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K+S hat Abdeckung des Kalibergs beantragt

Uetze K+S hat Abdeckung des Kalibergs beantragt

K+S will den Wathlinger Kaliberg mit Bauschutt und Bodenaushub abdecken. Die Bürgerinitiativen aus Uetze und Wathlingen lehnen diese Pläne strikt ab.

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Derzeit wird das salzhaltige Haldenwasser in einem Ringgraben am Fuß des Wathlinger Kalibergs aufgefangen.
 

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Hänigsen/Wathlingen.   Das bergrechtliche Genehmigungsverfahren für die Rekultivierung des Wathlinger Kalibergs beginnt. Die K+S Baustoffrecycling GmbH hat beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie beantragt, die 85 Meter hohe Wathlinger Rückstandshalde des stillgelegten Hänigser und Wathlinger Bergwerks Niedersachsen-Riedel mit zerkleinertem Bauschutt und Bodenaushub abdecken zu dürfen. Ziel ist, das Entstehen salzhaltigen Haldenwassers zu verhindern. Der größte Teil der Materialtranporte wird durch Hänigsen rollen.

Etwa die Hälfte der Transporte zum Wathlinger Kaliberg wird durch Hänigsen rollen

Etwa die Hälfte der Transporte zum Wathlinger Kaliberg wird durch Hänigsen rollen.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Bei der Abdeckung des Wathlinger Kalibergs will die K+S Baustoffrecycling dasselbe technische Konzept anwenden, das das Unternehmen auch bei der Rekultivierung der Halde Friedrichshall in Sehnde verfolgt. Auch in Wathlingen soll eine Brechanlage den angelieferten Bauschutt zerkleinern. Der zerkleinerte Bauschutt wird als Drainage in die Abdeckung eingebaut. Darüber kommt belasteter, aber ungefährlicher Bodenaushub. Die obere Deckschicht wird weitgehend unbelastet sein. „Die oberste Rekultivierungsschicht wird dauerhaft begrünt und ermöglicht einen natürlichen Kreislauf der Niederschläge“, kündigt K+S-Sprecher Ulrich Göbel an.

Urprünglich hatte K+S geplant, die Halde an zwei Stellen im Westen und Norden abzufräsen, damit die Abdeckung nicht ins Naturschutgebiet Brand und auf die banachbarte Blaubeerplantage reicht. Inzwischen will K+S auf das Abfräsen verzichten. Beim Abfräsen entstehe eine offene Oberfläche, erläutert Göbel. Eine verfestigte Oberfläche eigne sich besser zum Abdecken. Zudem entstünden beim Abfräsen Staubemissionen. K+S gehe aber mit beiden Varianten ins sogeannte Planfeststellungsverfahren. „Die Vorzugsvariante ist ohne Abfräsen“, betont der Firmensprecher. 

Nach der Zeitplanung des Unternehmens wird die Halde in gut 20 Jahren komplett abgedeckt und begrünt sein. Nach vollständiger Rekultivierung werde kein Haldenwasser mehr anfallen, sagt Göbel. Somit beseitige die Abdeckung nachhaltig die Folgen der Kaliproduktion. Derzeit werden jährlich rund 62.000 Kubikmeter salziges Oberflächenwasser in einem Ringgraben am Fuß der Halde aufgefangen und ins Bergwerk gepumpt.

Georg Beu: “Das Grundwasser ist versalzen.“

Die Bürgerinitiativen (BIs) Umwelt Uetze und Wathlingen lehnen die Rekultivierungspläne für den Wathlinger Kaliberg ab. Sie  stellen in Abrede, dass K+S mit der Abdeckung nachhaltig die Folgen der Kaliproduktion beseitigt. „Wir haben eine Grundwasserversalzung“, sagt Georg Beu, Vorsitzender der Uetzer BI. Die 22 Millionen Tonnen schwere Halde sei in den instabilen Untergrund eingesunken und habe so Kontakt mit dem Grundwasser erhalten.

„Was bringt eine Abdeckung noch? Sie hält eine fortschreitende Versalzung des Grundwassers nicht auf“, gibt Beu zu bedenken. „Eine Millionen Tonnen schwere Abdeckung würde die Halde höchstens noch weiter in das Grundwasser drücken“, ergänzt Holger Müller, Pressesprecher der Wathlinger BI.

Diese Schlussfolgerungen, so Beu, zögen die Bürgerinitiativen, die eng zusammenarbeiten, aus zwei Untersuchungen von K+S. Das LBEG habe die Ergebnisse den Umweltschützern zur Verfügung gestellt. Für Beu ist die Abdeckung des Kalibergs mit zerkleinertem Bauschutt und Bodenaushub nichts anderes als eine Deponie, weil auch mit Schadstoffen belastetes Material eingebaut werden soll.

Die Bürgerinitiativen fordern, den Kaliberg abzutragen. „Man kann den größten Teil der Halde mit Spülversatz wieder ins Bergwerk bringen“, ist Beu überzeugt. Dann müsse kein Anlieferverkehr durch Hänigsen rollen.

Im Uetzer Rat hatte Beu, der dort  der Grünen-Fraktion vorsitzt, erfolgreich dafür geworben, im Gemeindehaushalt für das nächste Jahr 10.000 Euro für einen Rechtsanwalt einzuplanen, der die Interessen der Gemeinde Uetze im Genehmigungsverfahren vertritt.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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