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Uetze Gericht urteilt: Mordversuch war keiner
Umland Uetze Gericht urteilt: Mordversuch war keiner
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17:34 06.12.2018
Das Landgericht Hildesheim hat am Montag im Küchenmesser-Prozess ein Urteil gesprochen. Quelle: dpa
Burgdorf

 Die Schwurgerichtskammer am Landgericht Hildesheim hat im sogenannten Küchenmesser-Prozess den ursprünglichen Anklagevorwurf fallen gelassen und die 50 Jahre alte Geschäftsfrau aus Uetze am Montag nicht wegen versuchten Mordes, sondern nur wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt: zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung.

Die Frau hatte Mitte Juni nach einem Streit ihrem Lebensgefährten mit einem Küchenmesser in den Rücken gestochen und ihn dabei leicht verletzt. Daraufhin war der Mann in einem Auto weggefahren. Weil der Pflegesohn der Frau in einem Notruf den Messerstich erwähnte, kam die Polizei, der die Frau eine Tötungsabsicht gestand. Allerdings stand sie zu diesem Zeitpunkt erheblich unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss, was laut Gutachter ihre Steuerungsfähigkeit erheblich einschränkte. Dazu kam auch noch, dass der Lebensgefährte keinerlei Interesse an einer Strafverfolgung zeigte. Stattdessen setzte das Paar mithilfe eines Mediators eine Art Vertrag auf, der das weitere Zusammenleben unter einem gemeinsamen Dach regelt.

Zur Begründung, dass keine Verurteilung wegen eines versuchten Tötungsdelikts erfolgte, hat die Kammer ausgeführt, dass aufgrund der nur geringen Verletzung ein Tötungsvorsatz nicht sicher nachzuweisen gewesen sei. Ob die Frau also wirklich vorhatte, den Mann zu töten oder – wofür die geringe Einstichtiefe von nur 1,6 Zentimeter sprechen könnte – nur eine Verletzung herbeiführen wollte, konnte die Kammer nicht sicher aufklären. Deshalb konnte nur eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung erfolgen.

Das Strafmaß entsprach dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte eine zehnmonatige Freiheitsstrafe für ihre Mandantin gefordert. Als Bewährungsauflage muss die Frau 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Zudem soll sie nach dem Willen des Gerichts ihre begonnene psychotherapeutische Behandlung fortsetzen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verfahrensbeteiligten haben eine Woche Zeit, gegebenenfalls Revision gegen das Urteil einzulegen.

Von Joachim Dege

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