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Nachrichten Kirchneubau: Uetzer stritten mit Baumeister
Umland Uetze Nachrichten Kirchneubau: Uetzer stritten mit Baumeister
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00:15 17.07.2017
Von Friedrich-Wilhelm Schiller
In der Johannes-der-Täufer-Kirche ist deutlich der Architekturstil Conrad Wilhelm Hases zu erkennen. Hase war einer der bedeutendsten Vertreter der Neugotik. Quelle: Karsten Gelin
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Uetze

Kein Geringerer als der Hof- und Konsistorialbaumeister Conrad Wilhelm Hase (1818 bis 1902) hat den Wiederaufbau des Uetzer Gotteshauses geplant, das beim großen Brand am 21. April 1863 bis auf die Seitenmauern aus Sandstein zerstört worden war. Am  8. Mai 1863 inspizierte er die Brandruine und kam zu dem Ergebnis, dass er die Außenwände in den Neubau einbeziehen könne. Den Kirchturm hingegen nicht. Dieser sei "an allen Seiten von oben bis unten zerrissen". In einem besonders schlechten Zustand sei das Fundament. "Ein Restaurieren würde ebenso kostspielig sein, als ein völliger Neubau", stellte Hase in einem Gutachten fest.

Doch der Kirchenvorstand wollte von Hases Wiederaufplänen nichts wissen, im Osten an die stehengebliebenen Seitenwände einen Chor, also einen Altarraum, anzubauen und innen längs zwei Arkaden einzuziehen. Die alte rechteckige Kirche sei ein schönes Gotteshaus gewesen, argumentierte die Uetzer. Der Neubau werde zu teuer. Die Einwohner müssten zu viele Hand- und Spanndienste leisten. Der Gemeinde gefielen zudem die geplanten Verzierungen nicht.

Dass die frühere Kirche schön gewesen sei, wies Hase entschieden zurück: Sie sei ein "kahler Raum ohne besonderen Chor" gewesen. Die Teilung des Kirchenschiffes mithilfe der Arkaden und der Anbau des Altarraumes würden die Akustik verbessern, war eines von Hases Argumenten. "Die frühere Uetzer Kirche hatte den großen Mangel, dass man den Prediger auf der Kanzel an vielen Stellen in der Kirche nicht verstehen konnte", gab er zu bedenken.

Das neue Gotteshaus wurde schließlich doch nach Hases Plänen gebaut. Die Fertigstellung zog sich bis 1867 hin. Das Gebäude kostete laut Ortschronik, die Pastor Heinrich Lütkemann 1998 verfasst hat, 37.800 Mark.

Der neugotische Architekturstil des Hofbaumeisters lässt sich trotz des Umbaus im Jahr 1963 noch heute am Choranbau aus Backsteinen, den mit glasierten Steinen eingefassten Rundbogenfenstern und im Innern an den Arkaden ablesen. 1963 wurde der Innenraum neu gestaltet. Außerdem entstand damals der Haupteingang unten im 56 Meter hohen Turm aus Sandstein. Bis dahin hatten die Gottesdienstbesucher die Kirche durch vier Seiteneingänge betreten.

Älter als 150 Jahre sind der hölzerne Taufdeckel, die über dem Taufstein hängt, und die 119 Zentimeter hohe Mose-Figur aus Eichenholz im Chor. Sie haben den Großbrand 1863 überstanden, weil sie 1837 ausgemustert und auf einen Dachboden des Uetzer Gutes gebracht worden waren. Den Taufdeckel hatte 1666 der Gutsbesitzer Friedrich von Lüneburg zusammen mit einem Taufstein gestiftet. Die von Lüneburgs waren bis in die 1960-er Jahre die Patronsfamilie der Kirche. Deren Familiengruft befindet sich unter dem Gotteshaus.

Relativ neu ist hingegen die Johannes-der-Täufer-Figur, die genauso groß wie die Mose-Statue ist. Seit 1989 erinnert sie an den Namensgeber der Kirche. Der Holzbildhauer Edmund Moroder aus München hat sie 1989 geschnitzt. Die Uetzer Restauratorin und Ikonenmalerin Christel Walter gestaltete sie farblich.

Musikalischer Frühschoppen nach dem Gottesdienst

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Uetze/Katensen feiert am Sonntag, 23. Juli, das 150-jährige Bestehen ihrer Kirche mit einem Gottesdienst und einem musikalischen Frühschoppen. Der Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr. Pastorin Heidrun Kück wird auf die Geschichte des Gotteshauses eingehen und die Celler Herzogin Eleonore d'Olbreuse (1639 bis 1722) vorstellen, die rund 200 Jahre nach Luther die Reformation im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg ein weiteres Stück voranbrachte.

An den Gottesdienst schließt sich ein musikalischer Frühschoppen unter der Kastanie vor der Kirche an. Der Jazzpianist Lennart Smidt aus Amsterdam unterhält die Gäste gemeinsam mit John Berta (Gesang und Schlagzeug) und Valentin Kollenda (Bass) aus der hannoverschen Band Hagelslag mit einer Mischung aus Funk, Soul und Pop. Bei schlechtem Wetter wird der Frühschoppen in die Kirche verlegt. Der Eintritt ist frei. Die Kirchengemeinde bittet um eine Spende.

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