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Springe Feuerwehr fehlen Wagen und Ausrüstung
Umland Springe Feuerwehr fehlen Wagen und Ausrüstung
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19:46 02.12.2018
Bei dem Hochwasser in Eldagsen 2017 wurde im Feuerwehrhaus eine Elo, also eine Einsatzleitung im Ort, eingerichtet. Quelle: Ralf T. Mischer (Archiv)
Springe

Was ist vorgeschrieben und zwingend nötig, und was sind bloß Wünsche? Immer wieder haben die Politiker in den vergangenen Monaten über den Bedarf der Feuerwehr diskutiert. Um welche Themen geht es dabei konkret? Ein Überblick.

Debatte über das Gefahrgutkonzept

Diskussionen gab es zuletzt über die Ausrüstung des sogenannten ABC-Zuges in Springe – also der Einheit zur Abwehr atomarer, biologischer und chemischer Stoffe. Ersteres könne die Feuerwehr nicht leisten, da die entsprechenden Nachweisgeräte fehlten, beklagt Stadtbrandmeister Herbert Tschöpe. „Als Beispiel: Es gibt einen Unfall auf der B217 von einem Postauto, der Fahrer ist eingeklemmt. Auf einem Paket befindet sich aber das radioaktive Kennzeichen, und das Paket wurde bei dem Aufprall beschädigt – dann müssten wir die Rettung abbrechen“, erklärt Tschöpe. Das Problem sei dabei, dass atomare Stoffe eben nicht als solche erkennbar seien, weil die entsprechenden Geräte in Springe fehlten. Daher müssten die Feuerwehrleute in einem solchen Fall auf die Kollegen aus Laatzen warten. „Die Ausrüstung ist kein Wunsch, sondern wir zeigen den Bedarf auf“, unterstreicht Tschöpe.

Fahrzeug für mobile Einsatzleitung im Ort fehlt

„Die Einsatzleitung im Ort, kurz ELO, ist auf einem sehr guten Weg, und wir wurden sehr gut unterstützt von Politik und Stadt. Auf das Projekt sind wir sehr stolz“, betont Tschöpe. Allerdings kämpfe die Feuerwehr noch um eine mobile Führungseinheit. Was fehlt, ist ein Einsatzleitwagen (ELW) für die Führung des Kommandos bei Einsätzen. „Wir haben die Hoffnung, dass das 2020 umgesetzt wird“, sagt der Stadtbrandmeister. Die Stadtführung halte daher weiterhin an ihrem Wunsch fest, dass ein ELW für sie angeschafft werde.

Kein hauptamtlicher Gerätewart

Mehrfach hat die Stadtfeuerwehr die Einstellung eines hauptamtlichen Gerätewarts gefordert. „Wir haben dazu eng mit der Feuerwehr Wedemark zusammengearbeitet“, sagt Tschöpe. Diese Wehr sei ähnlich groß und damit durchaus vergleichbar mit dem Springer Kommando. „Dort hat die Feuerwehr dieses Jahr einen Bedarfsplan bekomme, und dort wurde ein Gerätewart empfohlen“, betont Tschöpe. Derzeit fahren die Mitglieder der Feuerwehr in Springe die Autos in ihrer Freizeit zum TÜV oder müssten dafür sogar Urlaub nehmen. Verwaltung und Politik lehnen die Stelle allerdings ab. Als Übergangslösung bekommen die Ehrenamtlichen Unterstützung von einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Ein Gerätewart, argumentiert Tschöpe, könne sich gleichzeitig um die vorgeschriebene Reinigung der Schutzausrüstung kümmern. Derzeit werde die Kleidung mühsam gesammelt, in Kartons verpackt und nach Hardegsen zu einer Spezialreinigung geschickt. Um die langen Transportwege und den Aufwand zu minimieren, will Tschöpe eine Industriemaschine für Springe kaufen. „Uns ist klar, dass das Geld nicht vom Himmel fällt“, räumt er ein.

2021 wird Drehleiter 30 Jahre alt

„Die Drehleiter muss dringend erneuert werden“, kündigt der Stadtbrandmeister an. 2021 werde das Gerät bereits 30 Jahre alt. Ersatzteile gebe es dafür nicht mehr. 710 000 Euro sind im Haushalt für den Austausch veranschlagt. „Wir wollen etwas Sinnvolles, zum Beispiel eine Beleuchtung am Korb. Ich glaube aber nicht, dass dieser Preis in den kommenden Jahren zu halten ist, es wird sicher nicht billiger.“

Bedarfsplan wird im Januar vorgestellt

„Darauf freuen wir uns, denn dann haben wir Klarheit“, meint Tschöpe. Er hofft, dass der Rat das Konzept nicht nur zur Kenntnis nimmt, sondern auch beschließen wird.

Einführung des Digitalfunks geplant

Die Feuerwehr rüstet derzeit auf Digitalfunk um. „Allerdings schreibt der Gesetzgeber vor, dass diese Geräte abhörsicher sein müssen. In Spinge sind sie das aber nicht“, weiß Tschöpe. „Die Geräte und die notwendigen Schulungen kosten Geld – aber das haben wir uns nicht ausgedacht.“

Von Saskia Helmbrecht