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Starkes Zeichen für kleinen Grenzverkehr

Uetze Starkes Zeichen für kleinen Grenzverkehr

Die Bürger in der Orten am Rande der Region Hannover und der Landkreise Peine und Gifhorn wollen, dass das Angebot des Personennahverkehrs ihrer Lebenssituation angepasst wird. Dafür haben sie am Sonnabend ein starkes Zeichen gesetzt.

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110 Radfahrer haben sich am Sonnabend der Demonstrationsfahrt von Ohof nach Dedenhausen angeschlossen.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Dedenhausen. 110 Radfahrer aus Plockhorst, Wehnsen, Ohof, Leifferde, Eltze und Dedenhausen sind trotz des regnerischen Wetters in den Sattel gestiegen und vom Bahnhof in Ohof (Kreis Gifhorn) zur Dedenhäuser Bahnstation gefahren. Ihre Anliegen: Sie wollen ein einheitliches Fahrpreissystem sowie Buslinien und Radwege über die Kreisgrenzen hinweg. "Mit dieser Resonanz hatte ich nie gerechnet. Es ist den Menschen offenbar ein tiefes Bedürfnis", sagte der Dedenhäuser Hans-Heinrich Bolten, der am Grill stand und die Radfahrer mit Würstchen versorgte.

"Dass trotz des schlechten Wetters so viele mitgekommen sind, zeigt wie wichtig den Leuten das Thema ist", erklärten auch Silke und Joachim Freund von der WEP AG aus Edemissen am Rande der Demo. "Wir haben ausgerechnet, dass Pendler für die Strecke Dedenhausen-Hannover 110 Euro im Monat, von Ohof nach Hannover aber 170 Euro zahlen", sagte Silke Freund. Das Resultat: Dedenhäuser, die in Wolfsburg arbeiten, fahren mit Auto die acht Kilometer nach Ohof und die Pendler aus dem Bereich Ohof, die in Hannover arbeiten, fahren diesselbe Strecke nach Dedenhausen. Mit dem Ergebnis, dass an beiden Bahnhöfen Parkplatznot herrscht.

Andre Timans aus Wehnsen (Gem. Edemissen) kommt nach eigenem Bekunden weder mit der Bahn noch mit dem Bus morgens zu seinem Arbeitsplatz in Weyhausen (Wolfsburg). "Um rechtzeitig dort zu sein, müsste ich schon schon am Abend anreisen", sagte Timans. Deshalb bleibe ihm nur die Möglichkeit, die etwa 40 Kilometer mit dem Auto zu fahren. "Uns wäre schon geholfen, wenn ein Bus über die Kreisgrenze zu den jeweiligen Bahnhöfen führe."

Der Plockhorster Jürgen Nikutta berichtete, dass er 20 Jahre lang mit dem Fahrrad "auf der lebensgefährlichen K10" zum Bahnhof nach Ohof gefahren sei, um den Zug nach Wolfsburg zu erreichen. Er wünsche sich deshalb einen Radweg, der die Orte in den Landkreisen Peine und Gifhorn verbindet. Der Auszubildende Julian Müller aus Wehnsen steigt jeden Tag in Dedenhausen in den Zug nach Hannover. So wie ihm geht es vielen Wehnsern. Sie wünschen sich deshalb einen Radweg nach Dedenhausen, wie es ihn seit 2014 zwischen dem Edemisser Ortsteil Oelerse und Dollbergen gibt.

Uetzes stellvertretende Bürgermeisterin Marion Gellermann (CDU) konnte den Demonstranten Hoffnung machen. "Der Regionspräsident steht der Anfrage des Großraumverbands Braunschweig zu einem einheitlichen Tarifsystem positiv gegenüber", berichtete sie. "Wir müssen benutzerfreundliche, überlappende Tarife hinbekommen, damit der Pendlerverkehr über die Kreisgrenzen hinweg unterbunden wird ", sagte Christoph Plett. Der CDU-Landtagskandidat für den Wahlkreis Peine-Gifhorn war nach Dedenhausen gekommen, um den Bürgern seine Unterstützung zu signalisieren. Plett verwies auf die 25 bis 30 Millionen Euro, die das Land in den nächsten Jahren zusätzlich für die Verkehrsinfrastruktur bereitstelle. "Wir müssen sehen, dass wir für unsere Region davon etwas abbekommen."

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