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Springe Region will neue Busfahrpläne trotz Kritik der Stadt nicht ändern
Umland Springe Region will neue Busfahrpläne trotz Kritik der Stadt nicht ändern
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19:39 14.03.2019
Über das Thema Buslinien spricht der Planungsausschuss in seiner nächsten Sitzung. Quelle: Saskia Helmbrecht
Springe

Die Region lehnt die Vorschläge aus Springe zur Überarbeitung des Busnetzes ab. Die im Auftrag der SPD und CDU geplante Linienführung des ehemaligen Regionsabgeordneten und Nahverkehrsfachmanns Detlev Herzig verursache Mehrkosten. Dabei hatte die Verwaltung bereits vor mehr als einem Jahr gefordert, die Region dürfe nicht nur nach wirtschaftlichen Erwägungen entscheiden.

Kritik an Gutachten der Regiobus

Die Verwaltung hatte in einer ausführlichen Stellungnahme Kritik am Gutachten der Regiobus geäußert, das empfiehlt, einzelne Linien komplett einzustellen und einige Fahrten zu reduzieren. Ziel von Herzigs Ausarbeitung war es wiederum, die geplanten Einsparungen der Regiobus zu akzeptieren, die gefahrenen Kilometer aber umzuverteilen, um so effizienter zu fahren. Die Region hat die Vorschläge nun von einem Gutachter bewerten lassen – mit dem Ergebnis, dass die Änderungen nicht nur teurer sind, sondern auch zu Lasten anderer, gut genutzter Linien, gehen würden. Heißt: Die Änderungen würden eher zu einer Verschlechterung des Angebots führen.

Argumente der Gutachter am Nahverkehrsplan nicht nachvollziehbar

Eine große Überraschung sei das nicht, sagt Herzig. „Allen kann man es nie recht machen, ich habe das abgebildet, was an Wünschen aus Springe kam“, sagt Herzig. Einige Argumente, die die Gutachter aber anbringen, könne Herzig nicht nachvollziehen. Konkret geht es etwa um die Linie 320. Der Änderungsvorschlag würde dazu führen, dass die Gestorfer einmal umsteigen müssten, um nach Springe zu kommen. Damit würde der Nahverkehrsplan nicht mehr eingehalten werden, sagen die Gutachter. Herzig hält dagegen: In Lüdersen gilt diese Prämisse nicht – Fahrgäste müssten jetzt auch schon umsteigen, um nach Springe zu kommen.

Verschlechterung auch für den Schülerverkehr?

Herzig räumt aber auch ein, dass ihm einige Zahlen, unter anderem des Schülerverkehrs, schlicht fehlten. Unklar ist etwa, ob es eine Vorschrift gibt, die beinhaltet, dass die Busse immer zu den Schulzentren fahren müssen. Schüler aus Hüpede, die in Springe das OHG besuchen, könnten zum Beispiel zunächst mit dem Bus zum Bahnhof nach Bennigsen gebracht werden und den Bus zur Schule in Springe nehmen. Laut Gutachter würden zudem nicht nur die Schüler aus dem Bereich Hüpede abgehängt, sondern auch aus der Gemeinde Wennigsen, die in Springe zur Schule gehen. Hier stellt Herzig infrage, wie und auf welchen Abschnitten Regiobus die Fahrgäste gezählt hat. „Es bleiben also einige Fragen offen. Ich halte es für falsch, wenn die Verwaltung das jetzt so hinnehmen wird.“

Busfahrpläne erneut beraten

Genau das schlägt die Verwaltung in ihrer Vorlage allerdings vor. „Weil es zu einer Verschlechterung führen würde“, sagt Bauchef Jörg Klostermann. Am Ende sei es aber die Entscheidung der Politik, ob sie an den Vorschlägen von Herzig festhalten will oder die Stellungnahme der Region akzeptiert. Verwaltungsintern hätte die Region die Ergebnisse bereits vorgestellt. Am Dienstag, 19. März, sind die Planer zu Gast in Springe – und zwar während der Sitzung des Planungsausschusses um 18 Uhr. Auch die Ortsräte wurden zu der Sitzung eingeladen. Hält die Stadt an ihrer Stellungnahme fest, wird der Antrag bei den Beratungen zu den Fahrplanmaßnahmen 2020 den politischen Gremien der Region zum Beschluss vorgelegt.

Von Saskia Helmbrecht