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Springe Im Museum ist schon Weihnachten
Umland Springe Im Museum ist schon Weihnachten
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19:44 03.12.2018
Wer als Erstes die Weihnachtsgurke im Baum findet, darf die Geschenke auspacken.       Quelle: FOTO: Reinhold Krause
Springe

So manche Weihnachtsdeko lag bisher verpackt, verschollen und verstaubt auf irgendwelchen Dachböden – nun erstrahlt sie im Museum im neuen Glanz. Museumschefin Heidi Dopheide und ihre Stellvertreterin Susanne Deutscher gelingt es, anhand der zahlreichen Ausstellungsstücke ein Abbild deutscher Weihnacht von gestern bis zur Moderne zu präsentieren.

Tannenduft am gedeckten Tisch

Davon konnten sich die gut 50 Besucher bei der Eröffnung der Weihnachtsausstellung jetzt selbst ein Bild machen. Bei Plätzchen, Christstollen und heißem Apfelpunsch flanierten die Gäste an den zahlreichen Vitrinen sowie einem offenen, gedeckten Tisch vorbei. Während ein kleiner, mit Kerzen, Kugeln und Strohsternen geschmückter Weihnachtswald Tannenduft verströmt, ziert eine moderne Deko-Variante aus behängten kahlen Ästen die Wand vor dem gedeckten Tisch.

Dopheide sprach in ihrer Begrüßung über die Weihnachtsbräuche Norddeutschlands und des südlichen Teils der Republik. Während sich die einen an Heiligabend mit Kartoffelsalat und Würstchen begnügen, servieren andere ihren geliebten Weihnachtskarpfen.

Doch kaum jemandem sei bekannt, dass man in früheren Jahren auch einen Weihnachtsbaum aus Gänsefedern in die gute Stube stellte. Die wurden grün gefärbt und kunstvoll zu einem Baum zusammengesteckt.

So manches Exponat sorgte für einen Aha-Effekt, etwa die Schränke und die Kochstelle aus der Puppenstube, Räuchermännchen aus Crottendorf im Erzgebirge sowie Christbaumkugeln aus ehemaliger DDR-Produktion, die nur die Form von Kugeln darstellten. Glaskugeln aus Thüringer Manufakturen und dem Erzgebirge wurden zu DDR-Zeiten größtenteils zwecks Devisen ins westliche Ausland exportiert. Kurios und vielen unbekannt ist die alte Geschichte der Weihnachtsgurke: Wer die Gurke im Weihnachtsbaum entdeckt hatte, durfte als Erster seine Geschenke auspacken.

Spezielles Weihnachtsgeschirr

An den Wänden ergänzen alte Schwarz-Weiß-Bilder von familiärer Weihnacht, ob in ärmlichen Verhältnissen oder gut situiert, die gut bestückte Ausstellung. Einen hohen Stellenwert hatte früher spezielles Geschirr, das nur aufgrund der weihnachtlichen Beschriftung und Ornamente zu den Feiertagen auf den Tisch kam. Goldumrandete Tassen mit dem Aufdruck Weihnachten 1914 sind ebenso zu bestaunen wie Porzellanglöckchen und Schalen.

Vieles, was dem Museumsteam für die Ausstellung angeboten wurde, konnten die Mitarbeiter gar nicht mehr unterbringen, „sonst wäre alles zu überladen gewesen und man hätte die Übersicht verloren“, so Deutscher. Den musikalischen Part der Eröffnung gestalteten die Schüler der Musikschule.

Von Reinhold Krause