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Uetze Hartmut Schulte will sich nicht einmischen
Umland Uetze Hartmut Schulte will sich nicht einmischen
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15:17 12.07.2018
Hartmut Schulte sitzt entspannt auf seiner Terrasse direkt an den Uetzer Spreewaldseen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Uetze

„Ich mache nichts mehr“, sagt der frühere Uetzer Ortsbürgermeister und ehemalige Ratsvorsitzende Hartmut Schulte. Doch so ganz stimmt das nicht. Der 71-Jährige hat zwar seine politischen Ämter im Frühjahr 2016 aus gesundheitlichen Gründen abgegeben. Aber zwei Aufgaben hat er noch: Er arbeitet als Beisitzer im Vorstand des Uetzer Heimatbunds mit und ist Sprecher der Revisoren des Ortsverbands Uetze des Sozialverbands Deutschland (SoVD).

Die Arbeit im Heimatbundvorstand mache ihm Spaß, weil er sich für die Ortsgeschichte und die örtliche Kultur interessiere, sagt Schulte: „Mich interessiert, wieso es zu bestimmten Entwicklungen gekommen ist.“ In seinem Arbeitszimmer stehen im Regal etliche Bücher mit heimatkundlichen Bezug zu den Orten, in denen er bisher gewohnt hat. Als Berufssoldat hatte Schulte mehrfach umziehen müssen.

Schon seit den Neunzigerjahren ist er Revisor des SoVD-Ortsverbands. Ihn ärgert ein wenig, dass inzwischen von oben vierteljährliche Kassenprüfungen angeordnet worden sind. Wegen der geringen Zahl der Buchungen reicht nach seiner Ansicht eine jährliche Kontrolle aus.

Fast täglich sitzt der 71-Jährige auf seiner Terrasse direkt am Ufer der Uetzer Spreewaldseen. „Ich genieße einfach die Ruhe. Ich genieße die Freizeit und freue mich darüber, dass ich nur noch im begrenzten Umfang Terminzwängen unterliege“, sagt er. Als Ortsbürgermeister, Ratsherr und Ortratsmitglied habe er monatlich mehr als 50 Termine wahrnehmen müssen. Das sei zum Schluss stressig gewesen. „Die Enkelkinder forderten auch ihr Recht“, erläutert Schulte. Das Problem sei, dass die vier Großkinder nicht gleich um die Ecke wohnen. Um sie zu besuchen, müssen er und seine Frau eine längere Anreise in Kauf nehmen. Demnächst wollen die Schultes die beiden ältesten Enkel mit in den Urlaub nehmen.

Auf Initiative des früheren Ortsbürgermeisters treffen sich ehemalige Uetzer Ortsratsmitglieder immer am Donnerstag nach Ortsratsitzungen zum Spätschoppen: „Da sind wir immer drei bis fünf Personen.“ Ursprünglich wollte sich die Runde zeitgleich zu den Ortsratssitzungen zusammenfinden. Das hat sich laut Schulte aus zwei Gründen als unpraktikabel erwiesen. Häufig seien mittwochs andere private Termine. „Und man möchte gern auch mal zu einer Sitzung gehen, um zu hören, was beschlossen wird“, erläutert Schulte.

Die Uetzer Kommunalpolitik verfolgt er nach wie vor intensiv. Jeden Abend liest er im Internet die Hannoversche Allgemeine. „Das dauert meistens bis Mitternacht“, verrät der 71-Jährige. Aber einmischen wolle er sich auf keinen Fall, betont er. Deshalb schreibe er keine Leserbriefe.

Gut findet Schulte, dass sich der jetzige Uetzer Ortsbürgermeister Klaus Finger darum kümmert, dass die Pflanzen auf dem Hindenburgplatz und in den Blumenkästen entlang der Kaiserstraße begossen werden. Hingegen bedauert er, dass der neue Ortsrat nicht Projekte weiter verfolgt habe, die noch die alte Ortsvertretung in seiner Amtszeit angeschoben habe. Die hätte man nach seiner Meinung relativ einfach umsetzen können. Schulte denkt dabei an das Aufstellen eines Gedenksteins für die Gestapo-Opfer, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bei Uetze hingerichtet wurden, an die Beschilderung historischer Gebäude und Stellen im Ort und das Anbringen einer Tafel mit den Namen der Gefallenen des Ersten Weltkriegs am Ehrenmal mit dem Löwen.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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