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Umland Springe Nachrichten Wie geht es weiter mit dem Nordwall?
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00:31 29.03.2018
 Viele Parkplätze mitten in der Stadt? Gibt es schon. Die Parkpalette am Nordwall soll aber auch erhalten bleiben, wenn das neue Einkaufszentrum mit rund 90 Stellflächen gebaut wird, sagen Verwaltung und Politik. Quelle: Mischer
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 Wie geht es mit weiter mit der 35 Jahre alten Anlage? „Ich glaube nicht, dass man die Parkpalette abreißen sollte“, sagt der städtische Baufachbereichsleiter Jörg Klostermann. Auch wenn nun direkt nebenan viele zusätzliche Parkplätze entstehen sollen, seien die alten nicht verzichtbar: Denn geplant sei mit Rewe und Rossmann ja nicht nur deutlich mehr Verkaufsfläche als früher. Dazu kämen womöglich weitere Geschäfte, Arztpraxen und Büros, betont Klostermann. „Das löst auch einen größeren Bedarf an Parkplätzen in der Innenstadt aus“, sagt er.

Vor 35 Jahren gebaut

Gebaut worden war die Parkpalette parallel im Rahmen der großflächigen Altstadtsanierung in den Achtzigerjahren – in einem Aufwasch mit dem Einkaufszentrum an der Fünfhausenstraße und den benachbarten Geschäftshäusern. Die Parkpalette errichtete damals der gleiche Investor – und übergab sie dann an die Stadt, die sie seitdem instand hält und bewirtschaftet. Einige der Stellflächen im Tiefgaragenbereich gehören zu den Wohnungen über der angrenzenden Deisterpassage. „Heute würde man sicherlich mit mehr Tageslicht und weniger Stützen bauen", sagt Klostermann. Trotzdem sei die Palette als solche voll in Ordnung und funktionstüchtig. Berichte und Skizzen aus dem Sommer 1983 zeigen, dass die Palette einst noch aufwändiger geplant war – mit getrennten Ein- und Ausfahrten sowie drei kleinen Verkaufskiosken, die vorne ins Gebäude integriert werden sollten. Auch eine Signalanlage, die über freie Plätze informieren sollte, war geplant. Komplett ausgelastet, wie manchmal in den Achtzigerjahren, ist die Parkpalette heute im Grunde nie – gerade freitags zur Wochenmarktzeit aber durchaus gut gefüllt.

Nicht immer nur geliebt

Jedoch: Nicht nur positive Eindrücke nahmen die Springer im Laufe der Jahre und Jahrzehnte von dem Gebäude mit: „Schmuddelecke Parkpalette“ titelte eine Zeitung ein wenig reißerisch am 12. August 1994 – und beklagte dort Müllansammlungen und Trinkgelage. Diese Geschichten kennt auch SPD-Fraktionschef Bastian Reinhardt: „Laute Musik, Alkohol, laute Autos“, gibt er wieder, was man ihm berichtet. Viele Anwohner hätten bereits Beschwerden geäußert, insbesondere über Vorfälle in den Abendstunden nach Geschäftsschluss. Dennoch sehe er „das Schicksal der Parkpalette völlig losgelöst von der Diskussion um den Neubau daneben“, sagt Reinhardt. Er teilt Klostermanns Eindruck zum steigenden Bedarf an Parkplätzen in der Innenstadt. Und erinnert an eben jede Anwohner, die dort private Stellplätze angemietet haben. Möglich sei natürlich, die Parkpalette in das Neubaukonzept einzubinden – dieser Wunsch sei aber nicht Sache der Politik, sondern der Investoren und Planer. Langfristig müsse man städteplanerisch ohnehin über den angrenzenden Gebäudekomplex mit Tedi-Markt und früherem Lidl reden. „Dabei sollte zwingend die Parkpalette einbezogen werden.“ Zunächst gelte alle Konzentration aber dem Rewe-Projekt: Dieses sei „aus meiner Sicht die vorerst letzte Chance, etwas zu ändern“ – und auf einen Nahversorger in der Innenstadt, betont Reinhardt.

Kein Standort für Wohnungen?

Und vielleicht der Anfang von Änderungen drumherum: Es gelte daher, „darüber zu reden was geht, nicht mehr nur darüber zu reden, was nicht geht“. Auch für den CDU-Fraktionschef Wilfred Nikolay steht „die Parkpalette nicht zur Diskussion“ – sie werde „weiterhin benötigt“, insbesondere von Geschäften und Anwohnern um den Nordwall. Der Idee, die Parkpalette etwa durch Wohnbebauung zu ersetzen, kann Nikolay nicht viel abgewinnen: Diese sei auch an anderen Stellen realisierbar – wie etwa momentan auf dem früheren Bormann-Gelände am Kalkwerk.

Von Christian Zett

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