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Uetze Als das Buttern noch Handarbeit war
Umland Uetze Als das Buttern noch Handarbeit war
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14:16 12.10.2018
Archivar Wolfgang Braatz zeigt das nur etwa 25 Zentimeter große Butterfass, das der Heimatbund geschenkt bekommen hat. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze

Heutzutage ist es selbstverständlich, die Butter im Supermarkt zu kaufen. Vor nicht einmal 100 Jahren war die Butterherstellung auf den Bauernhöfen noch ein mühseliges Geschäft – und meistens Frauenarbeit. Zum Buttern benötigten die Frauen ein Butterfass. Ein nur 25 Zentimeter hohes Butterfass hat die Uetzerin Melitta Sckopp kürzlich dem Uetzer Heimatbund für dessen Heimatstube geschenkt. Es ist eines der neueren Ausstellungstücke des kleinen Museums.

Das rund 25 Zentimeter hohe Butterfass stellt der Heimatbund in einer Vitrine aus. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

„So ein kleines Butterfass hatte ich vorher noch nicht gesehen. Damit wurde frische Butter geschlagen“, sagt Wolfgang Braatz, Archivar des Vereins. Außen ist an dem Fass eine Kurbel befestigt, mit dem man über ein Schneckengetriebe aus Metall den hölzernen Quirl im Fass antreiben kann. In das Fass kam der Rahm, der sich auf der frisch gemolkenen Kuhmilch bildete und abgeschöpft wurde. Mit möglichst gleichmäßigem Kurbeln des Quirls wurde der Rahm geschlagen, bis das Milchfett fest war. „Diese Butter schwamm in der Buttermilch und wurde mit einem Löffel oder einem Spachtel herausgefischt“, sagt Braatz. Die Bauernfamilie habe die Butter selber getrunken oder an die Schweine verfüttert. „Früher wurde alles verwertet“, berichtet der Uetzer.

Der Heimatbund-Vorsitzende Peter Doms demonstriert auf der Diele der Olen Dorpschaule, wie in großen Fässern Butter gestampft wurde. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Der Heimatbund stellt das kleine Butterfass in einer Vitrine aus. Größere Butterfässer stehen auf der Diele der Olen Dorpschaule. „Darin wurde die Butter gestampft“, erzählt der Heimatbundvorsitzende Peter Doms. Das sei noch anstrengender gewesen als das Buttern mithilfe der Kurbel. Mit dem Aufkommen der Dampfmolkereien, die sich zu Großbetrieben entwickelten, wurde die Butterherstellung industrialisiert.

Wer sich in der Heimatstube in der Olen Dorpschaule umschauen möchte, kann sich an Braatz, Telefon (05173) 6024, oder Doms, Telefon (05173) 7752, wenden und einen Termin ausmachen.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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