Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Uetze Kaliberg: „Wir wollen den Verkehr nicht“
Umland Uetze Kaliberg: „Wir wollen den Verkehr nicht“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 13.01.2019
Michael Miethe (von links), Susan Feher und Franziska Greite-Schillert von der Initiative "Hänigsen sagt Nein!" wollen beim Erörterungstermin die Verkehrsprobleme ansprechen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Hänigsen/Wathlingen/Celle

Die Erörterungstermine zur geplanten Abdeckung des Wathlinger Kalibergs mit Bauschutt und Bodenaushub haben sich zu einem Verhandlungsmarathon entwickelt. Nachdem das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), der Konzern K+S, Behörden und Bürgerinitiativen drei Tage lang in der Congress Union Celle über das K+S-Vorhaben diskutiert hatten, ohne zu einem Ende zu kommen, standen am Donnerstag die Bedenken von Privatpersonen gegen das Projekt auf der Tagesordnung. Ein Streitpunkt war zum Beispiel, ob die Wathlinger Rückstandshalde des stillgelegten Hänigser und Wathlinger Steinsalz- und Kalibergwerks Niedersachsen im Grundwasser steht. Weil nicht alle Tagesordnungspunkte abgearbeitet sind, muss das LBEG noch einen weiteren Termin anberaumen.

Obwohl am Donnerstag rund 100 Einwender erschienen waren, ging es nicht so hitzig zu wie beim Auftakt am Montag bei der Veranstaltung für die Behörden und Naturschutzverbände. So erhielt K+S anders als am Montag Gelegenheit, das Projekt kurz vorzustellen. Projektleiter Gerold Jahn berichtete, dass am Wathlinger Ortsrand 22 Millionen Tonnen Rückstände zu einer 85 Meter hohen Halde auf einer 25 Hektar großen Fläche von 25 Hektar aufgeschüttet worden seien. Es fielen pro Jahr 70.000 Kubikmeter salzhaltiges Haldenwasser an. Ziel der Abdeckung mit Bauschutt und Bodenaushub sei eine Mengenminimierung des salzigen Wassers. K+S will auf der Halde Material bis zur Schadstoffklasse Z2 aufbringen. Dieses kann zum Beispiel mit Schwermetallen belastet sein. „Es geht generell um nicht gefährliche Abfälle“, sagte Jahn.

„Als Gegengewicht“ zum K+S-Vortrag referierte der Verhandlungsleiter Andreas Schleicher, Referatsleiter des LBEG, einige Bedenken von Einwohnern. Das Auftragen von Bauschutt sei ein Schildbürgerstreich. Die Abdeckung diene nur dem wirtschaftlichen Nutzen der Firma K+S. „Wir wollen den Verkehr nicht“, hätten Privatpersonen geschrieben. Der Anlieferverkehr und die Haldenabdeckung führten zu einem Wertverlust der Immobilien.

Eine Befürchtung ist, dass die Halde das Grundwasser beeinträchtigt und nach der Abdeckung noch tiefer als bisher in den Boden sinkt. „Wir haben keine Gefährdung im Grundwasserbereich“, sagte Jahn. Dem widersprach Sanna Gutzeit aus Wathlingen: Auf einer Blaubeer- und einer Tannenplantage seien Pflanzen eingegangen, weil sie mit salzigem Grundwasser beregnet worden seien. Dann sei zu viel Brunnenwasser aus zu großer Tiefe gefördert worden, erwiderte ein K+S-Mitarbeiter. Der Salzstock habe Kontakt mit dem Grundwasser. Aber in oberen Schichten sei es nicht salzig. Ob ein Gutachter der Bürgerinitiave (BI) für Grundwasseruntersuchungen auf das K+S-Gelände dürfe, wollte Georg Beu, Vorsitzender der BI Umwelt Uetze, wissen. Das lehnte Jahn ab.

Wolfgang Tannenberg aus Hänigsen berichtete, dass in alten Verträgen mit Hänigser Grundeigentümern stehe, dass die Abraumhalden wieder ins Bergwerk gebracht werden müssten. Beu wies darauf hin, dass Haldenwasser von den beiden kleinen Hänigser Halden über einen Graben in das Flüsschen Thöse gelangten.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Isernhagen Isernhagen/Langenhagen/Burgwedel/Burgdorf/Uetze - FDP begrüßt 120 Gäste zum Neujahrsempfang

Der Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle war Gastredner beim Neujahrsempfang der FDP-Verbände Isernhagen, Burgwedel, Langenhagen und Burgdorf/Uetze.

10.01.2019

Ein schwarzes Rad der Marke Prince – eine Besonderheit ist der tiefe Einstieg – steht jetzt als Fundsache bei der Polizei Uetze, nachdem ein Zeuge das ungesicherte Fahrrad gefunden hatte.

10.01.2019

Vier Motorsägen, vier leere Benzinkanister, ein Schlagschrauber und Diesel – all das haben Einbrecher zwischen Dienstag und Mittwoch aus zwei Lagerräumen in Obershagen entwendet.

10.01.2019