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Uetze Kirchenviertel trägt Baumeister Hases Handschrift
Umland Uetze Kirchenviertel trägt Baumeister Hases Handschrift
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00:16 27.02.2019
Dieses alte Foto zeigt, wie das Rektorenhaus im Jahr 1914 ausgesehen hat. Es wurde von der Kirche aus aufgenommen. Quelle: Heimatbund Uetze
Uetze

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde baut das Küsterhaus, das nach Plänen des berühmten hannoverschen Baumeisters Conrad Wilhelm Hase errichtet worden ist, in eine Kindertagesstätte um. Ein anderer Hase-Bau ist hingegen in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts aus dem Ortsbild verschwunden: das sogenannte Rektorenhaus. Erinnerungen daran hebt die Uetzer Heimatstube auf.

Das Gebäude, in dem zeitweise die Rektoren der Uetzer Volksschule gewohnten, musste vor 50 Jahren einem neuen Postamt weichen. Wie das Backsteingebäude aussah, können sich Interessierte in der Olen Dorpschaule in der Heimatstube anschauen. Im Fotoarchiv des Heimatbunds befinden sich mehrere alte Aufnahmen. „Es ist schade, dass es abgerissen wurde“, sagt Wolfgang Braatz, Archivar des Heimatbunds, beim Betrachten der Bilder.

Eine Aufnahme stammt aus dem Jahr 1914. Auf dem Bild stehen ein Mann, ein Junge und ein Mädchen vor dem Haus. Möglicherweise handelt es sich um Rektor Krüger und seine Kinder. Krüger lebte von 1895 bis 1934 in dem Gebäude. An diesem ist deutlich Hases Handschrift, der als bedeutendster Vertreter der Neogotik im 19. Jahrhundert gilt, zu erkennen. Für ihn sind die mit glasierten Klinkern eingefassten Rundbogenfenster typisch. Einen Rundbogen mit glasierten Steinen hat Hase auch über dem Hauseingang des Rektorenhauses mauern lassen. Auf einem anderen rund 100 Jahre alten Foto sieht man, dass ein aus Klinkern gemauertes Kreuz den Giebel des Erkers über dem Eingang schmückte. „Das ist ein Hinweis darauf, dass früher die Kirche die Schulaufsicht hatte“, sagt Heimatbundvorsitzender Peter Doms.

Das Rektorenhaus ist 1867 als Schule auf der Westseite der Kirchgasse gebaut worden, die von der Kaiserstraße zur Johannes-der-Täufer-Kirche führt. An der Stelle stand bis zum großen Uetzer Brand 1863 das dritte Schulgebäude des Ortes. Der Hase-Bau wurde im Laufe der Jahre nicht nur als Schule und Wohnung für die Schulleiter genutzt. Darin waren unter anderem im Laufe der Zeit ein Kindergarten und eine Bücherei untergebracht. „1969 wurde es abgerissen, um für das neue Postgebäude Platz zu schaffen, das im November 1970 seiner Bestimmung übergeben wurde“, schreibt der Uetzer Hans-Volker Nordmann in seinem Buch „Uetze damals und heute – Band 1“. Inzwischen ist in dem früheren Postamt eine Versicherungsagentur eingezogen.

Ein kleiner Gang durch das Kirchenviertel – gestern und heute:

Baumeister Conrad Wilhelm Hase hat darüber hinaus die Johannes-der-Täufer-Kirche und das Küsterhaus in Uetze entworfen. Auch diese neugotischen Bauten tragen die typische Handschrift des Architekten.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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