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Umland Springe Nachrichten Zwei Bewerber wollen Weihnachtsmarkt ausrichten
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00:34 10.06.2018
Feierte 2017 seine Premiere als Weihnachtsmarkt-Macher: Eventmanager Michael Jordan. Quelle: _________Foto: Scheffler
Springe

Erst wollte niemand, jetzt reißen sich zwei Bewerber um die Organisation des Springer Weihnachtsmarktes. Die Folge: Sechs Monate vor Beginn des Adventsrummels auf dem Museumshof liegt die Planung auf Eis; Standbeschicker können keine Bewerbungen abgeben. „Wir verschenken leider wertvolle Zeit“, sagt Eventmanager Michael Jordan, der den Markt im vorigen Jahr im Auftrag des Ortsrates ausgerichtet hat.

Zweiter Interessent hat sich bereits vor Monaten gemeldet

Jordan war von einer langfristigen Zusammenarbeit ausgegangen: „Es hieß in den Gesprächen mit uns immer: Wir planen über Jahre.“ Vor einigen Monaten habe sich jedoch ein zweiter Interessent gefunden, erklärt Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich. Auch diesem Bewerber – er komme wie Jordan aus Springe – wolle man die Möglichkeit geben, sein Konzept vorzustellen. Bei der Ortsratssitzung Ende April sei der Interessent allerdings verhindert gewesen. Damit musste das Thema bis zur Sitzung am nächsten Dienstag warten. Weil persönliche Daten zur Sprache kommen, wird die Politik vermutlich im nicht öffentlichen Teil beraten. „Wir werden aber an dem Abend eine Entscheidung fällen“, kündigt Friedrich an.

Jordan hatte sich zwar gewundert, warum der Ortsrat den Vertrag für dieses Jahr noch nicht unterzeichnet hat, die Gründe seien ihm aber nicht mitgeteilt worden, sagt er: „Es ist ja nicht so, dass wir uns um den Auftrag reißen. Aber bedauern würde ich es schon.“

Kurzfristige Entscheidung im Vorjahr

Die Weihnachtsmarkt-Organisation hat eine nicht nur glanzvolle Vorgeschichte. Der Ortsrat kümmerte sich bis zum Jahr 2015 selbst um den Budenzauber, musste dann aber feststellen, dass die Vorbereitung zu viele Kapazitäten bindet. Also bemühten sich die Politiker um einen anderen Ausrichter. Mit Torsten Blei, der aus dem Schaustellergewerbe kommt, schien der geeignete Kandidat gefunden. Blei entschied sich unter anderem für die viel gelobte Verlegung vom Marktplatz auf den Museumshof und modernisierte das Konzept.

Im Nachhinein gab es allerdings Unstimmigkeiten. Im Sommer vorigen Jahres stand der Ortsrat noch immer ohne neuen Veranstalter da. Schließlich nahmen die Kommunalpolitiker Kontakt zu Michael Jordan und seiner Geschäftspartnerin Marion Borchardt (Carat Event) auf, die kurz zuvor das Osterfeuer vor dem Aus gerettet hatten. Die beiden schlugen ein – auch wenn Jordan damals betonte, seine Agentur sei in der Vorweihnachtszeit voll ausgelastet: „Wir lassen den Ortsrat aber nicht hängen.“

Die Vertragsunterzeichnung zog sich dennoch bis zum Spätsommer hin. Weil es vom Vorjahr keine Ausstellerlisten oder sonstige Unterlagen gab, musste Jordan einen überhasteten Endspurt hinlegen, der in einem Bittbrief an heimische Unternehmen gipfelte: „Der Weihnachtsmarkt ist in Gefahr“, hieß es in dem Spendenaufruf. Jordan wurde dafür kritisiert, er entschuldigte sich öffentlich.

„Kleinigkeiten besser machen“

„Der Markt war aus unserer Sicht erfolgreich, er hatte Hand und Fuß“, sagt Jordan rückblickend. Anfängerfehler könnten ausgemerzt werden. Dazu gehöre, dass die Budenpreise für die Kunsthandwerker sinken müssten. Auf die Bühne könne verzichtet werden. „Wir würden gerne den Platz neu aufteilen und die Buden enger stellen.Es gibt Kleinigkeiten, die wir besser machen wollen.“ Mit jeder weiteren Woche, die bis zum Planungsstart vergehe, würden die Möglichkeiten aber kleiner: „Wenn man etwas Besonderes, Ausgefallenes haben möchte, hätte man sich schon kümmern müssen.“ Auch das Einwerben von Sponsorengeld werde mittlerweile schwierig.

Egal, welcher Anbieter am Ende den Zuschlag bekommt: Glühwein, Waffeln und Kunsthandwerk soll es in exakt einem halben Jahr auf dem Burghof geben. Der Springer Weihnachtsmarkt findet traditionell am zweiten Adventwochenende statt.

Von Marita Scheffler