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Springe Stadtkantor-Projekt beendet: Gemeinden wollen wieder eigene Organisten
Umland Springe Stadtkantor-Projekt beendet: Gemeinden wollen wieder eigene Organisten
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18:30 27.02.2019
Johannes Schnabel (Mitte) während seines Einführungsgottesdienstes mit Klaus Fröhlich und Bettina Bartke 2017. Jetzt kehrt er zurück – aber nicht mehr als Stadtkantor, sondern mit einer halben Stelle in St. Andreas. Quelle: Foto
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Ein gemeinsamer Organist für St. Andreas und St. Petrus – vier Jahre nach der Einführung des Stadtkantors ist das Projekt gescheitert. Die beiden evangelischen Kirchengemeinden aus der Kernstadt gehen musikalisch wieder getrennte Wege.

„Wir haben die personellen Ressourcen großzügiger eingeschätzt, als sie letztlich waren“, fasst der St.-Andreas-Pastor Klaus Fröhlich zusammen. Vor allem der Sonntag habe dem Stadtkantor ein hohes Maß an Anstrengung abverlangt, wenn er beide Gottesdienste unter einen Hut bringen musste. Auch im Hintergrund gab es Reibungsverluste. „Wir mussten ja immer wieder das Wer, Wie, Wann, Was und Wo absprechen“, sagt Fröhlich.

Die Idee des Stadtkantor-Postens wurde in der St.-Andreas-Gemeinde geboren, aber sofort von der St.-Petrus-Pastorin Bettina Bartke befürwortet. Als der langjährige Kreiskantor Cornelius Schneider-Pungs im Februar 2015 in den Ruhestand ging, musste für St. Andreas eine Nachfolgelösung her. Da sich beide Gemeinden zusammenstellten, bewilligte der Kirchenkreis eine halbe Musikerstelle für die Kernstadt.

Erster Amtsinhaber war Boris Schmittmann, der Ende 2016 von Johannes Schnabel abgelöst wurde. Als sich Schnabel dann für ein Jahr beurlauben ließ, um sich auf den Abschluss seines Studiums konzentrieren zu können, „haben wir Bilanz gezogen und festgestellt, dass wir eine neue Lösung brauchen“, sagt Fröhlich.

Kraus und Schnabel kommen

Die St.-Petrus-Gemeinde hat mit Olga Kraus nun eine neue Organistin gefunden, die allerdings nicht am 3. März, sondern erst am 2. Juni in ihr Amt eingeführt werden soll, sagt Bartke.

Die große Orgel in St. Andreas bespielten in der Übergangszeit hauptsächlich Kirchenvorsteherin Karin Müller-Rothe und Birgit Lukow – ausdrücklich aber nur als Zwischenlösung. Jetzt kehrt Johannes Schnabel in die Gemeinde zurück – als frischgebackener Kirchenmusiker mit A-Examen. Er soll am 10. März feierlich im Gottesdienst begrüßt werden. Der alte neue Kantor hat weiterhin eine halbe Stelle, ist künftig aber nicht nur für Aufgaben in St. Andreas verantwortlich, sondern auch im Kirchenkreis.

Gottesdienste: Es bleibt bei 9.30 und 11 Uhr

Eine frühe Predigt,einespäte: Der Abschied vom 10-Uhr-Gottesdienst war vor vier Jahren eine der Folgen davon, dass der neue Stadtkantor kam. Damit der Musiker sonntags sowohl in St. Petrus als auch in St. Andreas spielen konnte, verlegte die Petrusgemeinde ihren Gottesdienstbeginn auf 9.30 Uhr, St. Andreas auf 11 Uhr. Bei den Zeiten soll es künftig bleiben, weil es sich bewährt habe, zwischen verschiedenen Zeiten wählen zu können, man aber auch beide Gottesdienste theoretisch besuchen könnte, sagt Bettina Bartke.

Von Saskia Helmbrecht und Marita Scheffler