Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Uetze Die letzten Rüben werden Mittwoch abgeholt
Umland Uetze Die letzten Rüben werden Mittwoch abgeholt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:05 08.01.2019
Noch liegen Berge von Zuckerrüben, die im Herbst 2018 gerodet worden sind, in der Feldmark von Schwüblingsen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Uetze/Schwüblingsen

Trotz der monatelangen Trockenheit und Hitze fahren die Landwirte in Burgdorf, Uetze und im Nordkreis Peine –im Gegensatz zu ihren Kollegen in anderen Teilen Norddeutschlands – eine durchschnittlich gute Zuckerrübenernte ein. Deshalb muss die Zuckerfabrik in Clauen (Landkreis Hildesheim) die Rübenkampagne nicht frühzeitig beenden. Anders als die Werke in Nordstemmen, Schladen und Kleinwanzleben, die schon zu Weihnachten ihre Tore zugemacht haben. An diesem Mittwoch werden in Schwüblingsen die letzten Zuckerrüben, die noch unter Planen an den Feldrändern liegen, von der sogenannten Rübenmaus aufgeladen und dann mit Lastwagen nach Clauen gebracht. Ein kleiner Teil wandert auch in den umliegenden Biogasanlagen.

 „Im Naturraum Burgdorf/Nordkreis Peine liegt der Rübenertrag im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahren“, berichtet Landwirt Niels Kynast aus Schwüblingsen. „Das haben wir teuer erkauft mit einer sehr intensiven Beregnung der Felder.“ Die Landwirte steht allerdings nur ein begrenztes Kontingent an Grundwasser zur Beregnung zur Verfügung: Das zehnjährige Mittel darf 80 Millimeter pro Jahr und Hektar nicht überschreiten. Deshalb: „Noch so ein Jahr wie 2018, das wäre eine Katastrophe“, sagt Kynast. Das könnten selbst die guten Böden in der Hildesheimer Börde nicht mehr ausgleichen. Alle Feldfrüchte haben trotz Beregnung unter der Dürre gelitten, sodass die Landwirte herbe Verluste hinnehmen müssen. „Nur bei Kartoffeln und Zwiebeln werden die Ertragseinbußen vom Preisanstieg ausgeglichen.“

Vor 60 Jahren wäre 2018 ein Hungerjahr gewesen, ist Kynast überzeugt. Denn zur Trockenheit, deren Folgen heutzutage mit einer flächendeckenden Beregnung gemildert werden können, kam noch ein überdurchschnittlicher hoher Schädlingsbefall. „Jeder Kartoffelacker war richtig stark vom Kartoffelkäfer befallen.“ So etwas habe er bislang noch nicht erlebt. Nur mithilfe moderner Insektiziden wurden die Landwirte Herr der Plage.

Noch ist das hohe Niederschlagsdefizit aus den Sommer- und Herbstmonaten nicht ausgeglichen. „Da fehlt noch was“, sagt der Schwüblingser Landwirt Carsten Fricke, der seit rund 40 Jahren ein Wettertagebuch führt. Denn statt eines ergiebigen Landregens niesele es meist nur. Bis Ende Dezember fielen in Schwüblingsen gerade einmal 415 Milliliter Regen. Das sind 60 Prozent der durchschnittlichen Jahresmenge von knapp 700 Milliliter. „Wichtig ist für die nächsten Wochen, dass wir noch viel Feuchtigkeit bekommen“, sagt Fricke. Erst wenn sich die ausgetrockneten Böden bis in tiefere Schichten mit Wasser voll gesogen hätten, könne sich neues Grundwasser bilden.

Von Anette Wulf-Dettmer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Romantische Dichtkunst in Klang gekleidet liefert das Schlosskonzert am 13. Januar. Der lyrischer Tenor Christoph Prégardien und der Pianist Daniel Heide tragen Werke von Schumann und Schubert vor.

08.01.2019

Immer wieder gibt es Ärger wegen Randalierer auf dem Hof der Uetzer Grundschule. Die SPD fordert daher, abschließbare Tore zu installieren, damit das Gelände nicht mehr jederzeit zugänglich ist.

08.01.2019

In dieser Woche hört sich das Bergbauamt alle Einwände gegen die Pläne des K+S-Konzerns an, den Wathlinger Kaliberg mit Bauschutt abzudecken. Den Auftakt machen die Kommunen und Umweltschutzverbände.

07.01.2019