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Springe Waldbrandgefahr steigt immer weiter
Umland Springe Waldbrandgefahr steigt immer weiter
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18:33 08.07.2018
Das Gras am Straßenrand, hier auf einem Feldweg an der Jägerallee, ist trocken und könnte beim kleinsten Funken anfangen zu brennen. Quelle: FOTO
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Springe

Es ist trocken, es ist verdammt heiß, und es ist brandgefährlich: Überall rund um den Deister wächst mit jedem Tag ohne Regen die Gefahr, dass ein Feuer ausbricht. Die Waldbrandgefahr ist rund um Springe längst auf die Stufe drei geklettert, vor wenigen Tagen war sie sogar auf vier – von fünf. Was bedeutet das für den Wald und für die Natur, wie sollten Bürger ihr Verhalten ändern? Wir haben darüber mit Experten gesprochen.

Ein klassisches Waldbrandgebiet ist er eigentlich nicht, der Deister: Doch seit einigen Tagen sind die zuständigen Landesforsten und der Stadtförster Bernd Gallas in Alarmbereitschaft. Der Deutsche Wetterdienst hat für den Deister die Alarmstufe drei ausgelöst – die Tendenz ist steigend. Der helfende Regen ist nicht in Sicht. Und der unbekanntere Grasland-Feuerindex, der die Gefahr dafür bewertet, ob Wiesen und Felder brennen zu drohen, ist in Springe sogar auf Stufe vier – die Gefahr ist riesig.

Es herrsche aktuell überall akute Brandgefahr, nicht nur im Wald, sondern „auch auf Wiesen und Feldern“, sagt denn auch Daniel Sundmacher, Sprecher der Stadtfeuerwehr Springe. Er bittet die Springer deshalb, darum, nicht achtlos Zigaretten wegzuwerfen oder im Garten Unkraut abzuflämmen. „Das ist gerade keine gute Idee.“ Aber auch weggeworfene Glasflaschen, die zerspringen, können zur Gefahr werden. „Scherben könnten durch den Lupeneffekt zum Brennglas“ werden und ein Feuer entfachen.

Stadtförster Bernd Gallas betont, dass sich mit der Hitze „ein Jahr der Extreme“ fortsetze: Im Winter gab es extrem viel Niederschlag, nun extreme Trockenheit. Den Bäumen gefällt das gar nicht: An ungünstigen Standorten lasse sich bereits beobachten, dass Bäume absterben. Gallas appelliert wegen der Brandgefahr an Waldbesucher, komplett aufs Rauchen zu verzichten, „auch Grillen im Wald ist tabu“. Das Wild habe noch genug Wasserquellen im Wald, für die Tiere sei das Wetter daher noch kein Problem.

Claudia Wolff, Pressesprecherin des Forstamtes Saupark, weist darauf hin, dass allein schon durch das Parken eines Autos auf trockenem Gras ein Brand entstehen kann. Also auch da gilt es, Vorsicht walten zu lassen. Im Forstamt sorgt man sich aber nicht nur wegen der akuten Waldbrandgefahr. „Durch die Trockenheit sind die Fichten sehr anfällig für den Borkenkäfer“, weiß Wolff. Weil die Rinde trockener ist, können die Käfer sich leichter in das Innere der Fichten bohren. Und weil es aktuell, wie die Expertin sagt, „überdurchschnittlich wenig Wasser gibt“, fürchten die Forstleute, dass den Landesforsten eine Borkenkäferplage ins Haus stehen könnte.

Helmut Schorsch, Baumexperte der Stadtverwaltung, weiß, dass auch Straßenbäume mit akutem Wassermangel zu kämpfen haben. Er bittet Anlieger darum, den Pflanzen mit einem Eimer Wasser aus der ärgsten Not zu helfen. „Die Trockenschäden sehen Sie erst im kommenden Jahr“, erläutert er.

Von Ralf T. Mischer

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