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Umland Uetze Nachrichten Altes Foto von Erdölförderung wiederentdeckt
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00:36 16.05.2018
Auf dem Foto aus dem Jahr 1910 sind im Vordergrund eine Bohrmannschaft der Firma Erdölwerke Carl Deilmann und im Hintergrund Fördertürme und Bohranlagen des Erdölfördergebiets Dannhorst in der Nähe de Hänigser Kuhlenbergs abgebildet. Quelle: Hänser Teermuseum
Hänigsen

 Beim Sichten alter Unterlagen im Archiv des Hänser Teermuseums haben die Teerkerle, die ehrenamtlichen Museumsmitarbeiter, ein Minifoto aus dem Jahr 1910 entdeckt. Es ist nach Angaben von Thomas Degro nicht viel größer als eine Briefmarke und zeigt im Vordergrund eine achtköpfige Bohrmannschaft, die neben einem Schild mit dem Firmenemblem der Erdölwerke Carl Deilmann und  der Jahreszahl 1910 posiert. Im Hintergrund sind Fördertürme und Bohranlagen des Erdölfördergebiets Dannhorst in Nähe des Hänigser Kuhlenbergs zu erkennen.

Nach Degros Worten haben die Teerkerle von dem kleinen Foto eine große, hochwertige Reproduktion anfertigen lassen, um die historische Aufnahme im Museumsgebäude zu zeigen. Sie ist das ältese Foto, das das Teermuseum von der Erdölförderung bei Hänigsen besitzt.

„1910 ist in den Büchern immer als Beginn der Produktion in Dannhorst genannt“, sagt Degro. Die Gesellschaft Deilmann hat seit 1903 auf dem Kuhlenberg nach Erdöl gebohrt. „1907 hat sie dann in der Nähe des Kuhlenbergs den ersten nennenswerten Fund gemacht“, berichtet der promovierte Geophysiker. Mehrere Erdölgesellschaften hätten sich vom Kuhlenberg aus zunächst nach Norden und dann weiter im Uhrzeigensinn rund um den Hänigser und Wathlinger Salzstock bei ihren Erkundungen vorgearbeitet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangten sie wieder am Kuhlenberg an. Erst in den Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts wurde dort die Bohrung 6a niedergebracht. „Sie war eine der besten Bohrungen in Deutschland überhaupt“, sagt Degro. Mehr als eine Million Barrel Erdöl seien aus dem Bohrloch gefördert worden.

Auf dem Kuhlenberg war bereits 1861/62 die erste Bohrung niedergebracht worden. „Das war die Hunaeus 2“, weiß Degro. Die sei nach dem Professor Georg Hunaeus benannt, der zuvor in Wietze bei der Suche nach Braunkohle auf Erdöl gestoßen war.  Dass danach etliche Firmen mehr als 40 Jahre lang vergeblich auf dem Kuhlenberg eine sprudelnde Erdölquelle auf dem Kuhlenberg suchten, lag daran, dass sie nicht tief genug bohrten.

Thomas Degro zeigt eine Reproduktion des Fotos aus dem Jahr 1910. Quelle: Schiller

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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