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Umland Jagau soll es richten
Umland Jagau soll es richten
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00:15 28.01.2014
Von Bernd Haase
Am Sonnabendmittag wurde Hauke Jagau zum Regionspräsidentschaftskandidaten der SPD gewählt. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Amtsinhaber Hauke Jagau ist jetzt offiziell Kandidat der SPD für das Amt des Regionspräsidenten. Bei seiner Nominierung durch eine parteiinterne Delegiertenkonferenz am Sonnabend im Schulzentrum in Wedemark-Mellendorf erhielt der 52-jährige Politiker 94 Prozent der abgegebenen Stimmen. 157 SPD-Mitglieder stimmten in geheimer Abstimmung für ihn, neun gegen ihn. dazu kam eine Enthaltung. Bei seiner ersten Nominierung vor acht Jahren hatte Jagau mit 97 Prozent ein etwas besseres Ergebnis erzielt. Er zeigte sich trotzdem hochzufrieden: „Man kann sich als Regionspräsident nicht nur Freunde machen“, sagte er. Angesichts dessen bedeuteten die 94 Prozent einen starken Rückhalt seitens seiner Genossen.

In seiner gut einstündigen Rede vor versammelter regionaler Parteiprominenz – es fehlte eigentlich nur Ministerpräsident Stephan Weil – verzichtete Jagau weitgehend auf wahlkämpferische Töne. Er ging nicht auf andere Parteien ein; den Namen seines Rivalen von der CDU, Axel Brockmann, erwähnte er nicht. Die Christdemokraten wollen Hannovers früheren Polizeipräsidenten am kommenden Wochenende offiziell küren. Auch das Wort Dschungelcamp kam in Jagaus Rede nicht vor. Mit öffentlich geäußerter Kritik und der Forderung nach einem Verbot der umstrittenen Fernsehsendung hatte der Sozialdemokrat zuletzt bundesweit Schlagzeilen gemacht.

Stattdessen verwies Jagau in seinem mit den Worten „Region voran“ überschriebenen Vortrag auf die politischen Linien der vergangenen Jahre und kündigte an, Kurs halten zu wollen. Er wandte sich gegen die Privatisierung öffentlicher Betriebe, lobte angesichts des Abbaus sogenannter kurzfristiger Kassenkredite die eigene Haushaltspolitik und bezog auch zu der umstrittenen Müllgebührenreform Stellung: „Wir haben ein Gerichtsurteil umsetzen müssen, das komplizierte Vorgaben macht.“ Alle, die jetzt Kritik äußerten, sollten sagen, wie es besser zu machen sei.

Zum in finanzielle Nöte geratenen Klinikum, dem die Region mit 75 Millionen Euro unter die Arme greifen wird, sagte Jagau, dass die Schuld nicht in individuellem Missmanagement zu suchen sei. Der Krankenhausverbund befinde sich in einer äußerst schwierigen Lage, die notwendige Konsolidierung werde nicht ohne Personalreduzierungen gelingen. „Es gibt aber eine Perspektive. Wir haben eine Wirtschaftsplanung vorgelegt, die einen plausiblen Weg zur Gesundung aufzeigt“, erklärte er.

Zwischenzeitlich war gemunkelt worden, Jagau könne Ambitionen in Richtung Landespolitik hegen. Der Regionspräsident hatte dies stets bestritten und erklärte in Mellendorf, warum er eine weitere Amtszeit anstrebe: „Es ist ein Amt, das wegen der inhaltlichen Vielfalt Spaß macht.“ Er sei stolz auf das bisher Erreichte und sei bereit, die Stärken der Region weiter zu entwickeln. Ob er das in führender Position darf, entscheidet sich am 25. Mai, dem Tag der Wahlen zum europäischen Parlament. In der Region Hannover entscheiden die Einwohner parallel darüber, wer künftig ihr oberster Repräsentant ist und gleichzeitig die Verwaltung führt.

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