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Großrazzia bei Cannabis-Züchtern

42 Durchsuchungen in Hannover Großrazzia bei Cannabis-Züchtern

Polizei und Staatsanwaltschaft sind mit einer Großrazzia gegen die Betreiber von illegalen Marihuanaplantagen vorgegangen. Der Schwerpunkt der Durchsuchungen lag mit 42 von insgesamt 66 Objekten im Raum Hannover.

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Die Polizei hat am Dienstag zahlreiche Indoorplantagen für Cannabis ausgehoben.

Quelle: Polizeidirektion Hannover

Hannover. Bislang richten sich die Ermittlungen gegen insgesamt 45 Verdächtige. Drei Männer im Alter von 31, 35 und 48 Jahren sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft „haben alle drei einen Bezug zum Raum Hannover.“

Auch die Ermittlungen, die letztlich zu der Razzia führten, haben ihren Ursprung in der Landeshauptstadt. Ende 2013 hatten die Fahnder den 37-jährigen Mann ins Visier genommen. Er betreibt einen sogenannten Growshop in der Südstadt und einen Großhandel für Treibhaustechnik in Laatzen. Den beiden Geschäften attestieren die Strafverfolger eine „bundesweit herausragende Stellung“. Die Behörden werfen ihm und seinen Mitarbeitern „Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen“ vor. Sie sollen Belüftungs- und Lichtanlagen, sowie Düngemittel und anderes Equipment zur Aufzucht von Pflanzen verkauft und die Kunden beim Anbau von Marihuana beraten haben.

Die Tipps aus Hannover trugen offenbar bundesweit Früchte. 15 Indoorplantagen stellten die Polizisten bei der Razzia am Dienstag in insgesamt sechs Bundesländern sicher. Die größte mit insgesamt 987 Pflanzen wurde in Bad Münder entdeckt. Außerdem beschlagnahmten die Fahnder neun Kilogramm Cannabis. Die Auswertung der Durchsuchungsaktionen wird erst in den kommenden Tagen abgeschlossen. „Wir warten derzeit noch auf Rückmeldungen aus drei Bundesländern“, sagt Staatsanwalt Oliver Eisenhauer. Es ist gut möglich, dass die Menge der sichergestellten Rauschmittel noch ansteigt.

Die Polizei hat einen bundesweiten Schlag gegen Cannabis-Züchter durchgeführt: In sechs Bundesländern wurden Dutzende Objekte durchsucht. Der Schwerpunkt der Ermittlungen liegt in der Region Hannover.

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In dem betroffenen Geschäft in der Südstadt können die Mitarbeiter über die Anschuldigungen der Behörden nur den Kopf schütteln. „Wir verkaufen hier nichts Illegales“, sagt einer von ihnen. Am Dienstagmorgen, unmittelbar nach der Öffnung des Ladens seien drei Beamte in das Geschäft an der Hildesheimer Straße gekommen. Sie hätten sich nur kurz in den Räumen umgeschaut und dann die drei Mitarbeiter ohne Umschweife gebeten, mit auf die Wache zu kommen. „Dort wurde uns unterstellt, wir würden den Leuten Tipps geben, wie sie am besten Marihuana anbauen“, sagt einer der Angestellten. „Das ist aber vollkommener Quatsch. Wir wissen ganz genau, dass wir das nicht dürfen und haben auch die klare Anweisung der Geschäftsführung das nicht zu tun.“

Natürlich berate man die Kunden, aber nur technisch. „Das heißt, wir sagen den Leuten, wie die Wärmelampen funktionieren oder wie viel Erde man für bestimmte Töpfe braucht“, sagt er. In dem Moment, in dem ein Kunde sich explizit nach Tipps für den Cannabis-Anbau erkundige, breche man das Gespräch ab.

Andere Geschäftsleute in Hannover, die ein ähnliches Sortiment wie der Laden in der Südstadt anbietet, sichern sich noch deutlicher ab. Sie lassen ihre Kunden ein vorgefertigtes Formular unterzeichnen. Der Käufer bestätigt mit seiner Unterschrift, dass er ausschließlich über die erworbenen Geräte informiert worden ist. „Die hier verkauften Produkte sind ausschließlich zur Kultivierung von legalen Pflanzen gedacht, sprich Tomaten, Salat, Chilis und vieles weitere“, heißt beispielsweise ein Passus des Formulars. „Die Geräte, die wir im Angebot haben, gibt es auch in jedem Baumarkt. Warum machen die Behörden denn dort keine Razzia“, sagt einer der Ladenbetreiber, der namentlich nicht genannt werden möchte.

Von Tobias Morchner und Jörn Kießler

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