Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Uetze Verwaltung lehnt Sperrung für Lastwagen ab
Umland Uetze Verwaltung lehnt Sperrung für Lastwagen ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:06 09.01.2019
Die Verwaltung sieht keine Rechtsgrundlage für eine Sperrung der K 125 im Beerbusch für Lastwagen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Schwüblingsen/Uetze

Die Gemeindeverwaltung weist die Forderung der CDU-Ratsfraktion zurück, ein Durchfahrverbot für Lastwagen auf der Kreisstraße 125 durch Schwüblingsen und den Beerbusch zu verhängen. Dafür fehle es an einer gesetzlichen Grundlage, schreibt Swaantje Cornelsen aus dem Team Bauleitplanung, Straßen und Umwelt in einer Ratsdrucksache.

Um die K 125 für den Schwerlastverkehr zu sperren, müsste aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage bestehen. Besondere örtliche Verhältnisse liegen nach Einschätzung der Sachbearbeiterin nicht vor. Sie verweist auf drei Verkehrszählungen. Eine Erhebung im Juni ergab auf dem Streckenabschnitt ein durchschnittliches Verkehrsaufkommen von 1410 Fahrzeugen in 24 Stunden. Der Anteil des Schwerlastverkehrs lag bei 6,8 Prozent.

Eine einwöchige Messung im Juni 2011 hatte ein höheres Verkehrsaufkommen aufgezeigt. Es wurde ein Durchschnittswert von 1681 Fahrzeugen am Tag ermittelt. Der Schwerlastanteil betrug 12,05 Prozent. Hingegen ergab die jüngste Zählung im Dezember 2018 eine deutliche Verringerung des Verkehrsbelastung. Es wurden im Schnitt nur noch 784 Kraftfahrzeuge am Tag gezählt. Die Quote für den Schwerlastverkehr einschließlich der landwirtschaftlichen Fahrzeuge sank auf 6,37 Prozent.

Polizei sieht keinen Unfallschwerpunkt für Lastwagen

Weil es sich bei der K 125 um eine Kreisstraße handele, müssten die Region Hannover als Straßenbaulastträger und die Polizeiinspektion Burgdorf an der Anordnung des Durchfahrverbots beteiligt werden, gibt Cornelsen zu bedenken. Die Region Hannover stimme der Sperrung für Lastwagen nicht zu. Denn eine Kreisstraße diene dem Anschluss von Ortsteilen an das überörtliche Straßennetz.

Die Polizei hat laut der Ratsdrucksache eine mögliche Gefahrenlage geprüft und dafür die Unfälle seit dem 1. Januar 2015 ausgewertet, an denen Lastwagen beteiligt waren. Seitdem habe es nur drei Unfälle auf der K 125 gegeben, in die mindestens ein Lastwagen verwickelt war, berichtet Cornelsen. Zwei haben sich im Burgdorfer Holz und einer südlich von Schwüblingsen ereignet. Bei keiner dieser Karambolagen sei ein Mensch zu Schaden gekommen. Somit sei keine besondere Gefahrenlage erkennbar.

Die CDU hatte ihren Antrag damit begründet, dass die Fahrbahn der K 125 im Beerbusch für Begegnungen mit Lastwagen zu schmal sei. Auch die Schwüblingser Ortsdurchfahrt sei für den Schwerlastverkehr sehr eng. Außerdem sei die Ecke Beerbusch-/Torstraße unübersichtlich.

Gutachten kostet 15.000 Euro

Bei einer Sperrung der Kreisstraße 125 für Lastwagen in der Schwüblingser Ortsdurchfahrt und im Beerbusch für Lastwagen würde ein Teil des Schwerlastverkehrs auf die Landesstraße 387 verlagert, die durch Uetze und Oelerse zur Bundesstraße 188 führt. Die Uetzer CDU-Ratsfraktion hat daher auch beantragt, die Planungen für eine Verlängerung der Frohburger Straße bis zur Bundesstraße 188 voranzutreiben. So würde am südlichen und westlichen Uetzer Ortsrand eine Ortsumgehung von der L 387 zur B 188 entstehen.

Nach Ansicht der Gemeindeverwaltung erfordert die Planung der Ortsumgehung „weitgehende Verkehrsuntersuchungen“. Unter anderem müssten vorhandene Daten ausgewertet, der Verkehr neu gezählt und das Verkehrsaufkommen prognostiziert werden. Die Verwaltung hat bereits ein Angebot für ein Verkehrsgutachten eingeholt. Weil es rund 15.000 Euro kosten würde, schlägt sie vor, diesen Betrag im Haushalt bereitzustellen.

Nach Meinung des früheren Gemeindedirektors Hans Steding ist die Chance, die drei Orte Uetze, Oelerse und Sievershausen von Verkehr zu entlasten, in den Neunzigerjahren beim Bau der Dollberger Ortsumgehung vertan worden. Die Gemeinde Uetze habe damals vorgeschlagen, den Autobahnanschluss Hämelerwald zu verlegen und die L 387 so zu trassieren, dass sie nicht nur an Dollbergen, sondern auch an Oelerse und Uetze vorbei zur B 188 führt, erinnert sich Steding. Doch auf diesen Vorschlag seien die Nachbarkommunen Edemissen und Lehrte nicht eingegangen. fs

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Einwohnerstatistik der Gemeinde Uetze liegt vor. Hänigsen und Obershagen sind die Gewinner, Eltze der Verlierer.

09.01.2019

Obwohl 2018 viel zu wenig Regen fiel, können die Landwirte in Uetze eine durchschnittliche Zuckerrübenernte einfahren – dank der Beregnung. Doch noch so ein Jahr wäre eine Katastrophe, sagen sie.

08.01.2019

Romantische Dichtkunst in Klang gekleidet liefert das Schlosskonzert am 13. Januar. Der lyrischer Tenor Christoph Prégardien und der Pianist Daniel Heide tragen Werke von Schumann und Schubert vor.

08.01.2019