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Uetze Die Dürre deckt den Reihern den Tisch
Umland Uetze Die Dürre deckt den Reihern den Tisch
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13:37 11.10.2018
Ein Graureiher wartet am Ufer der Uetzer Spreewaldseen auf Beute. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze

Reiher haben derzeit an den Uetzer Spreewaldseen leichte Beute. Der Grund: Seit Monaten fällt kaum Regen, sodass der Wasserspiegel der künstlichen Seenlandschaft vor den Toren Uetze extrem gefallen ist. In den Seen ist so wenig Wasser wie seit Jahrzehnten nicht. Daher können dort Graureiher und ihre Verwandten, die Silberreiher, problemlos Fische fangen.

„Einen so extrem niedrigen Wasserstand habe ich hier noch nicht erlebt“, stellt Peter Schillhofer fest, der seit 1986 im Spreewaldseengebiet wohnt. Der Wasserspiegel sei etwa anderthalb Meter gefallen. An einigen Stellen seien die Spreewaldseen derzeit nur zehn Zentimeter tief, schätzt Schillhofer. Ursache für das Niedrigwasser ist zweifellos die Dürre in diesem Jahr. Die Spreewaldseen werden nach Angaben des früheren Uetzer Ortsbürgermeisters Hartmut Schulte, der auch in dem Gebiet wohnt, hauptsächlich mit Oberflächenwasser aus dem südlichen Teil der Ortschaft Uetze gespeist. „Es fließt durch einen Graben in die Seen, die ein offizielles Regenrückhaltebecken für die Gemeinde Uetze sind“, betont Schulte.

Extrem wenig Wasser ist derzeit in den Uetzer Spreewaldseen, wie an den trocken gefallenen Ufern erkennbar. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

„Graureiher kann man jetzt täglich beobachten“, berichtet Schillhofer. Aber auch einen Silberreiher sieht er immer wieder. Beim Anflug stoßen die Graureiher laut Thomas Faßbender, ebenfalls Bewohner des Spreewaldseengebiets, eine Art Urschrei aus. „Sie schreien ganz schrecklich“, bestätigt Schulte. Die Reiher landeten dort, wo sich das verbliebene Wasser in den Seen sammele, erzählt Faßbender. Die großen grauen Vögel verharrten bewegungslos an der Stelle, an der sie gelandet seien. „Dann schnappen sie sich plötzlich ihre Beute, die ihnen die Natur auf dem Silbertablett serviert.“

Erfolgreiche Jagd: Wenn der Grau- oder Fischreiher einen Fisch erwischt, schluckt er diesen im Ganzen hinunter. Quelle: privat

Die Reiher finden offenbar genügend Nahrung, obwohl Fische auch über eine Abwehrstrategie verfügen. „Fische wühlen bei niedrigem Wasserstand den Untergrund auf, damit das Wasser eintrübt und die Reiher sie nicht so gut erkennen“, berichtet der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander.

Nach Schillhofers und Schultes Beobachtungen jagen keine Kormorane, die sich fast ausschließlich von Fischen ernähren, an den Spreewaldseen. Die treffe man nur am benachbarten Irenensee an, weiß Schillhofer zu berichten.

Tote Fische, die im Wasser herumtreiben oder ans Ufer gespült worden sind, haben Schulte und Schillhofer trotz des niedrigen Wasserstands bislang noch nicht entdeckt. „Das halte ich angesichts der insgesamt kritischen Situation für beruhigend“, sagt Schulte. Durchschnittlich fallen im Raum Uetze im Jahr zwischen 700 und 800 Millimeter Niederschlag. Weil es seit Mai kaum nennenswerte Regenfälle gegeben hat, weist diese Bilanz zum aktuellen Zeitpunkt ein Defizit von mehr als 500 Millimeter aus.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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