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Umland Uetze Nachrichten Pastor Gelin hat die Gemeinde geprägt
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00:15 08.06.2017
Von Friedrich-Wilhelm Schiller
Otfried Gelin, Pastor in Ruhe, bei einer Familienfeier vor zwei Jahren. Quelle: privat
Uetze

Die Trauerfeier für den geschätzten Seelsorger findet am Sonnabend, 10. Juni, ab 13 Uhr in der Uetzer Johannes-der-Täufer-Kirche statt. Und damit an dem Ort, an dem er nicht nur lange gewirkt, sondern auch viel bewirkt hatte. Gelin war von September 1957 bis September 1990 Pastor der evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Uetze und Katensen.

In den ersten Jahren war er alleiniger Seelsorger für die damals rund 5700 Gemeindemitglieder. Er brachte zahlreiche Änderungen in der bis dahin recht konservativen Kirchengemeinde auf den Weg.

Als er nach Uetze kam, wurde beispielsweise noch das heilige Abendmahl nicht im Gottesdienst, sondern hinterher gefeiert. Gelin verlegte es mitten in den Gottesdienst. Ebenso verlegte er den Kindergottesdienst vom Sonntagnachmittag auf den Vormittag. Den Konfirmandenunterricht, der sich im Wesentlichen auf das Auswendiglernen von Kirchenliedern und Psalmen beschränkt hatte, gestaltete er inhaltlich neu.

Auf seine Initiative geht zurück, dass das Uetzer Gotteshaus seit 1965 Johannes-der-Täufer-Kirche heißt. In einer alten Urkunde aus dem Jahr 1313 hatte er entdeckt, dass die Kirche im Mittelalter auf diesen Namen geweiht gewesen war. Der Name war vermutlich nach der Reformation verloren gegangen.

In den 1960-er Jahren initiierte Gelin die Partnerschaft zwischen den Kirchengemeinden Uetze und Frohburg in Sachsen. Aus dieser Verbindung ging 1990 die Städtepartnerschaft zwischen beiden Orten hervor, die bis heute Bestand hat.

In Gelins Amtszeit fielen auch bauliche Veränderungen. 1963 wurde die Kirche umgebaut. Unter anderem wurde der Eingang verlegt. Das Gotteshaus erhielt im Wesentlichen sein heutiges Aussehen. 1966/67 errichtete die Gemeinde in Katensen die Michaelis-Kirche. 1970 wurde das ehemalige Stallgebäude des Uetzer Pfarrhauses zum Gemeindesaal umgebaut.

Gelin war 19 Jahre lang stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Burgdorf. Während einer Vakanzzeit 1979/80 übernahm er im Kirchenkreis vorübergehend die Aufgaben des Superintendenten. Außerdem war er viele Jahre Kreisjugendpastor. Am Uetzer Gymnasium erteilte er Religionsunterricht.

In den letzten Jahren seiner Amtszeit organisierte der Pastor für den Kirchenkreis Reisen nach Ägypten, Israel und Jordanien. Das machte er auch noch einige Jahre weiter, als er bereits im Ruhestand war. Später war er auch Reiseleiter für andere Veranstalter.

Seit seiner Pensionierung wohnte Gelin in Burgdorf. Bis zuletzt verfolgte er mit Interesse das Tagesgeschehen. Zu seinen Hinterbliebenen gehören fünf Söhne.

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