen im Wald ist derzeit einfach zu gefährlich“, sagt Forstamtsleiter Christian Boele-Keimer. Zugleich ermahnt er alle Waldbesucher zu erhöhter Aufmerksamkeit in Bezug auf den Umgang mit Feuer und mögliche Brandgefahren – dass Rauchen tabu ist, versteht sich von selbst.

„An solch eine große Trockenheit kann sich keiner der älteren Revierförster mehr erinnern“, erklärt der Forst-experte, welches Ausmaß die Trockenheit hat. Für ihn und seine Kollegen kommt der entscheidende Test im August: Sollte es weiter trocken bleiben, könnte es passieren, dass Buchen und Eichen ihre Früchte und das Laub vorzeitig abwerfen.

Schäden beklagen die Förster bereits jetzt: Forstkulturen mit jungen Bäumen drohen zu vertrocknen. „Sie wurden im April gepflanzt – und seitdem hat es fast nicht mehr geregnet“, fasst Boele-Keimer die Lage zusammen.

Doch nicht nur im Wald herrscht akute Brandgefahr: Auch Wiesen und Felder sind vom erhöhten Feuerrisiko betroffen. Die Gefahr steigt durch jede Art von Erntearbeiten: Erst am Wochenende mussten die Feuerwehren aus Springe und Bennigsen zu einem brennenden Mähdrescher nach Bennigsen ausrücken. Bei Bennigsen stand ein Stoppelfeld in Flammen.

Feuerwehrsprecher Daniel Sundmacher appelliert noch einmal eindringlich an alle Bürger, nicht in der Nähe von leicht brennbarem Material zu rauchen. Auch beim Parken auf trockenem Gras ist Vorsicht geboten: Leicht kann es passieren, dass die Hitze des Katalysators einen Halm entzündet – rasch brennt dann das ganze Feld.

Obacht ist aber auch hinter der eigenen Gartenpforte geboten – etwa beim Grillen. „Der Grill sollte niemals unbeaufsichtigt gelassen werden“, sagt Sundmacher. Nach dem Grillen sollte die Glut keinesfalls weiterglimmen, sondern bestenfalls mit Wasser gelöscht werden. „Mehr als Hinweise geben können wir aber auch nicht – die Leute müssen sich der Konsequenzen bewusst werden“, sagt der Feuerwehrsprecher: Wenn etwa ein Raucher mit seiner Zigarette ein Feuer verursacht habe, könne er in Regress für die entstandenen Schäden genommen werden.

Hitze-Entwarnung ist nicht in Sicht: Regen sagen die Meteorologen für Springe nicht voraus. In der gesamten Woche gibt es Sonne satt. Die Höchsttemperatur wird am Mittwoch erreicht – mit 33 Grad im Schatten. Unterhalb der 30-Grad-Marke bewegt sich das Thermometer dann erst wieder am Sonntag. Dann sind laut Prognose aber immer noch heiße 29 Grad zu verzeichnen – die Regenwahrscheinlichkeit liegt bei null Prozent.

Von Ralf T. Mischer