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Springe Regiobus: Das sagen Eldagsens Politiker
Umland Springe Regiobus: Das sagen Eldagsens Politiker
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16:26 06.09.2018
Regiobus will den Standort in Eldagsen schließen. Quelle: Moritz Frankenberg
Springe

„Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrte Frau Dr. Flachsbarth, sehr geehrter Herr Dr. Miersch, sehr geehrte Frau Liebelt, sehr geehrter Herr Regionspräsident, sehr geehrte Damen und Herren der Regionsversammlung,

sehr geehrte Damen und Herren des Aufsichtsrates,

die Thematik des heutigen offenen Briefes umfasst viele Dinge, bei denen ein Brief eigentlich nicht ausreicht, hier geht es um ein sehr prägnantes Themenfeld.

Wir schreiben Sie heute an, um Ihnen auf diesem Wege unsere Gedanken mitzuteilen. Es sind auch Gedanken und Empfindungen der Bevölkerung der gesamten Stadt Springe, zu der wir durch unsere ehrenamtliche Funktion als politische kommunale Mandatsträger den engsten Kontakt haben. Wir möchten Sie bitten, fordern Sie sogar auf, diese Gedanken und unsere Hinweise sehr ernst zu nehmen.

Die etablierten Parteien im Land in der Region und in den Kommunen erleben gerade, wie sich die Menschen zunehmend abwenden, sich Protestparteien zuwenden oder völlig Politik-Verdrossen reagieren. Wenn auch die Ursachen vielfältig sein mögen, wird jede weitere Frustration und empfundene Ungleichbehandlung diesen Trend verstärken.

Zuletzt hatte der Rat der Stadt Springe geschlossen eine Resolution zum gleichen und vergleichbaren Themen verabschiedet und deutlich auf die Lage bei uns im Süden der Region Hannover hingewiesen. Hieran möchten wir nun anknüpfen.

Nachdem sich die gesamte Bevölkerung der Stadt Springe, im Rahmen der Möglichkeiten, gegen die Schließung des KRH Standortes in Springe und die damit verbundene Verlagerung inklusive Neubau in Gehrden gestellt hat und man diese Infrastruktur noch immer bitterlich vermisst tut, sich leider nur sehr wenig. Die Versuche das Gebäude einer Nachnutzung zuzuführen geraten ins Stocken da scheinbar nur wenig konstruktiv versucht wird dieses Problem anzugehen, obwohl wir gern eine KITA Erweiterung unterbringen würden oder das gesamte Gelände einer neuen Planung zuführen möchten. Für diese Situation gibt es kein Verständnis innerhalb der Stadt Springe, scheinbar ist das Problem in der Metropolregion Hannover nicht eklatant genug.

Nun kommt der nächste Schock für die Bevölkerung – der nun bedingt nachvollziehbar ist. Die Geschäftsführung der regiobus hatte zuletzt schon fertige Pläne für den Depotstandort in Eldagsen verworfen und eine Schließung bzw. Verlagerung in die Diskussion gebracht, obwohl man kurzfristig hätte bauen können.

Nun wird überlegt, es werden Gutachten erstellt und vorgetragen die den vorhersehbaren Plan der Geschäftsführung bestätigen, die Verlagerung auch dieser Infrastruktur nach Gehrden. Erneut soll also eine wichtige Einrichtung der Region aus dem Stadtgebiet Springe (Randlage) in die Zentrumsnäher gelegene Stadt Gehrden erfolgen. Die Enttäuschung und der Frust bei der Bevölkerung, bei der örtlichen Politik und bei den betroffenen Mitarbeitern sind aus unserer Sicht enorm.

Nachdem auch die Netzplanung der regiobus ausgedünnt wurde und auch hier Linien in der Randlage eher gekürzt als ausgebaut werden, ist nun die weitere Verlagerung der nächste Schritt in die Zentralisierung der Region Hannover geplant. Städte und Gemeinden wie Springe dürfen gemäß dem RROP gerne die Windkraftflächen innerhalb Ihrer Stadtgrenzen und Zuständigkeiten beheimaten, sollen aber von der neuen Elektromobilität und dem dafür zu schaffenden Depotstandort eher ausgeschlossen werden? Sollen also die Randgemeinden nur noch Zulieferer für die Landeshauptstadt Hannover und die näheren Anrainer sein ohne selber den Ausbau von Infrastruktur in vergleichbarer Form zu erfahren, das kann aus unserer Sicht nicht die Zukunft der Region Hannover sein. Nach unserem Verständnis ist die Region zur Stärkung der gesamten Gemeinschaft entstanden und sollte auch nach diesem Ziel handeln und planen. Dies wird scheinbar nicht mehr getan, eine systematische Ausdünnung im Randbereich der Region, im Stadtgebiet der Stadt Springe ist für uns eine Vermutung wert, für viele Bürgerinnen und Bürger ist dies seit Jahren gefühlt – systematisch.

Sollte der Aufsichtsrat der Geschäftsführung folgen, wären die 193 Mitarbeiter in Eldagsen gezwungen nach Burgdorf, Neustadt, Mellendorf oder perspektivisch nach Gehrden auszuweichen oder würden im Zweifel Ihren Job wohl verlieren. Scheinbar ist der Geschäftsführung von regiobus nicht klar welche Wege und welcher zeitliche Aufwand hinter so einer Zumutung stecken – dabei sollte doch gerade dort das Wissen über die Linienführung und die Dauer der Fahrtzeiten bekannt sein. Hier handelt man aus unserer Sicht gegen die Mitarbeiter und gegen den Standort Eldagsen zum Wohle einer neuen Infrastrukturverlagerung nach Gehrden.

Kann es für die regiobus und für die Region Hannover als Teil des Landes Niedersachsen wirklich die Strategie sein, eine gezielte Verlagerung aus der Stadt Springe voranzutreiben, gegen jeden örtlichen Vorteil von fertigen Planungen und gegen die aktuellen Mitarbeiter? Beinhaltet diese Strategie wirklich das gezielte Verlagern aus dem Rand der Region in die Zentralität, dann wäre das doch eigentlich gegen die Grundsätze der Region. Warum wird auffällig oft aus Springe Infrastruktur wie das Krankenhaus und jetzt der regiobus Standort entfernt um nach Gehrden zu verlagern, das ist keinem der 30.000 Bürgerinnen und Bürgern in Springe zu vermitteln.

Der aktuelle Trend junger Familien ist doch eher eine Wanderung nach außen und ein Leben mit guter Pendlerverbindung in die Ballungszentren, das Ausdünnen der Linien für die kleineren Orte und die Randlagen führt zu Frustration, Enttäuschung und großen persönlichen Problemen. Wie kommen Kinder und Jugendliche noch zu den nächsten Bahnhöfen? Wie können die Eltern Ihre Kinder in die diversen Betreuungsformen bringen und wie können Kinder und Jugendliche sich ehrenamtlich engagieren – wenn man kaum weiß wie man aus den Ortsteilen in die Sporteinrichtungen kommen soll?

Der sich einbrennende Eindruck das Springe in solchen Fragen abgehängt wird ist allgegenwärtig, wir fordern daher ein Bekenntnis für die Regionsrandlagen und den Erhalt der Infrastruktur in Eldagsen sowie den Erhalt der Linienführungen durch das Stadtgebiet Springe. Wir möchten Sie bitten alles gegen diese Verlagerung zu tun und der Bevölkerung in Springe nicht eine weitere negative Erfahrung aufzubürden. Die Erwartung, dass die Entscheidung gegen Springe gefällt wird ist durch die Bank vorhanden, das kann nicht das Ziel innerhalb der Region sein, das kann nicht das Ziel der regiobus sein und das kann auch nicht im Interesse des Flächenlandes Niedersachsen sein, wenn die Zentralisierung vorangetrieben wird und kleinere Kommunen, mit einer gefühlt kleineren Lobby, gegen jedes örtliche Interesse abgehängt werden.

Wir bitten Sie, helfen Sie uns den Standort in Eldagsen zu erhalten, helfen Sie uns den Menschen in Springe diese negativen Eindrücke zu nehmen und bitte helfen Sie uns am Standort in Springe ein Zeichen gegen Zentralisierung zu setzen. Lassen Sie uns in Springe auch Teil der neuen Elektromobilität sein und nicht nur diejenigen sein, die sich mit den Windkraftanlagen im Sichtfeld abfinden müssen.

Für persönliche Gespräche mit den Fraktionen der Regionsversammlung wären wir dankbar und würden die Sichtweise und die Lage der Bevölkerung in Springe den Entscheidungsträgern gerne vermitteln.

Wir erwarten, dass auch Sie Ihren Beitrag dazu leisten, dass die Stimmung in den Kommunen nicht noch weiter in ein negatives Fahrwasser gerät. Denn jeder Mensch der sich abwendet ist einer zu viel.

Wir freuen uns von Ihnen zu hören und bitte um Ihre Zeit vor Ort in Springe oder auch in Hannover.

Mit freundlichen Grüßen

Bastian Reinhardt Wilfred Nikolay

Fraktionsvorsitzender SPD Springe / Fraktionsvorsitzender CDU Springe“

Von red

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