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Springe OHG: Streit über Prüfung oder Konzept
Umland Springe OHG: Streit über Prüfung oder Konzept
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19:16 30.11.2018
Wie soll es mit den Gebäuden des OHG weitergehen? Die Politik will, dass die Substanz geprüft wird. Quelle: Ralf T. Mischer
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Dass es mit den Gebäuden des Otto-Hahn-Gymnasiums nicht zum Allerbesten steht, ist allen klar. Wie die Gebäudesubstanz aber tatsächlich ist – und ob das Bauwerk renoviert werden kann, wollte die Politik nun prüfen lassen. 100 000 Euro wollte sie der Verwaltung dafür zur Verfügung stellen – aber die Verwaltung sieht keinen Bedarf für eine solche Prüfung.

Heinrich Freimann (CDU) hatte im Finanzausschuss argumentiert, dass nicht klar sei, wie es um die Bausubstanz der Decken, Wände und Mauern im Schulgebäude bestellt sei. Und bevor über möglichen Neubau oder eine Renovierung entschieden werde, müsse eben dies untersucht werden. Dafür wollte der Christdemokrat 100 000 Euro bereitstellen. Sein Parteikollege Jörg Niemetz pflichtete Freimann bei: „Wer denkt, dass sein Haus kaputt ist, baut sich doch nicht für Millionen Euro ein neues Dach drauf.“ Deshalb solle – eben – geprüft werden. Den Prüfauftrag in Verbindung mit dem Haushaltsposten in Höhe von 100 000 Euro hatte die CDU gemeinsam mit der SPD als Antrag gestellt. Und auch Matthias Lenz (FDP) stimmte dem zu: „Bevor wir uns über das pädagogische Konzept Gedanken machen, müssen wir wissen, wie die Bausubstanz des Gebäudes aussieht.“ Denn nur so ließe sich in Erfahrung bringen, ob die bisherigen Räume für das vorgesehene pädagogische Konzept nutzbar seien.

Zuerst braucht es ein pädagogisches Konzept

Aber die Verwaltung hält davon nichts. Bauchef Jörg Klostermann stellte klar, dass er das Pferd gewissermaßen von hinten aufzäumen möchte: Zuerst brauche es ein pädagogisches Konzept – und erst dann seien die Anforderungen klar, die an das Gebäude zu stellen seien.

Das Konzept heißt „OHG 2030“ und wurde bereits vor gut einem Jahr vorgestellt. Nun sollen Eltern, Lehrer und Schüler gemeinsam mit den gemeinnützigen Montag-Stiftungen aus Bonn eine sogenannte „Phase Null“ starten. Während dieser Phase erst entscheide sich, wohin die Schule will – und somit auch, welche Räume sie dafür braucht. Den Zustand der Gebäude bereits jetzt im großen Stil prüfen zu lassen, mache daher also keinen Sinn.

Überdies stellte Klostermann heraus, dass von einem maroden Gebäude keinesfalls die Rede sein könne. „Wir hatten mal einen Wasserrohrbruch und wir haben ein kaputtes Dach – aber wenn bei Ihnen zu Hause das Dach kaputt ist, reißen Sie ja auch nicht das ganze Gebäude ab.“ Eine Schrottimmobilie sei das OHG keinesfalls. „Ich gehe davon aus, dass es noch viele Jahre genutzt wird“, begründete er, weshalb es „auf Vordermann“ gebracht werden müsse. Der Bau leide akut unter Investitionsstau, der nun behoben werden müsse.

Verpflichtungsermächtigung von 50 000 Euro wird eingestellt

„Wir wollen der Verwaltung 100 000 Euro zur Verfügung stellen, die Verwaltung will sie nicht“, nahm Freimann die Argumente des Bauchefs zur Kenntnis. Lenz bekräftigte nach der Erklärung seine Auffassung: „Eine Untersuchung der Bausubstanz macht Sinn, um zu sehen, wo wir eigentlich sind.“ Fachbereichsleiterin Hanna Kahle, die für die Schulen zuständig ist, sagte, dass erst ein Konzept für die Umsetzung erstellt werden müsse, damit man wisse, welche Gebäude künftig überhaupt gebraucht werden.

Die Politik beschloss schließlich auf Vorschlag von Elke Thielmann-Dittert (Grüne), dass im Haushalt eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 50 000 Euro eingestellt wird. Sie erlaubt es der Verwaltung, eine Prüfung fürs Jahr 2020 zu finanzieren. Falls die dann beschlossen wird, wäre schon mal Geld da.

Von Ralf T. Mischer