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Springe Ortsrat Springe darf endlich eine Musikbühne im Rathauspark errichten
Umland Springe Ortsrat Springe darf endlich eine Musikbühne im Rathauspark errichten
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19:44 28.02.2019
So soll es wieder sein: Die Coffee-House-Jazzband heizt den Besuchern im Rathauspark ein. Quelle: Lüdersen (Archiv)
Springe

15 Jahre ist es her, dass der Springer Ortsrat in Gedanken eine feste Bühne für den Rathauspark erschuf. Immer wieder änderten die Politiker ihre Pläne, um eine Lösung zu finden, wie das Bauvorhaben auf der denkmalgeschützten Anlage gelingen kann – und immer wieder gab es Bedenken der Stadtverwaltung. Vor einer Woche erklärte die Behörde das Projekt nun für endgültig gescheitert. Trotzdem ist Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich jetzt überzeugt: „Zum Jazzfrühschoppen im Juni steht alles.“

„Eine Bebauung der näheren Umgebung des Rathauses, also auch des Rathausparks ist nicht zulässig“, teilten Mitarbeiter der Verwaltung Ende vergangener Woche dem Ortsrat mit. Der hatte bei seiner Sitzung Anfang Februar nachgehakt, wie es um die Genehmigung für sein Bauvorhaben steht. Die Antwort aus dem Rathaus: „Insbesondere würde eine in den Erdboden eingreifende Überbauung dieser Flächen mit der Teilzerstörung der dort vorhandenen archäologischen Funde und Befunde einhergehen. Aus diesem Grund wären insbesondere die Erdarbeiten – einschließlich der zu verlegenden Stromleitung – denkmalrechtlich nicht genehmigungsfähig.“

Da platzte Friedrich die Hutschnur. Am Mittwoch dieser Woche folgte ein Gespräch mit den zuständigen Amtsleitern. Der Ortsbürgermeister stellte klar, dass für die Holzbühne lediglich vier Ständer zementiert werden müssten. Und wenn das nicht gehe, gebe es auch Pläne für ein Aluminiumgestell mit witterungsbeständigen Kunststofffüßen, führte er an. Auf das Grundgerüst werden Holzdielen geschraubt, die selbst ohne Anstrich 15 bis 20 Jahren den Außeneinsatz überstehen sollen.

In dem Gespräch sei dann glücklicherweise schnell ein gemeinsamer Nenner gefunden, sagt Friedrich. Und am Ende hatte er die mündliche Zusage in der Tasche. In der nächsten Woche will er mit den Stadtwerken klären, wie der Stromanschluss an die richtige Stelle gelegt werden kann. Und für den April möchte Friedrich einen Termin zusammen mit seinen Ortsratskollegen und ein paar geschickten Springern anberaumen, „die wissen, wie ein Hammer aussieht“, um das vier mal sechs Meter große Werk zu vollenden. Der Ortsbürgermeister hat keinen Zweifel, dass die Eröffnung pünktlich zum Jazzfrühschoppen im Juni gelingt – es ist übrigens die 15. Auflage.

Auch wenn der Ortsrat den Bühnenbau bezahlt, vom Ergebnis sollen alle Musikgruppen aus dem Stadtgebiet etwas haben. „Jeder darf sie kostenlos nutzen“, wiederholt Friedrich das Versprechen, das auch schon seine beiden Amtsvorgänger Jürgen Trotte und Carsten Marock gegeben hatten. Schließlich gehe es dem Ortsrat darum, etwas für den Bürger zu tun. „Wenn sich jemand an unseren Blumenkübeln erfreut, dann muss er ja auch nichts dafür zahlen“, formuliert es Friedrich.

Von Marita Scheffler