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Springe Stadt entdeckt unbekannte Rohre
Umland Springe Stadt entdeckt unbekannte Rohre
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01:33 02.06.2018
Immer wieder gibt es bei den Arbeiten Überraschungen. Quelle: FOTO
Springe

Nicht erst seit gestern arbeitet Dieter Erdmann in Springe: „Die Pläne haben noch nie zu 100 Prozent gepasst“, weiß der Leiter des Eigenbetriebs Stadtentwässerung mittlerweile aus eigener Erfahrung. Auch im Rahmen der Fernwärme-Arbeiten sind die Beteiligten jetzt auf Überraschendes gestoßen.

Als die Arbeiter in der Fünfhausenstraße, Ecke Rosenstraße die Straße geöffnet haben, entdeckten sie zahlreiche Leitungen und Rohre, die so nicht verzeichnet waren. „In drei Metern Tiefe wird eigentlich keine Telefonleitung verlegt“, wunderte sich Erdmann. Schließlich befänden sich dort eigentlich die Abwasserrohre. Gleichzeitig fanden die Stadtwerke große Kabelpakete der Telekom. Doch damit nicht genug: Die Beteiligten fanden sogar eine Gasleitung, die bestimmt schon 60 Jahre außer Betrieb ist, sowie mehrere alte Wasserleitungen, berichtet Erdmann. Und dann gab es da auch noch Leitungen, die niemandem mehr zugeordnet werden können. „Es wusste keiner mehr, wem die gehören.“ Der Untergrund sei also erstaunlich voll und mit Rohren versehen, die in Höhen liegen, mit denen Erdmann nicht gerechnet habe. „Die braucht schon seit Jahrzehnten keiner mehr, daher räumen wir da jetzt mal auf.“

Das Problem sei allerdings, dass man den Leitungen nicht ansehe, ob sie wirklich nicht mehr gebraucht werden. „Auch eine alte Gasleitung kann man nicht einfach so abreißen, da gelten spezielle Vorgaben zum Explosionsschutz, damit keine Gefahr für die Öffentlichkeit besteht.“

Würden falsche Leitungen durchtrennt, könnte es etwa passieren, dass ganz Springe nicht mehr telefonieren könnte. Früher befand sich an der Stelle nämlich der Telefonknotenpunkt. „Da müssen wir genau aufpassen.“ Die Stadt hat gemeinsam mit den Stadtwerken umgeplant, improvisiert und neue Sonderbauteile bestellt. Gemeinsam haben sie eine einvernehmliche Lösung gefunden und sich abgestimmt. Das System solle zum Beispiel nicht einfach umgelegt werden, damit die Leitungen den Stadtwerken nicht wieder im Wege stünden.

„Insgesamt läuft alles gut, auf die Probleme hätten wir natürlich gut verzichten können.“ Mittlerweile habe er sich aber an Überraschungen auf der Baustelle gewöhnt. Ziel aller Beteiligten sei es, Verzögerungen zu vermeiden oder zumindest möglichst gering halten.

Von Saskia Helmbrecht