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Uetze Vor der Dorfkirche wird Bilanz gezogen
Umland Uetze Vor der Dorfkirche wird Bilanz gezogen
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00:18 25.07.2018
Ein Prosit: Anstoßen bei der Festrede ist Pflicht – auch für den Weinvorkoster Matthias Deike (rechts). Quelle: Sandra Köhler
Schwüblingsen

 Schützenfest im Südwestzipfel des Uetzer Gemeindegebiets: Das bedeutet jede Menge Spaß bei der Festrede vor der Kirche mitten im Dorf. Aber auch Spontanität, wenn der Scheibenkieker zum Schützenkönig wird – wer bringt dann seine Königsscheibe an?

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Wer hängt die Scheibe an, wenn der Scheibenkieker Schützenkönig wird? Vor diesem Problem standen die Schwüblingsen Schützen am Sonnabend. Denn Sven Meyer hatte beim Wetteifern um die Krone des Bürgerkönigs seine 14 Konkurrenten abgehängt und sich mit einem Gesamtteiler von 39,0 durchgesetzt. „Sven hat das Amt des Scheibenkiekers seinerzeit von Schützenchef Erhard Roffka übernommen. Und der hatte versprochen, wenn Sven mal König werden sollte: ’Ich hänge dir die Scheibe auf’“, plauderte Helmut Hasberg aus dem Nähkästchen. Doch vorher hatte Meyer – da wusste er noch nichts von seinem Glück – die Scheibe auf dem Rücken durchs Dorf getragen.

Denn bevor es zur abendlichen Proklamation der Majestäten – Zwergenkönig Colin Kuflicki, Kinderkönig Linos Degenhardt und Jungschützenkönigin Marisa Kohnert –kam, stand erstmal der Schützenausmarsch mit dem launigen und gereimten Jahresrückblick vor der Christus-Kirche auf dem Programm. Als hätte sie nie etwas anderes getan, saß Adjutantin Doreen Sellmann fest im Sattel ihres Holzpferdes und bereitete die Geschehnisse der vergangenen 12 Monate humorvoll auf. „Im vergangenen Jahr hatte ich meine Rede zwei Wochen vorher fertig, diesmal war es später“, verriet sie und interpretierte die Buchstaben des Wortes Ortsrat einzeln. „Das ist mein Lieblingsbuchstabe: S wie ’sicher auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit’“, neckte sie die Amtsträger, um gleich darauf die Fahnenträger für ihre Standfestigkeit und Ausdauer beim Kreisfahnentreffen in Burgdorf zu loben. „Nach gefühlten 120 Liedern stand als einzige Fahne noch die Schwüblingser im Zelt.“

Ob Neubauboom oder Stromausfall infolge von Bauarbeiten, ob Energiegenossenschaft oder Abriss der Keimhäuser, die die Gründung einer „Soko Gullideckel“ für die Abwasserleitung fürs Schützenfest nötig machte: All dies rief Sellmann, mitunter begleitet vom Johlen der Zuschauer in Erinnerung. Auch die 15-minütige Diskussion im Vorstand um das Dessert zum Schützenfest und die Verabschiedung altgedienter Ehrenamtlicher aus diversen Vereinen und Organisationen sowie den denkwürdigen Auftritt von Matthias Deike als Wolf bei der Nachtwanderung des Zeltlagers des TuS Schwüblingsen ließ sie nicht unerwähnt. Auf all dies musste traditionell mit einem Glas Wein angestoßen werden. Und so wunderte es nicht, dass Sellmann und ihr Oberst bei der Tanzeinlage des Sportvereins beschwingt gemeinsam auf einem der beiden Holzpferde mitwippten.

Zum Schützenfest im Schwüblingsen gehören nicht nur Majestäten, Scheiben und ein Umzug. Nein, auch die Festrede vor der Christus-Kirche hat Tradition.

Von Sandra Köhler

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