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Uetze Sturmtief richtet verheerende Schäden in Uetze an
Umland Uetze Sturmtief richtet verheerende Schäden in Uetze an
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17:49 10.08.2018
Im Erse-Park stürzte ein Baum auf ein Fahrgeschäft. Der Park ist für Aufräumarbeiten geschlossen. Quelle: Erse-Park
Uetze

Gewittertief „Nadine“ ist am Donnerstagabend über Niedersachsen hinweggezogen – und hat in der Gemeinde Uetze besonders große Schäden angerichtet. 130 Feuerwehrleute von neun Ortsfeuerwehren waren mit Unterstützung der Feuerwehren aus Burgdorf und Peine und des Technische Hilfswerks (THW) aus Lehrte bis kurz vor 1 Uhr nachts im Einsatz. 

Bereits in am späten Nachmittag verdunkelte sich der Himmel über den Uetzer Ortschaften bedrohlich. Dann dauerte es nicht mehr lang, bis aus Dedenhausen bei der Feuerwehr der erste Alarm einging. Gemeindebrandmeister Tobias Jakob reagierte sofort. Er ließ im Feuerwehrhaus in Uetze eine Einsatzzentrale einrichten, von wo er die am Ende 50 einzelnen Einsätze aller Retter koordinieren sollte. Dann ging es auch schon Schlag auf Schlag. Als die Schaltstelle kurz vor 18 Uhr einsatzbereit war, lagen bereits 30 Einsatzanforderungen vor

Extreme Windböen knickten im Erse-Park zwischen Uetze und Abbeile große, alte Bäume um, als spiele die Natur Mikado. Der Freizeitpark ist wegen der Aufräumarbeiten geschlossen. Ein Baum begrub ein Fahrgeschäft unter sich. Im nahe gelegenen Abbeile riss der Sturm Löcher in die Dächer, fällte auch dort zahlreiche Bäume. Einer erschlug ein Kamerunschaf. Von einem Wäldchen stehe nur noch ein Gerippe, berichtete Sabine Jördens, die in der Siedlung wohnt. Schlimm war auch das Bild, das sich den Feuerwehrleuten in Eltze und in Dedenhausen bot.

An der Bornstraße im Westen von Eltze stützte ein stattlicher Baum auf ein Wohnhaus. „Das war wohl der traurige Höhepunkt und der höchste Einzelschaden“, sagte Jakob. Fachleute des THW aus Lehrte hätten den zerstörten Dachstuhl vorläufig abstützen müssen. Die Ortsfeuerwehr aus Burgdorf habe mit der Drehleiter geholfen. Das THW sperrte das Gebäude. Wenn eine Fachfirma den Baum vom Dach entfernt habe, werde das Erdgeschoss wieder freigegeben, kündigte THW-Baufachberater Marko Trübel an. Ein Statiker müsse dann beurteilen, ab man auch das übrige Gebäude betreten könne.

In der Nähe hatte ein herabstürzender Ast einer Eiche der Parkanlage Oler Diek ein Loch in das Dach eines Gartenhauses geschlagen. „Er war senkrecht herunter gefallen“, berichtete Hartmut Ebeling. Er habe die Gemeinderverwaltung nach dem vorigen Sturm vergeblich auf diese Gefahrenquelle aufmerksam gemacht.

Das Sturmtief „Nadine“ hat die Dörfer in der Gemeinde Uetze besonders schlimm getroffen.

Blankes Chaos herrscht noch am Schulverbindungsweg zwischen Eltze und Dedenhausen. Dort machte „Nadine“ aus dem Wald Kleinholz . Der Sturm pfiff derart brutal rein, dass annähernd 45 Bäume auf den Weg stürzten und kein Durchkommen mehr war. Laut Jakob ist die auch von vielen Autofahrern genutzte Straße nach wie vor gesperrt. So wie die Kreisstraße 145 zwischen Dedenhausen und Wehnsen. Dort hätten Peiner Feuerwehrleute von Wehnsen und Uetzer Feuerwehrleute von Dedenhausen versucht, sich von beiden Seiten durch das Dickicht umgestürzter Bäume voranzuarbeiten und die Straße mit Motorsägen freizuräumen. Die Aufräumarbeiten nehmen noch mehrere Tage in Anspruch. Die Region Hannover teilte mit, dass die Sperrung der Straße noch bis nächste Woche andauert.

Glück hatten Autofahrer, die sich infolge des Sturms auf der Straße Weißer Berg zwischen Dedenhausen und Sportplatz plötzlich zwischen umgestürzten Bäumen eingeschlossen wiederfanden. Auch dort ist laut Jakob wie durch ein Wunder niemand verletzt worden. Feuerwehrleute hätten den Autofahrern den Weg freigesägt. Befreien musste die Feuerwehr auch Autofahrer, die auf der Bundesstraße 444 zwischen Eltze und Wehnsen von Bäumen eingeschlossen waren.

Sturmböen fegten Dachziegel von der Johannes-der-Täufer in Uetze. Das ist nicht der einzige Schaden, den die Kirchengemeinde beklagt. „Auf dem Friedhof sind mindestens 20 Bäume entwurzelt“, berichtete Pfarrsekretärin Sandra Littmann. Bis zur Beseitigung der Sturmschäden solle man möglichst nicht auf den Friedhof gehen. 

Nach Kenntnis der Feuerwehr gab es keine Verletzten. Lediglich Autos hätten Schaden genommen, weil Bäume und Äste auf sie herabgestürzt seien, berichtete Jakob. So wie die von Bäumen blockierte Bahnstrecke von Hannover nach Gifhorn. „Der Abschnitt zwischen DollbergenMeinersen bleibt bis voraussichtlich Montag, 18 Uhr, gesperrt“, teilte Metronom Freitagmittag mit. Die Enno-Züge führen von Hannover nur bis nach Dollbergen, Zwischen Dollbergen und Meinersen verkehrten ersatzweise Busse.

„Im Bereich des Gestüts Benrode sieht man die Erse nicht mehr, weil sie komplett voller Bäume liegt“, sage Steffen Hipp vom Unterhaltungsverband Fuhse-Aue-Erse. Zum Glück führe die Erse zurzeit wenig Wasser, sonst gäbe es Probleme mit dem Hochwasserschutz.

Von Joachim Dege und Friedrich-Wilhelm Schiller

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