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Nachrichten Fleischerei Lindemann schließt am Jahresende
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14:02 26.12.2017
Edeltraud und Fritz Lindemann schließen ihre Fleischerei am 30. Dezember aus Altersgründen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Hänigsen

 Über mangelnde Arbeit können Fleischermeister Fritz Lindemann und seine Frau Edeltraud nicht klagen. Die Kunden haben ihnen auch die Treue gehalten, als der Laden im vergangenen halben Jahr wegen der Baustelle auf der Sägemühlenstraße schlecht erreichbar war. Trotzdem schließen die Lindemanns ihre Fleischerei am Sonnabend, 30. Dezember. „Aus Altersgründen“, sagt Fritz Lindemann. Er wird im März 66 Jahre alt. Seine Frau ist 63.

„Trotz intensiver Suche über das Internet, die Handwerkskammer Hannover und eine bundesweite Fachzeitschrift finden wir keinen Nachfolger“, berichtet der Hänigser, der von 1990 bis 2014 Obermeister der Fleischerinnung Burgdorf und von 1995 bis 2013 Kreishandwerksmeister war. Vermutlich schrecke die  Arbeitsbelastung junge Meister ab, die Schlachterei mit Partyservice zu übernehmen. Als Caterer hatte das Ehepaar Lindemann oft bis in den Abend und manchmal auch sonntags zu tun.

„Mein Vater ist am 6. Januar 1951 aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Hause gekommen und hat dann im Sommer im Haus seiner Schwiegereltern die Fleischerei gegründet“, erzählt Fritz Lindemann. Das Scheunentor des Bauernhauses wurde zum Schaufenster umgebaut. Die Schlachterei bestand zunächst nur aus einem Laden und einem Raum für die Wurstherstellung. In den ersten Jahren schlachtete der Vater noch in Burgdorf bei der Metzgerei Burgdorf. „Erst 1955 wurde hier ein Schlachthaus angebaut“, sagt Fritz Lindemann. Der ursprüngliche Laden wurde im Lauf der Zeit dreimal umgebaut. „Der letzte Umbau war vor zehn Jahren“, sagt der Hänigser.

In diesem früheren Bauernhaus hat Fritz Lindemanns Vater die Fleischerei 1951 gegründet. Der  Laden war in der linken Gebäudehälfte. Quelle: Repro: Friedrich-Wilhelm Schiller

Er und seine Frau haben den Handwerksbetrieb am 1. Januar 1976 übernommen. Seitdem hat sich nach den Worten des Handwerksmeisters vieles verändert. „Früher wurden große Mengen der zu der Zeit üblichen Fleisch- und Wurstwaren gekauft“, erinnert sich der Fleischermeister. Weil die Familien damals größer gewesen, hätten sie größere Mengen benötigt. Salate und Feinkost seien erst später ins Warensortiment gekommen.

Auf das Käuferverhalten hat sich auch ausgewirkt, dass heute weniger als früher zu Hause gekocht wird. „Suppenfleisch geht heute nicht mehr“, berichtet Lindemann. „Wir kochen sehr viel Dosenmenüs und Dosensuppen“,  erzählt der Hänigser, der nach eigenen Worten stets auf gute Mitarbeiter bauen konnte. Kohlrouladen und Eintöpfe seien Renner.

Ab den Siebzigerjahren bot die Fleischerei  für Familien-, Firmen- und Vereinsfeiern einen Partyservice an. „Das ist für uns ein wichtiges Standbein gewesen“, sagt Lindemann. Dass Gastgeber einen Caterer in Anspruch nähmen, hänge damit zusammen, dass sie ihren Gästen etwas Anspuchsvolles bieten wollten und oft auch nicht die Zeit für die Vorbereitungen hätten.

Edeltraud und Fritz Lindemann hoffen, künftig mehr Zeit zum Verreisen und für Radtouren zu haben. Außerdem wollen sie Freundschaften pflegen. Der Fleischermeister will auch die freie Zeit zum Lesen nutzen.

Im Laufe der Jahre hat sich das Wohn- und Geschäftshaus, in dem sich die Fleischerei Lindemann befindet, mehrfach verändert. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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