Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Uetze Badeaufsicht rettet 17-Jährigem im Hänigser Freibad das Leben
Umland Uetze Badeaufsicht rettet 17-Jährigem im Hänigser Freibad das Leben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 12.07.2018
Atefeh Hosseinzadeh zieht aus dem Schwimmerbecken eine Wasserprobe, um die Wasserqualität zu überprüfen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Anzeige
Hänigsen

Gefahren lauern am und im Wasser – auch im Schwimmbad. Erst kürzlich hat Atefeh Hosseinzadeh im Hänigser Freibad einem Nichtschwimmer aus dem Wasser gerettet. Der junge Mann war ins Schwimmerbecken gesprungen, obwohl er nicht schwimmen kann, und dann nicht wieder aufgetaucht. Hosseinzadeh sprang sofort hinterher und zog ihn an den Beckenrand.

„Es war das erste Mal, dass ich einen Mann gerettet habe. Er war 17 Jahre alt und größer als ich“, berichtet die zierliche Frau, die in ihrer iranischen Heimat eine Ausbildung zur Gymnastik- und Schwimmlehrerin sowie zur Rettungsschwimmerin gemacht hat. Seit April arbeitet die 36 Jahre alte Mutter einer 14-jährigen Tochter als Schwimmaufsicht und als Assistentin des Schwimmmeisters Ernst Dobosz in der Hänigser Badeanstalt.

Ihre wichtigste Aufgabe ist die Beaufsichtigung des Badebetriebs, also darauf zu achten, dass keiner untergeht. „Sie hat ein sehr wachsames Auge“, sagt Dobosz. Die Betreuung der Badegäste ist eine ihrer weiteren Aufgaben. Wenn sich zum Beispiel ein Gast eine Schürfwunde zuzieht, versorgt Hosseinzadeh ihn mit einem Pflaster. Außerdem erteilt sie Schwimmunterricht, muss die Wasserqualität kontrollieren, dafür sorgen, dass die technischen Anlagen funktionsfähig sind, sowie Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten ausführen. Verwaltungstätigkeiten wie das Aufzeichnen von Betriebsdaten muss sie ebenfalls erledigen.

Als die Freibadgenossenschaft Hänigsen die Stelle ausgeschrieben hatte, bewarb sich Hosseinzadeh, weil sie darin die „große Chance“ sah, wieder arbeiten zu können – dazu noch als Schwimmlehrerin und in ihrem Wohnort, in dem sie seit zweieinhalb Jahren lebt. Ihre Bewerbung hat sie nicht bereut. „Ich bin hier sehr glücklich“, sagt sie. Sie habe das Gefühl, in einer großen Familie aufgenommen worden zu sein. Im Hänigser Freibad treffe sie viele nette Badegäste. Dobosz bringe ihr mit sehr viel Geduld vieles bei. Dieser lobt wiederum ihr großes technisches Verständnis. Im Hänigser Schwimmbad hat Hosseinzadeh gelernt, im Tauchanzug und mit Atemluftflasche zu tauchen. Das mache ihr Spaß, sagt sie.

„Wasser und Frauen waren für mich immer ein interessantes Thema“, erzählt Hosseinzadeh. In ihrer iranischen Heimat dürften Männer und Frauen nicht gemeinsam schwimmen. Im See ihrer Heimatstadt dürften nur Männer baden. Sie selbst hat erst mit 20 Jahren schwimmen gelernt. „Mit Mantel und Kopftuch“, erinnert sich die 36-Jährige. Ihr Mann habe es ihr nach der Hochzeit beigebracht. Anschließend habe sie die Ausbildung zur Gymnastik- und Schwimmlehrerin und zur Rettungsschwimmerin gemacht. Den Iran hat Hosseinzadeh, die keiner Religionsgemeinschaft angehört, vor drei Jahren aus politischen und religiösen Gründen verlassen und in Deutschland um Asyl nachgesucht.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

70 Jahre Heimatbund Hänigsen – dieser besondere Geburtstag ist für den Verein Anlass gewesen, groß zu feiern. Fast 300 Gäste begrüßte der Vorsitzende Rolf-Peter Brandes auf dem Teermuseum-Gelände.

08.07.2018

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Auch viele regelmäßige Kirchgänger sind verreist. Seit drei Jahren laden die Kirchengemeinden St.-Johannes-der-Täufer und St.-Urban darum zur sogenannten Sommerkirche ein.

08.07.2018

Die Zukunftswerkstatt Dedenhausen hat viele aktive und auch handwerklich versierte Bürger in ihren Reihen. Reinhard Neumann hat jetztmit einigen Rentnern den Kirchstieg gepflegt.

09.07.2018
Anzeige