Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Umland Die Angst vor dem Assewasser
Umland Die Angst vor dem Assewasser
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 05.11.2017
Auch die Kleinsten engagieren sich schon in der Bürgerinitiative „Assewasser – Nein Danke“.
Anzeige
Sehnde

In Sehnde herrscht Aufregung: In ein stillgelegtes Kalibergwerk, wenige Kilometer östlich von Hannover, soll Salzlauge aus dem bekannten Forschungsbergwerk Asse II eingeleitet werden. Die Betreibergesellschaft hat kürzlich einen entsprechenden Antrag beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) eingereicht.

Schon im Vorfeld hatte das Vorhaben für Unruhe in der Bevölkerung gesorgt. In Sehnde hat sich bereits die Bürgerinitiative (BI) „Assewasser - Nein Danke“ gegründet. Sie lehnt den Plan ab und fordert größtmögliche Transparenz bei dem Vorhaben. Doch die Informationen zu dem Projekt fließen offenbar nur langsam. Mit einer Mahnwache hat die BI vor der jüngsten Sitzung des Stadtrats auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. In der Einwohnerfragestunde konnte sie dann hören, dass der Rat nahezu geschlossen gegen die geplante Einleitung von Assewasser in Sehnde ist.

Ob das Salzwasser tatsächlich in das stillgelegte Bergwerk Friedrichshall eingeleitet wird, ist noch nicht entschieden. Bei einem Treffen mit Vertretern der Bürgerinitiative hatte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) lediglich erklärt, dass das Wasser aus dem Atomendlager Asse herausmüsse - worüber sich alle Beteiligten einig sind. Warum das Wasser ausgerechnet nach Sehnde soll, hat Wenzel nach Darstellung der Initiative allerdings nicht beantwortet. Der Minister berief sich darauf, dass nicht er, sondern das Wirtschaftsministerium sowie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie zuständig seien. Dabei werde nach Bergrecht entschieden, in das er nicht eingreifen könne.

Bei dem Gespräch war auch der Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie, Andreas Sikorski, anwesend. Er betonte, dass Sehnde nur eine Option von mehreren für das Assewasser sei. Die ebenfalls anwesende Sehnder SPD-Landtagsabgeordnete Silke Lesemann, die das Gespräch mit einer Anfrage im Landtag initiiert hatte, kündigte daraufhin an, dass sie beim Landesamt einen Antrag auf Einsicht in die Verträge stellen wolle.

Inzwischen hat die BI nach eigenen Angaben bereits 2000 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. „Wir haben einen großen Zulauf“, freut sich Mitstreiter Jens Reimann. Viele Sehnder Geschäftsleute hätten Unterschriftenlisten angefordert und sogar Plakate für ihre Schaufenster selbst abgeholt. Unter 60 gesammelten Unterschriften seien nur vier negative Reaktionen gewesen, ergänzt Andreas Hornburg von der BI.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat am vergangenen Donnerstag mit einem Infomobil versucht, die Sehnder von der Unbedenklichkeit des Assewassers zu überzeugen. Die Experten der BGE betonen stets, dass das Wasser, das möglicherweise in die alte Sehnder Schachtanlage eingeleitet wird, rund 100 Meter oberhalb jener Kammern der Asse aufgefangen werde, in denen die Atommüllfässer lagern. Die Salzlösung sei „völlig unbedenklich“, heißt es. Die Belastungswerte mit Tritium lägen sogar deutlich unter den Grenzwerten für Trinkwasser.

Doch lediglich rund 20 Sehnder hatten bis Mittag das Infomobil auf dem Marktplatz besucht. Bei der parallel dazu veranstalteten Mahnwache der BI „Assewasser - Nein Danke“ dagegen haben im gleichen Zeitraum mehr als 100 Bürger die Unterschriftenlisten unterzeichnet. Viele Sehnder befürchten unter anderem, dass die in Aussicht gestellte Einleitung von elf Kubikmetern pro Woche nur ein Anfang sein könnte.

Von Oliver Kühn, Andreas Krasselt und Achim Gückel

Hohn und Spott aus ganz Deutschland prasseln auf die Feuerwehr Bennigsen ein: Das neue Gerätehaus in Springe-Bennigsen ist angeblich zu klein gebaut – doch das stimmt gar nicht. Aber diese Falschmeldung lässt sich nicht aus der Welt schaffen und kostet die Feuerwehrmänner in dem Ort Zeit und Nerven.

Tobias Morchner 09.09.2017

Das Land wird für den Neubau des Klinikums in Großburgwedel Geld geben. Diese Zusage hat am Mittwoch Gesundheitsstaatssekretär Jörg Röhmann bei einem Besuch in Großburgwedel abgegeben. Weder ein Zeitplan noch die Höhe des Betrages seien derzeit aber absehbar. 

29.07.2017

Das Regionsklinikum hat beim Land Anträge für die umstrittene Neuausrichtung seine Kliniken im Bereich Ost gestellt. Die Häuser in Großburgwedel, Lehrte und Laatzen sollen neue Schwerpunkte erhalten und so wirtschaftlich auch in Zukunft zu betreiben sein.

Conrad von Meding 27.07.2017
Anzeige