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Uetze Ortsbrandmeister fordert gute Ausrüstung
Umland Uetze Ortsbrandmeister fordert gute Ausrüstung
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18:41 03.02.2019
Zu einer schlagkräftigen Feuerwehr gehören auch gut ausgebildete Einsatzkräfte: Ortsbrandmeister Thomas Rolle übergibt die Schultersterne an die frisch ernannten Hauptfeuerwehrleute Nils Boy (links) und Sascha Fricke. Quelle: Sandra Köhler
Dollbergen

 Die Freiwillige Feuerwehr Dollbergen ist Stützpunktfeuerwehr – und macht einen verdammt guten Job. Das hat Ortsbrandmeister Thomas Rolle seinen 53 Aktiven bei der Jahresversammlung am Sonnabend bescheinigt. Zu 36 Einsätzen rückten diese im Jahr 2018 aus. Sie verhinderten, dass zwei Waldstücke abbrannten. Beseitigten Ölspuren, damit kein Verkehrsteilnehmer zu Schaden kam, räumten umgestürzte Bäume von den Bahngleisen. Sie löschten einen Kellerbrand, bei dem es so heiß war, dass Putz und Lampen flüssig von der Decke tropften. Und sie rückten nach Meppen zum Moorbrand aus – mit einem 35 Jahre alten Einsatzfahrzeug.

So stolz Rolle auf seine Ehrenamtlichen ist, so sehr hat er sich über eine Äußerung des Grünen-Ratsherrn Georg Beu geärgert. Beu habe erklärt, so Rolle, dass der neue Feuerwehrbedarfsplan wegen der Forderungen der Ortsfeuerwehren und den damit verbundenen Kosten nicht so einfach beschlossen werden könne. „Mit der Feuerwehr kann man kein Geld sparen“, machte Rolle seinem Ärger Luft: „Unsere Forderungen sind nicht überzogen. Aber wir benötigen vernünftige Ausrüstung, um unserer Aufgabe nachzukommen. Außerdem muss die Sicherheit der Kameraden gewährleistet sein.“ Dem pflichtete der stellvertretende Gemeindebrandmeister Jens Blenk bei.

Der Landhanddel Deyerling mit seinen zahlreichen Betriebsgebäuden gehört zum Einsatzgebiet der Stützpunktfeuerwehr Dollbergen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Die Groka mit ihren großen Lagerhallen für Kartoffeln und Zwiebeln liegt im Norden des Ortes. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

„Man darf nicht vergessen, wir haben hier auch die großen Lagerhallen des Landhandels und die Raffinerie“, machte der Ortsbrandmeister die spezielle Situation Dollbergens klar. Zwar leiste sich die Avista Oil eine eigene Werksfeuerwehr, die kleinere Alarmierungen auch erst einmal allein abwickele. Doch bei Dringlichkeit holt die Werksfeuerwehr auch die Dollberger Einsatzkräfte mit ins Boot. Zudem ist Stützpunktfeuerwehr die erste, die alarmiert wird, sollte es im Betrieb des privaten Landhandels Deyerling und der Groka, dem genossenschaftlichen Vermarktungszentrum für Kartoffeln und Zwiebeln, brennen.

Die Altölraffinerie in Dollbergen hat zwar eine Werksfeuerwehr, doch auch die Ortsfeuerwehr muss im Notfall mit ausrücken. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Entsprechend dieser Aufgaben ist das neue Löschgruppenfahrzeug Allrad ausgerüstet, das voraussichtlich im März, so hofft Rolle, ausgeliefert werde. Es hat einen Wassertank mit 2500 Litern Fassungsvermögen und ist speziell für die Brandbekämpfung außerhalb der Ortschaft ausgelegt. Ein Mehrzweckfahrzeug, dessen Ausschreibung soeben beendet worden ist, soll der Einsatzleitung im Löschbezirk dienen. „Wir hoffen, es kommt noch im Dezember“, sagte Rolle. Bei kniffligen Einsätzen soll es mit seiner digitalen Ausstattung die notwendige Recherche ermöglichen, um die Ehrenamtlichen im Einsatz zu unterstützen: „Man stelle sich vor, ein Tesla brennt. Da sind 600 Akkus verbaut, woher sollen wir wissen, wo wir da schneiden können?“

Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde sei aber durchaus gut und vertrauensvoll, betonte Rolle. Hoffnung auf ein Löschgruppenfahrzeug LF KAT-S als Ersatz für das seit einem Jahr ausgemusterte Katastrophenschutzfahrzeug hegt er durchaus, wenn auch aus anderer Quelle: „Gelder sind vom Bund bereit gestellt und sollen verteilt werden.“

Ernennungen und Ehrungen

Dollbergen sei leider ein Ort mit viel Zu- und Wegzug, sagte Ortsbrandmeister Thomas Rolle in der Jahresversammlung. Umso mehr freue er sich, insgesamt acht neue Kameraden begrüßen zu können. Mirko Bergholz und Sebastian Klenke kommen aus anderen Feuerwehren, Florian Schwagmeyer und Borris Wiegand waren bereits früher einmal bei den Dollberger Brandbekämpfern aktiv und sind jetzt zurückgekehrt. Stefan Beyreitz, Fabian Heilemann und Rebecca Scherler stoßen als Quereinsteiger dazu.

Beyreitz und Scherler wurden zusammen mit Marie Semrau, Jonas Pagel und Fabian Markovic zu Feuerwehrmännern ernannt. Zum Hauptfeuerwehrmann befördert wurden Nils Boy und Sascha Fricke. Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Jens Blenk beförderte Daniel Trautwig und Andreas Völcker zu Oberlöschmeistern und Uwe Richter zum Brandmeister. Mit dem Niedersächsischen Ehrenzeichen für 40-jährige Mitgliedschaft zeichnete Blenk zudem Bernd Semrau und Marc von Grünhagen aus.

Die Stützpunktfeuerwehr Dollbergen hat in ihrer Jahresversammlung ihre langjährigen engagierten Mitglieder geehrt und junge Nachwuchskräfte befördert.

Von Sandra Köhler

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