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Uetze Ein Dorf lässt’s krachen
Umland Uetze Ein Dorf lässt’s krachen
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00:17 01.08.2018
Mit lauter Rockmusik heizt die Band BoomArank den Gästen im Festzelt ein. Quelle: Laura Beigel
Katensen

 Es sollte einfach nicht sein: Das dorfeigene Open-Air-Festival fiel auch dieses Mal teilweise ins Wasser. Das Motto „Katensen lässt’s krachen“ hatte der Wettergott wohl falsch verstanden. Wenige Stunden vor Beginn der Veranstaltung prasselte ein kräftiger Regenguss nieder. Schon im vergangenen Jahr hatte das Wetter Ärger gemacht: Organisator Sven Peterhänsel, ein Travestiekünstler, hatte den Festplatz infolge der starken Niederschläge frühzeitig schließen müssen. Das wollte er diesmal unter allen Umständen vermeiden. Darum ließ er auf dem Schützenplatz ein Festzelt errichten – 25 Meter breit und mit Platz für mehrere Hundert Menschen. Zur Freude der Gäste klarte der Himmel pünktlich zum Festivalbeginn wieder auf.

Ob gutes oder schlechtes Wetter – die Stimmung bei den Besuchern war gleichbleibend gut. Die wollten eine schönen Abend und gute Musik genießen und so die Dorfgemeinschaft stärken. Damit alles reibungslos verlief, war sogar Sicherheitspersonal im Einsatz, ausgerüstet mit schusssicheren Westen. „Ich möchte gerne für die Sicherheit meiner Gäste sorgen“, sagte Organisator Peterhänsel. In das Rundum-sorglos-Paket hatte er nicht nur Geld und Zeit investiert, sondern auch Herzblut. „Viele aus dem Dorf sind hier. Denen will ich ja auch etwas bieten.“ Auch für die kleinen Besucher hatte Peterhänsel vorgesorgt und ein Kinderkarussell organisiert, das an diesem Abend jedoch ziemlich verwaist dastand. Gefragt war es erst am nächsten Tag, dem Familientag mit Hüpfburgen und Luftballonkünstler. Für alle hatte der Organisator etwas vorbereitet – mit Liebe zum Detail.

Miss Liss und „BoomArank“ heben die Stimmung

Sven – das „Du“ gehört zum Festival dazu – sei zwar etwas pedantisch, aber deshalb sei die Zusammenarbeit umso besser, sagte Matze Glomberg. Er ist einer der Gitarristen der Classic-Rock-Band BoomArank, die für den Abend engagiert war. Ihre Musik könne auf einem kleinen Dorfkonzert besser transportiert werden als auf der ganz großen Bühne, sagte Glomberg. Die Band , das sind außerdem die Leadsänger Karo und Maik, die Gitarristen Stefan und Markus und Schlagzeuger Richard. Ihr Repertoire umfasst Cover-Songs von Eric Clapton bis Jimi Hendrix. „Die Leute wollen feiern. Und das geht vor allem mit Cover-Songs“, befand Glomberg.

Auf Altbekanntes setzte auch Sven Peterhänsel bei seinem Opening-Auftritt. Geschminkt, mit gelockter Perücke und im roten Dirndl stürmte der Travestiekünstler als Miss Liss die Festzelt-Tanzfläche. „Die Dorftransformantin ist da. Die Chefin ist eingetroffen“, rief Peterhänsel seine Gäste zu sich. Für die war sein Auftritt offenkundig wenig überraschend. Es setzte tobenden Applaus und neckisches Pfeifen. In einem kleinen Dorf wie Katensen kennt eben jeder jeden. Zur Animation der Gäste stimmte Miss Liss den Oldie „Proud Mary“ von Status Quo an und animierte das Publikum zum Mitklatschen und Tanzen, ehe sie den BoomAranks die Bühne überließ.

Sven Peterhänsel sorgte als Miss Liss im Festzelt für Stimmung. Quelle: Laura Beigel

Open-Air-Festival mit Regenwahrscheinlichkeit

Mit Nebelschwaden und bunten Discolichtern trug die Band Rockkonzert-Stimmung ins Festzelt. Die lautstarke Musik sorgte zwar für allgemeines Mitwippen, aber auf die Tanzfläche trauten sich die Gäste erst später. In den frühen Abendstunden genossen viele vor dem Zelt die laue Sommerluft bei einem kühlen Bier und kleinen Imbiss. Doch das sollte nur die Ruhe vor dem Sturm sein. Und zwar wortwörtlich. Denn wenige Stunden nach Konzertbeginn kam der nächste Regenschauer, diesmal in Form eines starken Gewitters. Die Gäste ließen sich ihre Stimmung von dem Unwetter freilich nicht verhageln.

Mehr als 145 Gäste haben die Kassenwarte gezählt, danach verloren sie den Überblick. Besonders anziehend ist für viele Besucher die Stimmung beim Festival.

Das kleine Dorf Katensen hat einiges zu bieten: Das Open-Air-Festival von Sven Peterhänsel ist für viele Dorfbewohner einer der Höhepunkte im Jahresprogramm.

Von Laura Beigel

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