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Uetze Schwüblingsen baut sich ein Nahwärmenetz
Umland Uetze Schwüblingsen baut sich ein Nahwärmenetz
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13:27 31.07.2018
FNOH-Geschäftsführer Marc Blechschmidt (von links), Karsten Morich, Inhaber des Tiefbauunternehmens Hennigs, und Jan Brennecke, Vorstandsvorsitzender der EngergieGenossenschaft Schwüblingsen sind optimistisch, dass das Nahwärmenetz und die Glasfaserleitung für schnelles Internet noch vor dem Winter in Betrieb gehen. Quelle: privat
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Schwüblingsen

 Auf den Straßen des Ortes künden weiß-rote Absperrungen um tiefe Löcher von Bauarbeiten. Die EnergieGenossenschaft Schwüblingsen eG (EGS) lässt dort von der Uetzer Baufirma Hennigs die Rohre für ihr Nahwärmenetz verlegen – insgesamt 5,2 Kilometer. Weil sowieso gebuddelt wird, werden Glasfaserkabel für Highspeed-Internet mit bis zu 10 Gigabit pro Sekunde gleich mitverlegt. Dafür hat die EGS eine Vereinbarung mit der Hänigser Firma FNOH geschlossen.

Alle 82 Mitglieder der Genossenschaft, die gleichzeitig Kunde von FNOH sind, bekommen das Glasfaserkabel bis vor die Haustür gelegt. Aber auch die Einwohner, die keine Wärme beziehen, können sich mit einem leistungsstärkeren Internet – bis zu 1 Gigabit – versorgen. Denn der Verteilerkasten des Dorfes wird ans überregionale Glasfasernetz angeschlossen. Die Daten werden von dort über die bestehenden Kupferkabel weitergeleitet. „Wir haben uns für die Hänigser als Partner entschieden, weil dies die einzige Möglichkeit ist, dass der ganze Ort vom schnellen Internet profitiert“, sagt Jan Brennecke, Vorstandsvorsitzender der EGS. Eine Internetgeschwindigkeit von zehn Milliarden Bit pro Sekunde direkt im Haus ist bislang einzigartig in Uetze. Im Rathaus können die Mitarbeiter laut Erster Gemeinderätin Ursula Tesch mit 1 Gigabit online arbeiten.

Ans Nahwärmenetz werden laut Brennecke fast die Hälfte der Schwüblingser Haushalte angeschlossen. Bei der Wärmeerzeugung setzt die Genossenschaft auf nachwachsende Rohstoffe zur Verringerung des Kohlendioxidausstoßes. Mitten im Dorf an der Ecke Am Storchennest/An der Kapelle entsteht eine moderne Heizzentrale für Holzhackschnitzel samt ölbetriebener Notheizung. Modernste Filtertechnik soll einen emissionsfreien Betrieb ermöglichen. Die EGS arbeitet mit der Universität Dresden zusammen, die die Filter entwickelt hat und den Betrieb der Anlage zu Forschungszwecken begleiten wird.

Bereits im nächsten Winter wollen die Genossenschaftsmitglieder ihre Häuser mit der Nahwärme heizen – für neun Cent die Kilowattstunde. „Das entspricht in etwa dem Niveau für eine Gas- oder Ölheizung“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Eike Dralle. Bevor die Baumaschinen anrücken konnten, gingen elf Monate für die Planung des Projekts, das rund 1,7 Millionen Euro kostet, ins Land. „Die Vorplanung war sehr zeitaufwändig und wurde überwiegend von Ehrenamtlichen geleistet“, berichtet Dralle. Gefördert wird das Projekt mit EU-Mitteln der Leader-Region Aller-Fuhse-Aue in Höhe von rund 80 000 Euro. Die hierfür notwendige Kofinanzierung übernimmt die Region Hannover. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zahlt die höchste Fördersumme in Form eines Tilgungszuschusses für die Darlehn, die die EGS aufgenommen hat. Die KfW habe mit ihrer Zusage den Startschuss für die Bauarbeiten gegeben, so Dralle.

Überall im Ort wird derzeit gebuddelt. Das Tiefbauunternehmen verlegt gleichzeitig die Rohre für die Nahwärme und Glasfaserleitungen fürs Internet.

Von Anette Wulf-Dettmer

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