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Nachrichten Trio serviert gepfefferte Kabarettmahlzeit
Umland Uetze Nachrichten Trio serviert gepfefferte Kabarettmahlzeit
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14:16 22.02.2018
Matthias Avemarg (links) und Frank Sieckel mimen die Fernsehköche Horst Lichter und Johannes Lafer. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Uetze

 Die Kulturinitiative K4 ist vielversprechend in die neue Spielzeit gestartet. Für den Auftakt am Sonnabend hatten die ehrenamtlichen Kulturmacher die Leipziger Pfeffermühle mit dem Programm „D saster“ verpflichtet. Und die sorgte für ein ausverkauftes Haus in der Agora des Uetzer Schulzentrums. Die fast 300 Zuschauer bereuten ihr Kommen nicht. „Zugabe! Zugabe!“ forderten sie am Ende.

„D Saster – in diesem Land läuft etwas schief“, ließen Gislén Engelmann, Matthias Avermarg und Frank Sieckel ihr Publikum gleich zu Anfang wissen. Ihr Programm war alles andere als ein Desaster, sondern scharfzüngiges Kabarett. Ein Glanzpunkt der Vorstellung war eine Kochshow mit Johannes Lafer und Horst Lichter unter dem Titel „Kochen mit Hartz IV“. Siekel und Avermarg empfahlen Hartz-IV-Empfängern, als Beilage zur Aldi-Makrele hartes Brot zu nehmen.

Gislén Engelmann bezieht als resolute Stabsfeldwebelin die Zuschauer mit ins Programm ein. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Als resolute Stabsfeldwebelin forderte Engelmann auch die Zuschauer. Hagen Küster aus Dedenhausen, der direkt vor der Bühne in der ersten Reihe saß, stellte sie beispielsweise die Rechenaufgabe „sieben mal sieben“. Mit der für die Kabarettistin und die übrigen Zuschauern unerwarteten Antwort „Sieben mal sieben ergibt ganz feinen Sand“ hatte Küster die Lacher auf seiner Seite.

Später rechnete Engelmann als reichste Frau Deutschlands haargenau vor, dass es überhaupt nichts bringe, ihr Vermögen an die Bevölkerung zu verteilen: Denn man brauche ja nicht viel zum Leben, um glücklich zu sein. Herzhaft lachen musste das Publikum auch als  der angehende Vater Herr Kleinsorge (Sieckel) die Prüfung zum Elternführerschein ablegte. Auch die Zuschauer lernten etwas Neues, statt Wickeln sage man heutzutage Humanummantelung.

Herr Kleinsorge (Frank Sieckel) legt vor den Augen einer Ärztin (Gislén Engelmann) die Prüfung für den Elternführerschein ab. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Das Lachen ist vielleicht dem einen oder anderen Besucher im Halse stecken geblieben, als der Flüchtling Masut vergeblich telefonisch im Bundespräsidialamt um Hilfe bat, weil Rechtsradikale auf sein Haus Molotowcocktails warfen. Er scheitert an einer Vorzimmerdame, die auf der Einhaltung von Formalitäten beharrte. Als der Flüchtling das Weite suchte, um seine Haut zu retten, wies sie ihn auf die Residenzpflicht hin: „Herr Masut, Sie können nicht einfach weglaufen. Sie sind Flüchtling.“ Heikel war auch der Auftritt zweier Beamter der sächsischen Bereitschaftspolizei. Als sie für ihre „Aufklärungskampagne gegen rechts“ warben, konnten sie ihre Sympathie für Neonazis nicht verbergen.

Vergleichsweise glimpflich kamen die Parteien und die Poltiker davon. Die Kabarettisten verpackten ihre Parteienkritik in einem Medley aus Howard-Carpendale-Schlagern. So besangen sie die Rückkehr der FDP in den Bundestag zur Melodie „Hello again“. In einem aktuellen Kabarettprogramm darf natürlich Donald Trump nicht fehlen. Am Ende der Vorstellung schlüpfte Sieckel in die Rolle des US-Präsidenten, zu dem sich auf der Bühne Putin und auch Trumps Frau Melania gesellten. Für die anschließend geforderte Zugabe musste Anglea Merkel herhalten. Ihr Ehemann Joachim Sauer rief bei ihr abends im Kanzleramt an: Er warte zu Hause mit Sauerbraten.

Am Ende der Vorstellung applaudiert das Publikum in der Agora. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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