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Uetze Eltze: Traum vom Dorfladen ist geplatzt
Umland Uetze Eltze: Traum vom Dorfladen ist geplatzt
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00:16 02.02.2019
Vorerst wird kein neues Leben in die Räume der ehemaligen Gaststätte Thassos (rechter Gebäudeteil) an der Peiner Straße einziehen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Eltze

Der Verein Ideenwerkstatt Eltze gibt sein zentrales Projekt auf, einen Dorfladen mit Café in den Räumen der ehemaligen Gaststätte Thassos an der Peiner Straße einzurichten. Ausschlagend für das Aus sind laut der Vorsitzenden Ortrud Sander finanzielle Gründe. Für die Fördermittel des EU-Leader-Programms in Höhe von 80.000 Euro hätte eine Person persönlich für die gesamte Laufzeit von zwölf Jahren haften müssen – entweder mit eigenen Geldmitteln oder mit einem Eintrag einer Grundschuld auf eine private Immobilie. Diese Hürde hat der Verein nach eigener Aussage erst erkannt, als er die EU-Förderung beantragen wollte.

Mit der Bürgschaft soll laut Sander sichergestellt werden, dass die Fördermittel zweckgebunden eingesetzt werden. Ist das nicht der Fall oder muss in den zwölf Jahren Insolvenz angemeldet werden, ist die gesamte Förderung zurückzuzahlen. „Eine Insolvenz kann über einen Zeitraum von zwölf Jahren nicht ausgeschlossen werden“, sagt Sander. „Deshalb sind wir nach mehreren Sitzungen, Gesprächen unter den Mitgliedern und Terminen bei Banken zu der Überzeugung gelangt, dass wir das Projekt ,Dorfladen Ammes Saal’ schweren Herzens aufgeben müssen.“

Die Stimmung sei natürlich sehr gedrückt, berichtet Sander. Die Aktiven der Ideenwerkstatt hätten in den vergangenen zwei Jahren sehr viel Arbeit in die Planung gesteckt, sie hätten Seminare besucht und andere Dorfläden besichtigt. Sie warben zudem intensiv für das Projekt. Mit dem Ergebnis, dass viele Eltzer zugesagt hatten, es mit insgesamt 50.000 Euro zu unterstützen. „Die Eigentümer der Immobilie wollten sich zudem an den Sanierungskosten des Gebäudes beteiligen.“ Insgesamt rechnete die Ideenwerkstatt mit einem Investitionsvolumen von mehr als 150.000 Euro, um den Dorfladen im ehemaligen Gasthaussaal aufzubauen.

„Wir haben sehr viel Energie in das Projekt gesteckt. Aber wir haben auch viel gelernt, das wir nutzen können“, sagt Sander mit Blick in die Zukunft. Das Thema Einkaufen in Eltze solle auf jeden Fall innerhalb des Vereins weiterverfolgt werden, versichert sie. Momentan gebe es noch keine konkreten Pläne. Ein neuer Anfang könnte vielleicht ein Dorfcafé auf ehrenamtlicher Basis sein, schlägt Gudrun Viehweg, Regionalmanagerin der Leader-Region Aller-Fuhse-Aue, vor. „Ein Dorfcafé wäre eine Überlegung wert“, räumt Sander ein.

Viehweg, die auch die Ideenwerkstatt berät, vertritt die Auffassung, bei solchen Projekten wie Dorfläden oder Dorftreffs klein anzufangen. Die Tage habe sie gerade für die Dedenhäuser, die nach der Schließung ihres letzten Gasthauses in demselben ein Dorfgemeinschaftshaus einrichten wollen, das Modell einer Ehrenamtskneipe recherchiert, berichtet sie. Ein Dorfcafé auf ehrenamtlicher Basis biete den Eltzern die Möglichkeit, sich zu treffen und gemeinsame Feiern und auch Ausstellungen ausrichten sowie die Möglichkeiten, Geld für das Projekt Dorfladen zu erwirtschaften.

Von Anette Wulf-Dettmer

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