Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Springe Bis zu 30 Prozent Ernte-Einbußen bei Getreide
Umland Springe Bis zu 30 Prozent Ernte-Einbußen bei Getreide
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 01.08.2018
Lechzen nach Wasser: Die Zuckerrüben am Deister lassen vor dem Regenguss am Sonnabend die Blätter hängen. Quelle: FOTO
Springe

Das Getreide ist geerntet – und die Bilanz fällt mager aus: Laut Björn Estorf, stellvertretender Bezirksvorsitzender des Landvolks des Kreisverbands Hannover, müssen Landwirte beim Getreide an vereinzelten, besonders wasserarmen Standorten Einbußen von bis zu 30 Prozent wegstecken. Im Schnitt aber sei der Ertrag mindestens zehn bis 15 Prozent geringer als üblich.

Und auch die Rüben und der Mais hätten unter der Trockenheit enorm gelitten, so sehr, dass etwa die Rüben bereits die Blätter hängen ließen. Kein gutes Zeichen. Aber dann kam am Sonnabend doch noch Regen. „Das war wunderbar – aber wenn die Temperaturen so bleiben, dann hält die Feuchtigkeit nur drei bis vier Tage vor. Und dann ist wieder alles wie zuvor“, sagt Estorf.

Und da hat allein schon die Bearbeitung des Bodens spürbare Probleme gemacht: „Es ist so trocken, so etwas hat man selten erlebt“, sagt der Gestorfer: „Jede Bodenbearbeitung erzeugt nur Staub und Dreck“, weshalb etliche Landwirte gerade auf das Auflockern des Bodens nach der Ernte verzichten würden. Und auch eine Zwischenfrucht lasse sich derzeit nicht aussäen, weil schlicht das Wasser fehle. „Ich finde das schon bedenklich“, sagt der Landwirt.

Seine Hoffnung ist, dass die Rüben, die nach dem kräftigen Schauer am Sonnabend – in Gestorf waren zunächst 25 Millimeter und danach noch einmal sieben Millimeter gefallen – wieder aufrichten. Und, dass die Blätter dann auch oben bleiben.

Hält das trockene Wetter in den nächsten Tagen an, sieht er den Ernteertrag auch bei Rüben und Mais in Gefahr. „Die Trockenheit darf nicht lange dauern, sonst steht die Pflanze irgendwann gar nicht mehr auf“, sagt Estorf. Insofern könnte der Regen am Wochenende den Rübenpflanzen eine kleine Schonfrist verschafft haben.  Und beim Mais sieht Estorf jene im Vorteil, die früher gesät haben, „weil die Pflanzen die Feuchtigkeit besser ausnutzen konnten“. Auch beim Mais geht er davon aus, „dass er nicht die Erträge des Vorjahres“ haben wird. Bereits jetzt fürchtet der Gestorfer, dass nicht wenige Betriebe niedersachsenweit nach den Folgen der Trockenheit und dadurch verursachten starken Verlusten ihre Hoftore für immer schließen müssen. Dabei sieht er Springe nicht ganz so schlimm von der Trockenheit betriffen. „Es gibt Gegenden, die weit schlimmer betroffen sind, als wir.“

Von Ralf T. Mischer