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Zu wenig Kandidaten für den Kirchenvorstand

Springe Zu wenig Kandidaten für den Kirchenvorstand

Statt der erhofften elf kandidieren nur drei Ehrenamtliche für Kirchenvorstand: Völksener Johannesgemeinde will deshalb stärker auf Projektarbeit setzen

Es gibt zu wenig Bewerber für den Kirchenvorstand derJohanneskirchengemeinde in Völksen.

Quelle: Archiv

Völksen. „Unsere Gemeinde wird leider merken, dass in Zukunft nicht mehr alles möglich ist“: Pastor Reinhard Surendorff ist etwas ratlos, wie seine Johannesgemeinde ihre alte Lebendigkeit behalten soll. Von den sieben gewählten Personen, die sich derzeit im Kirchenvorstand engagieren, kandidiert nur einer erneut. Schlimmer noch: Es gibt insgesamt nur drei Bewerbungen für das neue Leitungsgremium der Gemeinde.

„Wir haben sehr viele Interessierte angesprochen, aber immer wieder Absagen kassiert“, blickt der Geistliche auf die vergangenen Monate zurück. Weil die Arbeit künftig auf weniger Schultern laste, „werden wir gucken müssen, wo wir einsparen können“. Das könne zum Beispiel heißen, dass das Gelände rund um die Johanneskirche nicht mehr so gepflegt aussieht: Es gibt zwar einen Mitarbeiter, der sich stundenweise um die Anlage kümmert, er wurde aber bislang von Ehrenamtlichen unterstützt.

Die Gemeinde hatte gehofft, mindestens elf Kandidaten für die Kirchenvorstandswahl am 11. März aufstellen zu können. Jetzt sind es nur drei. Der neue Kirchenvorstand wird anschließend mit „Berufenen“ und Vertreten aus Alvesrode aufgefüllt

Von Frustration ist Surendorff weit entfernt. Bei der langwierigen Bewerbersuche sei ihm auch klar geworden: Es ist nicht so, dass die Leute nichts mit der Kirche zu tun haben wollen. Wenn es nicht gleich um eine sechsjährige Amtszeit geht, sondern nur um ein überschaubares Engagement, dann sei eine Bereitschaft spürbar. „Wir werden verstärkt auf Projekte setzen“, sagt Surendorff.

Er sei jedem dankbar, der sich ins Gemeindeleben einbringen wolle, sagt der Seelsorger. Ein Gewinn sei aber auch schon die Erkenntnis, „dass nicht alles selbstverständlich ist, was hier bislang geschieht“.

Die Mitglieder des alten Kirchenvorstands hätten ihm bestätigt, dass sie gerne für die Gemeinde unterwegs gewesen seien: „Uns wird immer wieder gesagt, dass ihnen die Zeit viel gegeben hat.“ Man könne mitgestalten, knüpfe neue Kontakte, führe sehr offene, wertvolle Zweiergespräche. „Dabei ergibt sich auch Raum, um existenziellen Fragen nachzugehen.“ Die Arbeit in der Kirche, sie sei eben nicht nur ein Kreuz.

Von Marita Scheffler

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