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Springe Octapharma investiert 21 Millionen Euro
Umland Springe Octapharma investiert 21 Millionen Euro
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19:38 10.09.2018
Spatenstich: Geben den Startschuss für das neue Multifunktionsgebäude: Karl Leitner (v. l.), Sepp Huwald, Hauke Jagau, Tobias Marguerre mit Vater Wolfgang, Christian Springfeld und Gerold Rempeters. Quelle: Saskia Helmbrecht
Springe

Rund 21 Millionen Euro wird Octapharma in ein neues Multifunktionsgebäude an der Eldagsener Straße investieren. Bis 2022 will das Unternehmen in Springe drastisch wachsen. Bereits in zwei Jahren sollen 3,6 Millionen Liter Plasma verarbeitet werden – und damit wird der Standort Springe über die größte Kapazität zur Plasmaverarbeitung in der gesamten Octapharma-Gruppe verfügen.

Bis 2022 sollen 550 Mitarbeiter in Springe beschäftigt werden, derzeit sind es mehr als 400, sagt Geschäftsführer Dr. Karl Leitner. Das neue Multifunktionsgebäude sei ein wichtiger Schritt für den Wachstumskurs des gesamten Unternehmens, das 2017 1,72 Milliarden Umsatz erzielt hat. Das neue Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 8700 Quadratmetern und drei Stockwerken soll Ende 2019 fertiggestellt werden. „Octapharma verbindet eine nunmehr 16 Jahre lange Erfolgsgeschichte mit dem Standort Springe“, so Leitner.

Springe ist Teil des Programms 2019: Ziel ist es, in Zukunft jährlich 3,6 Millionen Liter Humanplasma zu verarbeiten. Zum Vergleich: 2017 waren es noch 1,85 Millionen Liter Plasma pro Jahr. Die sogenannte Basisfraktionierung soll demnach verdoppelt werden.

Gleichzeitig sollen neue Produktionslinien geschaffen werden. Konkret sollen die Produkte Albunorm und Panzyga in Springe hergestellt werden. Sogar für Reserven für andere Standorte soll in Springe Kapazität geschaffen werden.

Neue Büros, Konferenzräume, Labore und technische Anlagen

„Das Multifunktionsgebäude wird neben zusätzlichen Büros, Konferenzräumen und Laboren vor allem zusätzliche technische Anlagen und Produktionsbereiche zur Erreichung dieses Zieles bis zum Jahre 2022 bieten“, so Dr. Gerold Rempeters vom Produktionsvorstand. „Springe als Standort spielt eine große Rolle im Konzern für Europa und darüber hinaus, wir haben hier Spuren hinterlassen“, betont Rempeters.

Jetzt haben die Geschäftsführung und Gründer Wolfgang Marguerre mit Mitarbeitern und Vertretern aus der Politik den Startschuss für den neuen Bau gegeben. Ebenfalls zu Gast: Regionspräsident Hauke Jagau, der sich beim Unternehmen für das Vertrauen in den Standort Springe bedankte. „Das war damals schon ein schwieriges Unterfangen, wie man sich hier erweitern kann, bis wir erstmals die Idee hatten, einen Tunnel unter der Landesstraße zu bauen. Wir haben vieles geregelt und vieles verlässlich gelöst“, erinnerte sich Jagau und sicherte Octapharma auch in Zukunft seine Unterstützung zu. Schließlich sei das Thema Gesundheit in der gesamten Region ein wichtiger Faktor. Trotz der infrastrukturellen Schwächen: „Wir spüren das starke Interesse an uns in Springe“, betont auch Leitner.

Hoher Wasserbedarf

Nach wie vor ist aber die Wasser- und Stromversorgung ein Problem. Octapharma verbraucht so viel Wasser wie die gesamte Stadt Springe. Ebenfalls in der Diskussion: Ein eigenes Umspannwerk, bestätigt Kreativdirektor und Projektleiter Sepp Huwald. Zwei Trafos sollen dafür schon im neuen Multifunktionsgebäude entstehen.

Und: Purena baue derzeit einen neuen Brunnen in Elze, die Leitung soll dann bis nach Springe zu Octapharma führen. „Es war nicht immer so einfach, wir haben viele Bedenken ausgeräumt, jetzt können wir das Projekt realisieren“, freut sich Huwald.

Das Architekturbüro Seelbach und Schäfer wurde mit der Planung des Projektes beauftragt. Bettina Seelbach und Stefan Frohnsdorf aus Dessau stellten die Entwürfe vor. Verbunden werden sollen die Gebäude ober- und unterirdisch, neben Büros und Besprechungsräumen soll der Produktionsbereich im Mittelpunkt stehen und räumlich im Kern des Gebäudes angesiedelt sein, umschlossen von den Büros.

Gute Zusammenarbeit mit dem DRK

Auch der Gründer von Octapharma, Wolfgang Marguerre, nutzte die gestrige Feierstunde, um sich beim DRK für die gute Zusammenarbeit zu bedanken. Seit 2008 produziert Octapharma in Springe. Das Unternehmen hatte die zuvor gepachtete Plasmaverarbeitungsgesellschaft vom DRK-Blutspendedienst übernommen. „Wir haben hier ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis aufgebaut.“ Beim ersten Spatenstich vor zehn Jahren war Marguerre ebenfalls zu Gast in Springe. „Ich hoffe, der nächste Spatenstich dauert nicht noch einmal zehn Jahre, dann würde ich nämlich noch leben.“

Zahlen, Daten, Fakten

Springe ist einer von sechs Produktionsstandorten. Insgesamt sind 7600 Mitarbeiter in 32 Ländern beschäftigt, die Produkte sind in 113 Ländern auf dem Markt. Octapharma ist der weltweit größte Hersteller von Arzneimitteln aus menschlichem Plasma und betreibt 95 eigene Plasmazentren, 13 in Deutschland und 82 in den USA. Der Umsatz lag 2017 bei 1,72 Milliarden Euro.

Von Saskia Helmbrecht