Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Minister nimmt Fräulein vom Amt die Arbeit
Umland Uetze Nachrichten Minister nimmt Fräulein vom Amt die Arbeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 02.05.2016
Von Friedrich-Wilhelm Schiller
So sieht der Sonderstempel aus, den die Bundespost im Mai 1966 anlässlich der Aufhebung der Handvermittlung herausgegeben hatte. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze

Stücklen blieb es vorbehalten, das letzte handvermittelte Telefongespräch zu führen. Danach wurde im Uetzer Postamt der sogenannte Klappenschrank abgeschaltet, mit dem das Fräulein vom Amt per Hand die gewünschte Verbindung hergestellt hatte.

Im Uetzer Ortsnetz gab es damals rund 300 Telefonanschlüsse. Sechs Postbeamtinnen wechselten sich am Klappentisch ab, damit die Einwohner Uetzes und der Nachbardörfer Eltze, Dedenhausen und Katensen rund um die Uhr telefonieren konnten. Eine von ihnen war die inzwischen verstorbene Ruth Körner. 1999 berichtete sie  dem Anzeiger, dass sie und ihre Kolleginnen stets bestens informiert gewesen seien: "Wir wussten zum Beispiel immer, wo die beiden Uetzer Ärzte waren." So hätten sie bei schweren Unfällen am Kreuzkrug schnell ärztliche Hilfe herbeirufen können.

Körners Kollegin Ilse Wehler stand vor Jahren für einen Rundfunkbeitrag des NDR Rede und Antwort. Sie erzählte, dass eines Nachts ein fünfjähriger Junge in der Telefonzentrale angerufen und geweint habe: "Tante, Tante, ich bin ganz allein." Wehler habe gewusst, wo die Eltern zu Besuch gewesen seien und sofort mit ihnen Kontakt aufgenommen. "Dieter, deine Eltern kommen gleich", habe sie den weinenden Knirps beruhigt.

Die Verbreitung des Telefons mit Wählscheibe machte die Handvermittlung nach und nach überflüssig. Mit diesen Geräten konnte man direkt seinen Telefonpartner anwählen. Weil das 1966 in allen anderen Ortsnetzen möglich war, waren viele auswärtige Telefonkunden überrascht, wenn sich das "Amt Uetze" meldete.

Die Telekom gab es damals noch nicht. Die Bundespost war noch für das Fernmeldewesen zuständig. Daher schaltete Stücklen die Handvermittlungseinrichtung ab.

Die Bundespost gab anlässlich der Aufhebung der letzten Handvermittlung im Mai 1966 einen Sonderstempel heraus. Wegen des Stempels fragten nicht nur  Philatelisten aus der Bundesrepublik im Uetzer Postamt nach.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Allen kräfteraubenden Reibungen um Räume im Schulzentrum Uetze zum Trotz hat die noch junge Aurelia-Wald-Gesamtschule ein neues pädagogisches Konzept erarbeitet. Lernwerkstätten, Lernbüros und Projektarbeit sind die Säulen des Konzepts überschrieben, mit der die Schule ins neue Schuljahr gehen will.

Joachim Dege 01.05.2016

Einen Radweg entlang der B 188 zwischen Altmerdingsen und Hülptingsen fordert der SPD-Regionsabgeordnete Jürgen Buchholz aus Dollbergen. Er stellt den Antrag, den Lückenschluss in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufzunehmen.

26.04.2016

Im September will die Klimaschutzagentur der Region das Energiesparkonzept für die Siedlung an den Spreewaldseen fertig haben. Es wird Lösungsmöglichkeiten aufzeigen, wie die Bewohner den Energiebedarf für ihre Immobilien senken können – zum Beispiel mit Wärmepumpen für Luft, Boden oder Wasser.

29.04.2016