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Uetze Im Schilfbruch sterben die Eschen
Umland Uetze Im Schilfbruch sterben die Eschen
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17:18 08.10.2018
Ungewöhnliches Bild im Schilfbruch: In dem Naturschutzgebiet werden normalerweise bei den Pflegearbeiten nur einzelne Bäume gefällt. Jetzt liegen jede Menge Eschenstämme am Wegesrand. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze

Das Eschentriebsterben grassiert in ganz Norddeutschland. Die Baumkrankheit macht auch vor dem Schilfbruch nicht halt. Waldarbeiter des Forstamts Fuhrberg haben daher in dem Naturschutzgebiet, das sich von den Uetzer Spreewaldseen nach Westen in Richtung Altmerdingsen und Hänigsen erstreckt, beim Durchforsten zur Pflege der Erlenbestände zusätzlich befallene Eschen gefällt.

Laut Forstamtsleiter Hans-Martin Roese ist das Eschentriebsterben „eine komplexe Erkrankung“. Hauptverursacher sei ein Pilz, das Falsche Weiße Stängelbecherchen. Im Schilfbruch leide die Esche zudem darunter, dass der Grundwasserspiegel vor Jahren abgesenkt worden ist. Die Krankheit zeigt sich laut Roese zuerst in den lichter werdenden Kronen, wenn die oberen Äste kahl werden. Zwar bildet der Baum neue Triebe, die aber sofort wieder absterben. Das schwächt auf Dauer den Baum und er stirbt. Die abgestorbenen Eschen sind nicht mehr standsicher und kippen um. „Viele Eschen, die wir geerntet haben, lagen schon“, berichtet der Förster.

Wenn eine Esche erkranke, befalle die Krankheit in der Regel nach kurzer Zeit die benachbarten Eschen. „In Schilfbruch sind Eschen auf einer Fläche von mehr als einem halben Hektar betroffen.“ Weil man im Naturschutzgebiet flächenmäßig Eschen habe fällen müssen, habe das Forstamt der unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover die Holzernte gemeldet. Naturschutz und ordnungsgemäße Forstwirtschaft seien kein Widerspruch, betont Roese.

Am Hauptweg des Schilfbruchs liegen Eschenstämme. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

„Die Eschen, die noch gesund sind, haben wir stehen lassen. Aber die haben keine Chance“, sagt Roese. Die Wissenschaft habe bisher keine Antwort auf das Eschensterben gefunden. „Das wird nicht zu stoppen sein“, befürchtet daher der Forstamtsleiter. Auf lange Sicht würden die Eschen aus den Erlen-Eschen-Wäldern wie dem Schilfbruch verschwinden.

Weil man bisher kein Gegenmittel gegen die Krankheit gefunden hat, plant das Forstamt, im Schilfbruch Erlen zu pflanzen, um die entstandenen Lücken zu schließen. Ulmen kämen wegen des Ulmensterbens nicht in Betracht, sagt Roese. Auf den trockeneren, höher gelegenen Standorten könne man Eichen pflanzen.

Eschenholz zeichnet sich durch seine Elastizität aus. „Die Biegefestigkeit ist sehr hoch“, erklärt Roese. Daher sind zum Beispiel Barrenholme, Axt- und Schaufelstiele aus Eschenholz. Ein Teil des Holzes, das derzeit am Hauptweg des Schilfbruchs liegt, geht in die Möbelindustrie. Die drei Meter langen Enden, die zu Holzpoltern aufgeschichtet worden sind, verkauft das Forstamt als Industrieholz. Aus Industrieholz werden zum Beispiel Spanplatten hergestellt.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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