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Uetze Nordzucker will nur variablen Preis zahlen
Umland Uetze Nordzucker will nur variablen Preis zahlen
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11:56 27.06.2018
Der Schwüblingser Landwirt Niels Kynast (Mitte) begrüßt die Besucher des Feldtags auf einem Zuckerrübenfeld der Betriebsgemeinschaft Komb-i. Quelle: Schiller
Schwüblingsen

Der Zuckerrübenanbau ist ein wichtiges Standbein der hiesigen Landwirtschaft. Doch für die Zuckerrübenanbauer gibt es eine schlechte Nachricht: Der Weltmarktpreis für Zucker befindet sich seit einem halben Jahr auf Talfahrt. Deshalb bietet die Nordzucker AG hiesigen Landwirten, die noch keinen Liefervertrag für die übernächste Kampagne 2019 – haben, nur noch Verträge mit einer einjährigen Laufzeit und einem variablen Erzeugerpreis an.

Während des Feldtags der Nordzucker in Schwüblingsen bei der landwirtschaftlichen Betriebsgemeinschaft Komb-i hat Joachim Liehe, Anbauberater der Nordzucker, berichtet, dass Rübenanbauer ab sofort bis zum 18. Juli die neue Vereinbarung unterzeichnen können. Bestehende mehrjährige Verträge behielten ihre Gültigkeit.

Der Weltmarktpreis für Zucker liegt laut Liehe derzeit bei rund 370 Euro je Tonne. Keiner wisse, wie er sich entwickeln werde. Daher werde Nordzucker den variablen Preis, den die Landwirte erhalten sollen, nach unten deckeln. Der Mindestpreis für eine Tonne Rüben mit einem Zuckergehalt von 16 Prozent betrage 18,66 Euro. Der erhöhe sich bei einem Zuckergehalt von 17,9 Prozent und unter Berücksichtigung der Rübenmarktvergütung und des durchschnittlichen Früh- und Spätlieferausgleichs auf 26,50 Euro je Tonne. „Das ist eine Größe, mit der Sie kalkulieren können“, sagte Liehe.

Hier und da bauen Landwirte Zuckerrüben auch als Rohstoff für Biogasanlagen an. Nach Einschätzung des Schwüblingser Landwirts Niels Kynast, der im Vorstand des Rübenanbauerverbands Niedersachsen-Mitte mitarbeitet, wird nur die eine oder andere Biogasanlage aufgrund des sinkenden Zuckerpreises und der neuen Vertragsbedingungen mehr Zuckerrüben abnehmen. Aber das nur im begrenzten Umfang. Denn: „Mais ist das günstigste Substrat, wenn man alle Kosten berücksichtigt.“ Der Arpker Landwirt Philipp Lüders gibt zu bedenken, dass mit der Zuckerrübe Sand in die Anlage gelangen könnte. Auch Liehe geht davon aus, dass sich die Rübenanbaufläche für Biogasanlagen nicht sehr vergrößern wird. Er erinnert daran, dass derzeit keine neuen Biogasanlagen gebaut werden.

Der Zuckerrübenanbau hat sich in der Vergangenheit zu einem wichtigen Standbein der hiesigen Landwirtschaft entwickelt, weil die Zuckermarktordnung der Europäischen Union den Landwirten ein sicher kalkulierbares Einkommen geboten hatte. Doch Ende September 2017 ist die Rübenquote abgeschafft worden. Danach konnten die hiesigen Rübenanbauer wählen, ob sie der Zuckerfabrik in Clauen (Landkreis Peine) Rüben zu einem festen oder zu einem variablen Preis liefern. Außerdem standen verschiedene Vertragslaufzeiten zur Auswahl. Laut Liehe hat sich die Mehrzahl der Landwirte für dreijährige Verträge entschieden.

Altes Saatgut ist Sondermüll

Beim Feldtag in Schwüblingsen hat Kathrin Bornemann, Mitarbeiterin der Nordzucker AG, die Landwirte davor gewarnt, im nächsten Jahr altes Zuckerrübensaatgut zu drillen. „Das ist Sondermüll“, sagte Bornemann. Denn inzwischen sind Neonikotinoide, hochwirksame Insektizide, europaweit als Beizmittel für Saatgut verboten. „Bringen sie Ihr altes Saatgut zu uns in die Fabrik, damit es fachgerecht entsorgt wird“, riet die Mitarbeiterin der Zuckerfabrik Clauen (Landkreis Peine) den Bauern.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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