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Zu nass: Zwiebelernte geht nur langsam voran

Uetze Zu nass: Zwiebelernte geht nur langsam voran

Die Uetzer haben ihr Zwiebelfest gefeiert. Aber die Ernte der Gemüsezwiebeln ist längst noch nicht unter Dach und Fach. Denn wie zur Zeit der Getreideernte, ist es auch jetzt zu nass. Der Regen erschwert das Roden und vor allem das Trocknen der Zwiebeln auf den Feldern.

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Auf einem Feld bei Altmerdingsen liegen gerodete Zwiebeln im Schwad.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. "Zurzeit ist es schwierig, die Zwiebeln zu ernten. Dafür muss es trocken sein - und das möglichst mehrere Tage hintereinander", sagt der Schwüblingser Landwirt Holger Hennies. In der vorigen Woche habe er noch ernten können. Aber die gerodeten Bollen habe er in einer Trocknungsanlage nachtrocknen lassen müssen. Üblicherweise bleiben die Zwiebeln vor dem Einlagern zum Trocknen auf dem Feld liegen.

Die Landwirte vermarkten die Zwiebeln unter anderem über die Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG) Osthannover. Auf rund 400 Hektar bauen sie die Sonderfrucht  für die Uetzer Zwiebel GmbH, einem Tochterunternehmen der RWG, an. Darüber hinaus vermarkten Kartoffel Deyerling Dollbergen und der Landhandel Albert Elligsen Speisezwiebeln aus dem hiesigen Raum. In Deutschland wird diese Spezialfrucht übrigens nur in wenigen Regionen angebaut.

Nach Auskunft des RWG-Geschäftsführers Wolfgang Wrede hat die Uetzer Zwiebel bislang etwa ein Drittel ihrer Ernte eingelagert. "Bei normalen Witterungsverlauf werden wir Ende September alle Zwiebeln im Lager haben", zeigt sich Wrede zuversichtlich. Mit voraussichtlich 20.000 bis 21.000 Tonnen falle die Menge etwas geringer aus als in den vergangenen Jahren.

Aufgrund der Witterung während der Wachstumsperiode rechnet Hennies mit einer "mittleren Ernte". Weil es im Frühjahr kalt gewesen sei und im Juli und August viel geregnet habe, seien die Zwiebeln etwas kleiner als üblich, sagt Wrede.

Nach Hennies' Worten ist die Speisezwiebel "eine wichtige Kultur" für die Landwirtschaft im Osten der Region. Sie habe zwar nicht die Bedeutung wie die Kartoffel, sei aber wie die Braugerste und die Zuckerrübe ein Standbein der hiesigen Agrarwirtschaft.

Wegen des Konflikts um die Ostukraine dürfen keine Zwiebeln aus der EU nach Russland exportiert worden. Weil die Uetzer Zwiebel von je her den Einzelhandel beliefere, landeten deren Bollen zu 99 Prozent auf dem deutschen Markt, berichtet Wrede. Aber das RWG-Tochterunternehmen sei indirekt von dem Russlandembargo betroffen, weil für die Niederlande der russische Markt weggebrochen sei. "Dadurch sind die Preise unter Druck geraten", erklärt Wrede. Nach seinen Worten ist es noch für eine Vorhersage zu früh, wie sich der Zwiebelpreis für die jetzige Ernte entwickelt: "Wir sind ja gerade erst in der Startphase."

Silberzwiebeln: Die Uetzer Spezialität 

Der Silberzwiebelanbau ist eine Spezialität der Landwirtschaft in und um Uetze. Dort befindet sich das einzige Anbaugebiet Deutschlands. Auf rund 50 Hektar werden die kleinen schneeweißen Zwiebeln angebaut. Die Ernte, die abgeschlossen ist, verlief nach den Worten des RWG-Geschäftsführers Wolfgang Wrede, "nicht zufriedenstellend". Sie musste wegen des Regen immer wieder unterbrochen werden.

Zudem hätten die Silberzwiebeln unter dem kalten Frühjahr und Nässe im Sommer gelitten, sagt Wrede. So sei die Erntemenge kleiner ausgefallen als geplant. Statt 30 hätten die Landwirte nur etwa 25 Tonnen auf dem Hektar geerntet. Die Nasskonservenfabriken hätten größere Mengen nachgefragt, als die RWG habe liefern können. Das hat zwar die Preise in die Höhe getrieben. Doch laut Wrede konnten die RWG und die Landwirte nicht davon profitieren: "Wir machen Vertragsanbau zu festen Preisen." 

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Nach dem Roden liegen die Zwiebeln zunächst in langen Reihen auf dem Acker. 

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller