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Nachrichten Gemeinde: Kein Salzwasser aus Hessen ins Bergwerk
Umland Uetze Nachrichten Gemeinde: Kein Salzwasser aus Hessen ins Bergwerk
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00:50 03.03.2018
Eine der Hänigser Halden liegt außerhalb des Bergwerksgeländes auf der Westseite des Kasperswegs. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Hänigsen/Wathlingen

 Der Konzern K+S soll nicht nur den Wathlinger Kaliberg, sondern auch die beiden Hänigser Halden des stillgelegten Bergwerks Niedersachsen-Riedel beseitigen. Das fordert die Gemeinde Uetze in ihrer Stellungnahme zum Genehmigungsverfahren für die Abdeckung der Wathlinger Kalihalde mit Bauschutt und Bodenaushub. Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde hat am Dienstagabend in den Entwurf für die Stellungnahme Forderungen der Grünen übernommen.

Der Konzern K+S soll die Rückstandshalden wieder ins Bergwerk bringen. Dabei soll er das sogenannte Spülversatzverfahren anwenden. Beim Spülversatz werden die Rückstände verflüssigt und dann in die Hohlräume des Bergwerks gepumpt. Der Spülversatz soll verhindern, dass es zu Absenkungen über dem Bergwerk kommt. Demnach könnten sogenannte Setzungsschäden im Ortsteil Riedel und auf potenziellen Gewerbeflächen entstehen. Sie könnten auch die Hänigser Kläranlage, eine Hochspannungs- und eine Gasleitung in Mitleidenschaft ziehen, befürchtet die Kommune.

Eine Alternative zum Spülversatz wäre nach Ansicht der Grünen eine Aufbereitung der Rückstände, die zu 94 Prozent aus Steinsalz bestehen, zu Siedesalz. Das würde Arbeitsplätze in Wathlingen schaffen.

Der Verwaltungsausschuss machte sich auch die Befürchtung der Grünen zu eigen, dass der Wathlinger Kaliberg Kontakt mit dem Grundwasser hat und dieses versalzt. Mit der Abdeckung würde die Halde schwerer werden. „Sie wird dadurch weiter ins Grundwasser einsinken“, befürchten die Grünen.

Für den Fall, dass das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie die Abdeckung genehmigen sollte, hält die Gemeinde eine Verkehrsführung des Anlieferverkehrs durch Hänigsen für unzumutbar. „Gefordert wird daher die weitgehendste Vermeidung von Anlieferverkehr durch die Ortsteile der Gemeinde, insbesondere durch Antransport über die Schiene unter Nutzung der ehemaligen Grubenanschlussbahn“, heißt es in der Stellungnahme der Gemeinde. Die Bahnstrecke müsste instand gesetzt werden. Die Kosten sollen sich K+S und das Land Niedersachsen teilen. „Eine Beteiligung an der Finanzierung ist K+S im wirtschaftlichen Eigeninteresse zumutbar“, meinen die Uetzer Politiker.

Sie verweisen darauf, dass der Konzern mit der Haldenabdeckung Geld verdient. Von den 600 000 Tonnen Material, die jährlich für die Abdeckung benötigt werden. sollen 450 000 Tonnen Abfälle der Schadstoffklasse Z2 sein. Allein mit der Annahme der Z2-Materialien erziele K+S in 25 Jahren einen Umsatz von rund 225 Millionen Euro, rechnen die  Grünen vor. Hinzu kämen die Einnahmen für andere Abfälle.

Die Gemeinde kritisiert auch, dass K+S das Hänigser und Wathlinger Bergwerk mit Halden- und Produktionswasser aus den thüringischen und hessischen Kalirevieren fluten will. „Dort herrscht Entsorgungsnotstand aufgrund jahrzehntelanger Versäumnisse, Umweltprobleme zu lösen“, betonen die Grünen. Um möglichst viel dieses auswärtigen Salzwassers in die hiesige Grube versenken zu können, wolle K+S das mit Schadstoffen belastete Sickerwasser der in Wathlingen geplanten Deponie in die Fuhse leiten. 

Mehr zu dem Thema auf der Burgdorf-Seite

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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