Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Springe Restmülltone ist auf dem Vormarsch
Umland Springe Restmülltone ist auf dem Vormarsch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:31 07.01.2019
Sack, Container oder Tonne? Die Restmüllentsorgung per Sack nutzen in Springe 6216 Haushalte, Tonne oder Container 7734. Quelle: FOTO
Springe

Bei den Gewerbekunden im Stadtgebiet hat die Tonne laut Aha-Sprecherin Helene Herich auch die Oberhand: Das Unternehmen verzeichnet 629 Betriebe, die Restmüllbehälter nutzen – und 356 mit Sackabfuhr.

Zum Aussterben verdammt

Gestartet war Aha am 1. Januar 2017 mit knapp über 4000 Tonnen-Haushalten. Die steigenden Zahlen in Springe sind allerdings nicht unbedingt ein Zeichen für die zunehmende Beliebtheit der Tonne: Denn der Restmüllsack, für dessen Erhalt sich viele Bürger und auch die Politik ausgesprochen hatten, ist quasi zum Aussterben verdammt. Behalten durfte ihn nur, wer sich vor Einführung der Tonne ausdrücklich dafür aussprach, ihn behalten zu wollen.

Wer seitdem nach Springe gezogen ist oder hier neu baut, „ist nunmehr verpflichtet, die Tonne zu nehmen, denn die Tonnenabfuhr ist die Regelabfuhr in der Region Hannover“, sagt Herich. Neubaugebiete werden grundsätzlich komplett an die Tonne angeschlossen.

Einen Weg zurück für ehemalige Abfallsacknutzer gibt es nicht. „Wer sich einmal für die Tonne entschieden hat, kann nicht mehr zu den Restabfallsäcken zurückwechseln“, so Herich. Wer in eine Mietwohnung zieht, deren Eigentümer die Sackabfuhr nutzt, kann dagegen dabei bleiben.

Tage des Sacks sind gezählt

Rechnerisch sind die Tage des bei vielen beliebten Restabfallsacks in jedem Fall gezählt – nur wann er verschwindet, das vermag man bei Aha nicht vorauszusagen. Herich verweist auf den Regionstrend, der auf den ersten Blick wesentlich deutlicher erscheint als der in Springe: Demnach gebe es im gesamten Aha-Gebiet 85 Prozent Tonnennutzer – und nur 15 Prozent Sacknutzer. Allerdings beinhaltet dieser Wert auch die Haushalte in der Landeshauptstadt – wo es nie einen Restmüllsack gab.

Politik ist an der Reihe

Ein endgültiges Aus für die Beutel will aber auch Herich nicht aus den Zahlen folgern: „Hier bedarf es einer politischen Entscheidung.“ Die Politik müsse sagen, „ob und wann man die Sackabfuhr einstellt und alle Kunden im Regionsgebiet auf das bundesweit vorherrschende Abfuhrsystem der Behälterabfuhr umstellt“, so Herich.

Dass das Unternehmen selbst liebend gern die Restmüllsäcke abschaffen würde, ist kein Geheimnis: Es verweist nicht nur auf die Gesundheit der Mitarbeiter, die die teils schweren Säcke heben müssen. Sondern auch auf die Kosten, die die beiden parallelen Systeme verursachen – unter anderem durch den Gutscheinversand, mit dem Aha die Verteilung der Säcke bislang regelte.

Von Christian Zett

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Unternehmen muss sparen, damit die Zahlen besser werden. Jetzt ist bekannt geworden, in welchem Bereich die einzusparenden Stellen gestrichen werden sollen.

10.01.2019

Vier Brände und sieben Hilfeleistungen hat die Feuerwehr Altenhagen I im Jahr 2018 zu verzeichnen – darunter auch zwei Vogelrettungen, wie Ortsbrandmeister Jörg Wolf berichtete

06.01.2019

Die Zahl der Waffenscheinbesitzer ist in Springe innerhalb von vier Jahren um 100 Prozent gestiegen. Waffenexperte Udo Helms: „Situation wird gefährlicher für alle“

06.01.2019