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Springe OHG wartet auf neue Räume
Umland Springe OHG wartet auf neue Räume
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19:12 07.09.2018
Das OHG kämpft mit Raumnot: Der Bunker wurde bereits Ende Mai abgerissen. Quelle: Ralf T. Mischer
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Springe

Wann löst sich das Platzproblem am Otto-Hahn-Gymnasium? Laut Schulleitung soll sich die Aufstellung der neuen Mobilbauten verzögern. Die Stadtverwaltung betont dagegen, man sei im Zeitplan.

Ursprünglich soll dem OHG zugesagt worden sein, die Ersatzräume kämen zum Beginn des nächsten Schuljahrs im August, nun soll der Container erst im zweiten Halbjahr in den Herbstferien gebaut werden, sagt Schulleiterin Kerstin Prietzel. Auch im April sagte Hochbauamtsleiter Reinhard Borchardt, es solle schon im August losgehen.

Laut Bauchef Jörg Klostermann ist „alles im Plan“

Dieser Termin ist auch in der offiziellen Ausschreibung der Stadt vermerkt, mit der die Stadt bis Ende April eine Firma für den Aufbau der Container suchte. „Seit April steht fest, dass es in den Herbstferien so weit sein wird“, sagt dagegen Bau-Chef Jörg Klostermann. „Alles ist im Zeitplan, die Mobilbauten sind beauftragt und kommen“, betont Klostermann. Bereits Ende Mai war der marode und zwischenzeitlich geschlossene „Bunker“ abgerissen worden – schon länger muss die Schule also auf die Räume verzichten. Geplant ist, auf demselben Gelände einen Container mit der identischen Größe wie zuvor aufzustellen. „Bloß moderner“, sagt Klostermann. Einige Anschlüsse, die sich bereits in der Erde befinden, könnten auch für die neuen Mobilbauten genutzt werden. Die Mobilbauten seien aber nur der Auftakt zur gesamten Überplanung der Schule, sagt Bürgermeister Christian Springfeld: „Dafür sind wird in der Phase Null.“ Dieses Jahr gelte es also, Ideen zu sammeln, zu überlegen und zu planen. „Die energetische Sanierung und die Mobilbauten laufen aber weiter.“ Gemeinsam mit der Verwaltung will das Gymnasium das Zukunftskonzept OHG 2030 auf den Weg bringen, eigentlich gemeinsam mit den Montag-Stiftungen. Auch das soll sich jetzt offenbar schwierig gestalten. Die gemeinnützige Stiftungsgruppe ist spezialisiert auf Inklusion, Digitalisierung im Bildungsbereich und pädagogische Architektur.

Konzept soll Pädagogik und Bau zusammenbringen

Bereits im Oktober wurde das Raumkonzept der Öffentlichkeit vorgestellt und Anfang des Jahres dem Schulausschuss präsentiert. Da habe die Politik bereits drängend nachgefragt, wann es losgehe. „Und nun ist wieder ein halbes Jahr rum", so Prietzel. Ziel war es, Grundlagen und Anforderungen der Bildung zu erarbeiten, um so festzustellen, wie diese Maßnahmen überhaupt im bestehenden Gebäude umgesetzt werden können. „Heißt: Pädagogik und Bau müssen wir zusammenbringen“, so Springfeld. Dafür sei es wichtig, „auf das richtige Pferd zu setzen“ und bei der Ausschreibung für das Konzept und den Bau ein geeignetes Büro zu finden. Erst dann kann geklärt werden, wie es weitergeht. „Mit dem wirklichen Umbau sind wir also noch gar nicht so weit, Profis müssen ein Konzept vorlegen, bevor wir mit dem Bau loslegen können, jetzt müssen wir uns orientieren und gucken, wohin wir steuern“, so Klostermann. Gleichzeitig aber wächst bei Schulleiterin Kerstin Prietzel aber die Ungeduld angesichts der Verzögerungen.

Durch Brandschutzmaßnahmen wird Schulzentrum Nord teurer

Das Schulzentrum Nord wird durch Brandschutzmaßnahmen eine Million teurer. Darüber zeigt sich Baufachbereichsleiter Jörg Klostermann nicht überrascht: Der Stadt liegen die neuen Berechnungen zum Ausbau des Schulzentrums Nord vor. Und die Brandschutzmaßnahmen, die nachträglich in die Planungen eingeflossen sind, treiben den Preis des Projekts noch mal deutlich nach oben: Aus 13,7 Millionen Euro im Oktober 2017 sind nun gut 15,1 Millionen Euro geworden. Die Stadt spricht gegenüber der jüngsten Schätzung von einer Steigerung um 1,1 Millionen Euro.

Wie man auch rechnet - das Mammutprojekt, das Stadt, Politik und vor allem die Integrierte Gesamtschule als Hauptnutzer des Gebäudes seit Jahren beschäftigt, wird nicht günstiger. Klostermann betont jedoch, dass es zu der jetzt öffentlich gewordenen erneuten Kostensteigerung keine Alternative gebe: Das Thema Brandschutz sei so aufwendig wie nötig: „Wir werden in fast jedem Klassenraum tätig.“ Das Schulzentrum Nord soll aus Platzgründen für die IGS erweitert werden – um einen zusätzlichen Flügel sowie eine große Mensa. Diese Extrakosten wurden in den ersten Planungen nicht berücksichtigt, weil man auf den Bestandsschutz gehofft hatte – doch für dieses Gebäude gilt er nicht.

Von Saskia Helmbrecht

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